Die Solarbranche steht in den USA politisch unter Druck. / Foto: Pixabay

  Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie, Aktien-Favoriten

Solaraktien SolarEdge und Enphase Energy: Abstufung in den USA

Die US-Großbank JP Morgan hat die Wechselrichterhersteller SolarEdge aus Israel und Enphase Energy aus den USA herabgestuft, insbesondere wegen Bedenken bezüglich des US-Solarmarktes. Bei den Kurszielen fällt die Einschätzung der Experten allerdings unterschiedlich aus.

Bei beiden Aktien kassierte JP Morgan die vorige Kaufempfehlung und stufte die Papiere auf "Neutral" herab, empfiehlt also, sie zu halten. Bei Enphase Energy senkten die Analysten das Kursziel gleichzeitig deutlich von 64,00 US-Dollar auf nur noch 37,00 Dollar. Beim ECOreporter-Aktien-Favoriten SolarEdge wurde das Kursziel hingegen trotz Abstufung von 18,00 auf 23,00 Dollar angehoben.

US-Gesetz setzt Solargeschäft unter Druck

Bei beiden Unternehmen ist die Entwicklung am US-Solarmarkt ein wesentlicher Faktor. Das neue Haushaltsgesetz, das US-Präsident Donald Trump mit knapper Mehrheit durch den Kongress gebracht hat, sieht vor, dass die Steuergutschriften für die Anschaffung neuer Solaranlagen am 1. Januar 2026 enden. Nach dem von Trumps Vorgänger Joe Biden verabschiedeten Inflation Reduction Act (IRA) sollte die Förderung noch bis 2032 laufen und dann gestaffelt reduziert werden. ECOreporter berichtete hier.

Lesen Sie auch das zweiteilige ECOreporter-Dossier zu Solaraktien.

Eine aktuelle Einschätzung der Aktien von SolarEdge und Enphase Energy finden Sie im folgenden Premium-Bereich.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

SolarEdge und Enphase Energy verkaufen beide auch komplette Solaranlagen, zudem sind Solaranlagen-Anbieter wichtige Kunden. Kurzfristig dürfte die Nachfrage zunehmen, da Hausbesitzerinnen und -besitzer vermutlich vermehrt versuchen werden, 2025 noch eine förderfähige Solaranlage aufs Dach zu bekommen. Langfristig dürften die Verkäufe aber leiden.

JP Morgan schätzt, dass bei Enphase Energy die Hälfte der Absätze mit Steuergutschriften für Solaranlagen zusammenhängt. In Zukunft soll deshalb das Geschäft mit Großanlagen wichtiger werden. Seit Jahresstart hat die Enphase-Aktie rund 39 Prozent an Wert verloren. Die Bank erklärte gleichzeitig, dass Enphase "ein Branchenführer mit nachhaltig überdurchschnittlichen Margen bleibt", und empfiehlt langfristig orientierten Anlegern, bestehende Positionen zu halten.

SolarEdge war insbesondere durch den Preiskampf und eine Nachfrageflaute im Wechselrichtermarkt noch stärker unter Druck geraten als Enphase. Das Unternehmen rutschte in die roten Zahlen, und der Börsenkurs brach empfindlich ein. Mittlerweile ist die Aktie trotz der Trump-Probleme auf Erholungskurs, seit Jahresstart hat sich der Wert fast verdoppelt.

Die starken Zugewinne 2025 nannte JP Morgan auch als Hauptgrund für die Abstufung. Die Bank rechnet zwar weiterhin mit einer Erholung beim Kurs, diese werde sich aber verlangsamen. SolarEdge verfolgt einen strengen Sparkurs und hat sein Management ausgetauscht. Die Analysten von JP Morgan erwarten, dass das Unternehmen weitere Marktanteile zurückgewinnen wird, und rechnen wie bei Enphase mit Wachstum im Geschäft mit Großanlagen.

Beide Unternehmen führen aktuell zudem neue Produkte ein oder wollen dies in Kürze tun. Auch hier sehen Experten mehrerer Analysehäuser Potenzial für neue Einnahmen.

Langer Atem erforderlich

Die SolarEdge-Aktie ist im gettex-Handel aktuell 3,2 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 22,22 Euro (Stand: 15.7.2025, 11:14 Uhr). Auf Monatssicht gewann die Aktie 53 Prozent an Wert, allerdings müssen die Zugewinne im Kontext des großen Einbruchs seit 2023 betrachtet werden: In den letzten drei Jahren gab der Kurs um knapp 92 Prozent nach.

Die Enphase-Aktie notiert im gettex-Handel derzeit 1,8 Prozent im Minus bei 35,35 Euro (Stand: 15.7.2025, 11:14 Uhr). Auch die Enphase-Aktie konnte in den letzten Wochen zulegen und ist auf Monatssicht 11,8 Prozent im Plus. In den letzten drei Jahren ging es für den Kurs hingegen 82 Prozent abwärts.

Obwohl die neue US-Gesetzgebung wichtige Solarfördermittel abschafft, gewannen Aktien aus der Solarbranche – wie SolarEdge und Enphase – nach Verabschiedung des Gesetzes an Wert. Der Grund: Das Ende der Förderung war mit Änderungen im Gesetz immerhin noch auf Anfang 2026 verschoben worden. Wie lange die Erleichterung anhält, bleibt allerdings abzuwarten. Auf lange Sicht dürfte das Auslaufen der Subventionen die Geschäfte und damit die Börsenkurse unter Druck setzen.

Auch ECOreporter empfiehlt investierten Anlegerinnen und Anlegern, die Aktien von SolarEdge und Enphase langfristig zu halten. Bis eine nachhaltige Erholung eintritt, könnte es aber dauern, nicht nur wegen Trump, sondern weil die Branche sich auch auf den Preiskampf mit China einstellen muss. Ein Neueinstieg ist sowohl bei Enphase als auch bei SolarEdge aktuell mit hohen Risiken verbunden.

SolarEdge Technologies Ltd.:  ISIN US83417M1045 / WKN A14QVM

Enphase Energy Inc.: ISIN US29355A1079 / WKN A1JC82

(Aktuelle Kursdaten zu den Aktien erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)

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