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Schienenkonzern Vossloh: Mehr Aufträge und eine Kapitalerhöhung
Der deutsche Schienen- und Verkehrstechnikkonzern Vossloh hat in den ersten neun Monaten 2024 so viele Aufträge erhalten wie noch nie. Auch der Gewinn ist gestiegen – während der Umsatz schwächer ausfiel als im Vorjahr. Für eine Übernahme besorgt sich das Unternehmen frisches Geld über eine Kapitalerhöhung.
In den ersten drei Quartalen dieses Jahres kam Vossloh auf einen Auftragseingang von rund 1,0 Milliarde Euro. Das ist ein Plus von 8,5 Prozent zum Vorjahr und ein neuer Rekord für das Unternehmen. Der Auftragsbestand lag Ende September bei 852 Millionen Euro und damit 9 Prozent höher als zum selben Zeitpunkt 2023.
Kapitalerhöhung soll Übernahme mitfinanzieren
Der Umsatz von Vossloh ging von Januar bis September im Vergleich zum Vorjahr um 7,2 Prozent auf 860 Millionen Euro zurück. Dies war jedoch erwartet worden: Im Vorjahr hatte der Konzern von großen Projekten in China und Mexiko profitiert.
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Trotz des rückläufigen Umsatzes wurde Vossloh profitabler: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte leicht um 0,2 Prozent auf 77,1 Millionen Euro zu. Die EBIT-Marge verbesserte sich von 8,3 auf 9,0 Prozent. Der Nettogewinn stieg deutlich um 30 Prozent auf 56,6 Millionen Euro.
Den Ausblick für das Gesamtjahr bestätigte Vossloh. Das Unternehmen erwartet einen Umsatz in der Spanne von 1,16 bis 1,26 Milliarden Euro. Das EBIT wird bei 100 bis 115 Millionen Euro gesehen. Die EBIT-Marge soll zwischen 8,3 und 9,5 Prozent liegen.
In dieser Woche führte Vossloh außerdem eine Kapitalerhöhung durch. Dabei platzierte der Konzern im Zuge eines beschleunigten Verfahrens neue Aktien zum Ausgabepreis von 41 Euro. Durch die Emission nahm Vossloh nach eigenen Angaben rund 72 Millionen Euro ein. Das Geld will das Unternehmen teilweise zum Erwerb der französischen Sateba-Gruppe nutzen, einem Hersteller von Betonschwellen.
Bei der Aktie bleiben Risiken
Während die Geschäftszahlen zunächst positiv aufgenommen wurden, setzte die Kapitalerhöhung die Aktie unter Druck – sie verlor innerhalb einer Woche knapp 9 Prozent an Wert. Aktuell ist das Papier im Tradegate-Handel 1,8 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 40,45 Euro (Stand: 15.11.2024, 8:49 Uhr). Im Monatsvergleich hat die Aktie 16,2 Prozent an Wert eingebüßt, auf Jahressicht ist sie 1,1 Prozent im Plus.
ECOreporter bleibt skeptisch bei der Vossloh-Aktie. Die steigende Profitabilität ist eine gute Nachricht, in der Vergangenheit konnte der Konzern oft nur wenig Gewinn erwirtschaften. Ein Risiko ist, dass der chinesische Markt für Vossloh immer wichtiger wird.
Die Vossloh-Aktie schwankte in den letzten Jahren stark, auf drei Jahre betrachtet ist sie 13 Prozent im Minus, auf fünf Jahre gesehen stieg der Kurs um knapp 17 Prozent. Seit 2011 hat sich der Kurs mehr als halbiert. Angesichts der erhöhten Risiken ist die Aktie mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13 für 2024 nicht günstig. Sie eignet sich nach Einschätzung der Redaktion nur für Anlegerinnen und Anleger mit erhöhter Risikobereitschaft.
Vossloh AG: ISIN DE0007667107 / WKN 766710
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