ETFs sind auch wegen ihrer niedrigen Kosten beliebt. Branchenverbände sehen die Preisstrukturen in Gefahr. / Foto: Pixabay

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Sind ETFs zu teuer?

Börsenindizes sind die Grundlage für ETFs und andere Finanzprodukte. Branchenverbände der Finanzindustrie kritisieren eine zu hohe Machtkonzentration bei den großen Indexanbietern. Diese führe letztlich zu höheren Kosten – auch für Anlegerinnen und Anleger.

Wer einen ETF auf einen Wertpapierindex wie beispielsweise den DAX oder den MSCI World auflegen will, muss dafür eine Lizenzgebühr an den Indexanbieter zahlen. Laut der Unternehmensberatung Burton-Taylor ist der weltweite Umsatz im Indexgeschäft im letzten Jahr um 10 Prozent auf 4,1 Milliarden US-Dollar gestiegen. Den Markt beherrschen drei Anbieter: MSCI kommt auf einen Marktanteil von knapp 25 Prozent, S&P Dow Jones auf 24 Prozent, FTSE Russell auf etwas mehr als 19 Prozent.

Die internationalen Finanzbranchenverbände EFAMA und ICSA kritisieren in einem aktuellen Diskussionspapier die hohen Kosten und komplizierten Lizenzverträge im Indexgeschäft. Als Hauptgrund dafür nennen sie die dominante Marktposition der großen Anbieter. Die steigenden Kosten müssten an die Kunden weitergegeben werden, auch an Privatanlegerinnen und Privatanleger.

EFAMA und ICSA fordern eine strengere Regulierung der Indexanbieter. „Es ist an der Zeit, dass die Aufsichtsbehörden angemessene Schritte unternehmen, um den Wettbewerb wiederherzustellen und eine faire und transparente Preisstruktur der Anbieter zu gewährleisten", sagt Tanguy van der Werve, Generaldirektor der EFAMA. Problematische Machtkonzentrationen sieht van der Werve auch bei Börsenplätzen und Ratingagenturen.

Alle bisher von ECOreporter getesteten nachhaltigen ETFs finden Sie hier.

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