Die Nachfrage nach Zuschlägen aus Solar-Ausschreibungen ist ungebrochen. / Foto: Pixabay

  Erneuerbare Energie, Meldungen

Solar-Ausschreibung massiv überzeichnet – zwei Bundesländer dominieren

Die deutsche Ausschreibung für Solaranlagen war in Dezember mehr als dreifach überzeichnet: Einem Ausschreibungsvolumen von rund 257 Megawatt (MW) standen Gebote für zusammen 936 MW gegenüber. Überraschend: Mit 42 Geboten musste die Bundesnetzagentur fast jedes vierte Gebot ausschließen.

Von den insgesamt 186 Geboten erhielten 45 einen Zuschlag. 15 der zu bezuschlagenden Gebote entfallen auf Acker- und Grünlandflächen, wovon 13 in Bayern liegen. Bezogen auf alle Flächen entfallen auf Bayern insgesamt 21 der 45 Zuschläge. Danach folgt Sachsen-Anhalt mit zehn Zuschlägen für Solarprojekte. Auf kein weiteres Bundesland entfielen mehr als drei Zuschläge.

Die im Gebotspreisverfahren ermittelten Zuschlagswerte liegen zwischen 4,88 Cent/kWh und 5,26 Cent/kWh und somit unter den Werten der Vorrunde (4,98 bis 5,36 Cent/kWh). Der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert ist gesunken und liegt in der Dezember-Ausschreibungsrunde bei 5,10 Cent/kWh (Vorrunde: 5,23 Cent/kWh).
Den Namen der Bieter (meist Projektgesellschaften) nach zu urteilen, gingen zumindest acht der Zuschläge an die Enerparc AG mit Hauptsitz in Hamburg. Auch bei vorherigen Solar-Ausschreibungen hatte das nicht börsennotierte Solarunternehmen oftmals mehrere Zuschläge erhalten.

Viele Ausschlüsse

Insgesamt 42 Gebote wurden nach Angaben der Bundesnetzagentur vom Verfahren ausgeschlossen. 16 Gebote davon aufgrund des verspäteten Eingangs. Bis zum 1. Dezember 2020 mussten die Gebote am Bonner Standort der Bundesnetzagentur eingehen. Gebote konnten an diesem Tag auch bis 24:00 Uhr an der Pforte der Bundesnetzagentur in Bonn abgegeben werden.

Des Weiteren gab es eine größere Anzahl von Ausschlüssen, bei denen Projekte die zulässige Gebotsmenge deutlich überschritten hatten. Nach Einschätzung der Bundesnetzagentur haben diese Bieter wahrscheinlich die sich ändernde Gesetzeslage nicht mitbekommen. Leichte Änderungen wird es nach Angaben der Bundesnetzagentur aufgrund der gerade beschlossenen Erneuerbare-Energien-Gesetz-Novelle auch bei der nächsten Ausschreibung für Solaranlagen, die nicht auf Gebäuden installiert werden, am 1. März 2021 geben.

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