Laut einer aktuellen Studie wird das Potenzial der finanziellen Bürgerbeteiligung in Deutschland bislang nur begrenzt genutzt. / Foto: Pixabay

  Erneuerbare Energie, Meldungen

Studie: Bürgerinnen und Bürger sollen stärker an Energiewende beteiligt werden

Eine neue Studie sieht erhebliches Potenzial, Bürgerinnen und Bürger stärker an der Finanzierung der Energie- und Wärmewende zu beteiligen. Nach Ansicht der Autorinnen und Autoren könnte dies zusätzliche Investitionen mobilisieren und die Akzeptanz neuer Energieprojekte erhöhen. Dafür seien allerdings politische Reformen notwendig.

Veröffentlicht wurde die Studie vom Heidelberger Fair Finance Institute, einem gemeinnützigen Forschungsinstitut für nachhaltige Finanzmärkte, gemeinsam mit der Bürgerbewegung Finanzwende. Der Verein setzt sich nach eigenen Angaben für eine stärkere Regulierung der Finanzbranche und nachhaltigere Märkte ein.

"Wäre ein großer Erfolg für die Demokratie"

Nach Ansicht der Autorinnen und Autoren sollte das Ziel sein, bis 2045 rund 25 Prozent der Investitionen in die Energie- und Wärmewende über freiwillige Beteiligungen von Bürgerinnen und Bürgern zu finanzieren. Das entspräche nach Berechnungen der Studie rund 400 Milliarden Euro. Als Vorbild nennt die Studie die Niederlande, wo eine stärkere lokale Beteiligung an Erneuerbare-Energien-Projekten politisch angestrebt wird.

Nach Einschätzung der Forschenden wird das Potenzial der finanziellen Bürgerbeteiligung in Deutschland bislang nur begrenzt genutzt. Als Hindernisse nennen sie unter anderem uneinheitliche gesetzliche Regelungen, fehlende Beratungsangebote und das Risiko für private Anlegerinnen und Anleger. Deshalb empfehlen sie unter anderem staatlich unterstützte Absicherungsmodelle, regionale Kompetenzzentren und bundesweit einheitlichere Vorgaben für Bürgerbeteiligungen.

"Wenn Menschen die Möglichkeit bekommen, die sichere und saubere Energie- und Wärmeversorgung vor Ort mit zu finanzieren, ist das ein Beispiel für eine Finanzwirtschaft, die den  Menschen dient", sagt Daniel Mittler, Vorstand der Bürgerbewegung Finanzwende. Vor allem regionale Banken und politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger müssten dafür aber einiges tun. "Wenn es uns gelingt, die Energiewende mit den Menschen vor Ort zu finanzieren, wäre das ein großer Erfolg für die Demokratie – ein Selbstläufer ist es aber nicht."

Eine Möglichkeit für einen Beitrag zu einer sozial gerechteren Energie- und Wärmewende sind Bürgerenergiegenossenschaften. Mehr zu den Vor- und Nachteilen der Geldanlage mit Genossenschaftsanteilen erfahren Sie in dieser ECOreporter-Titelgeschichte.

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