Siemens-Zentrale in München. Der Industriekonzern plant mit seiner Medizin-Tochter eine Milliardenübernahme. / Foto: Siemens AG

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Siemens plant größte Übernahme der Firmengeschichte

Die Siemens-Tochter Healthineers will für 16 Milliarden US-Dollar (etwa 14 Milliarden Euro) die US-Firma Varian übernehmen, Weltmarktführer in der Krebs-Strahlentherapie. Das wäre der größte Zukauf der Siemens-Geschichte.

"Von der Übernahme profitieren alle - allen voran die Patientinnen und Patienten, aber auch die Aktionäre beider Unternehmen", erklärte der künftige Siemens-Chef Roland Busch. Die Varian-Aktie stieg nach Bekanntwerden der Nachricht am Montag an der New Yorker Börse von 142,72 US-Dollar auf ein neues Allzeithoch von 174,75 US-Dollar.

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Bei den Aktionären von Siemens Healthineers fiel die Bewertung des Deals hingegen deutlich verhaltener aus: Nach einem kurzen Hoch am Montagmorgen fiel der Kurs deutlich – derzeit liegt die Aktie bei 40,89 Euro (Stand: 4.8.2020, 10:27 Uhr) und damit auf Wochensicht 7,53 Prozent im Minus. Auch auf Monatssicht hat die Aktie rund 2 Prozent an Wert verloren.

Während allgemein Konsens herrscht, dass Varian eine sinnvolle Ergänzung des Siemens Healthineers-Portfolios darstellt, debattieren Analysten, ob der Kaufpreis nicht zu hoch ausfällt. Vor Bekanntwerden des Deals lag der Börsenwert von Varian bei rund 13 Milliarden US-Dollar, das Geschäft hatte zuletzt spürbar unter der Corona-Krise gelitten.

Siemens-Anteile an Healthineers sinken

Siemens Healthineers, das 2018 vom Mutterkonzern abgespalten wurde, zu 85 Prozent aber immer noch Siemens gehört, ist an der Börse derzeit 40,78 Milliarden Euro wert. Healthineers zog am Sonntag die ursprünglich für Montag geplante Bekanntgabe seiner Zahlen für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres vor.

Demnach fiel der Umsatz des MDax-Konzerns gegenüber dem Vorjahresquartal um 7,2 Prozent auf 3,31 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) ging um 15 Prozent auf 461 Millionen Euro zurück. Für das letzte Quartal des laufenden Gechäftsjahres 2019/2020 rechnet Healthineers wieder mit deutlich besseren Geschäften.

Finanzieren will Healthineers die Übernahme in etwa zur Hälfte über Kredite und zur anderen Hälfte über neues Eigenkapital, das sich die Bayern über die Ausgabe neuer Aktien beschaffen wollen. Der Anteil des Siemens-Mutterkonzerns soll so von 85 auf 72 Prozent sinken – Siemens will aber "langfristiger Mehrheitseigentümer" bei Healthineers bleiben.

Die Siemens-Aktie zeigt sich nach einem Tief gegen Ende der vergangenen Woche seit dem gestrigen Montag wieder auf verhaltenem Erholungskurs. Derzeit notiert die Aktie im Tradegate-Handel bei 111,64 Euro und damit 0,43 Prozent schlechter zum Vortag. Auf Monatssicht liegt die Aktie 5,32 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 21,08 Prozent an Wert gewonnen.

Siemens steckt derzeit in einer Phase des Umbaus. Der Industriekonzern wird seine Energiesparte als eigenständiges Unternehmen Siemens Energy im Herbst an die Börse bringen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Siemens ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Reihe Dividendenkönige. Der Konzern steht allerdings unter Beobachtung durch die ECOreporter-Redaktion. Zum ausführlichen Unternehmensporträt gelangen Sie hier.

Siemens AG: ISIN DE0007236101 / WKN 723610

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