Orsted-Windpark Borkum Riffgrund 1. Der Konzern ist Weltmarktführer bei Windparks auf dem Meer. / Foto: Orsted

  Aktientipps, Nachhaltige Aktien

Trotz Gewinnrückgang: Orsted erhöht Prognose

Ørsted hat im ersten Halbjahr weniger Gewinn erzielt als im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr geht der dänische Energiekonzern aber von einer positiven Entwicklung aus. Lohnt sich der Einstieg in die Aktie?

6 Milliarden Dänische Kronen (DKK, 0,8 Milliarden Euro) blieben Ørsted in der ersten Jahreshälfte als Nettogewinn. Im gleichen Zeitraum 2021 waren es 16 Prozent mehr. Vor allem gestiegene Kosten, Projektverzögerungen und hohe Abschreibungen drückten das Ergebnis.

Grundsätzlich laufen die Geschäfte für Ørsted weiterhin gut. Im ersten Halbjahr kletterte der Umsatz um 85 Prozent zum Vorjahr auf 60 Milliarden DKK (8 Milliarden Euro). Hauptumsatztreiber waren gestiegene Energieverkaufspreise. Ørsted erzeugte von Januar bis Juni 93 Prozent seiner Energie aus regenerativen Quellen, vor allem Windkraft. Vor einem Jahr lag die grüne Quote bei 89 Prozent.

Ørsted hat in den letzten Monaten neue Windparks in den USA und Schottland ans Netz angeschlossen und geht davon aus, den Offshore-Windpark Hornsea 2 in der Nordsee bis Ende August in Betrieb nehmen zu können. Derzeit errichtet der Konzern unter anderem die Offshore-Parks Greater Changhua 1 & 2a vor der Küste Taiwans und plant den Bau von Hornsea 3, dem bislang weltweit größten Windpark mit einer Erzeugungskapazität von mehr als 2,8 Gigawatt.

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Trotz der zuletzt etwas schwächeren Ergebnisse geht Ørsted davon aus, im Gesamtjahr 2022 wegen der gestiegenen Energiepreise einen höheren Gewinn als bislang erwartet zu erzielen. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) soll ohne Berücksichtigung neuer Partnerschaften bei umgerechnet ungefähr 2,8 Milliarden Euro liegen. Bislang war der Konzern von 2,7 Milliarden Euro ausgegangen. 2021 lag das vergleichbare EBITDA bei 2,1 Milliarden Euro, im ersten Halbjahr 2022 waren es 1,5 Milliarden Euro.

Die Ørsted-Aktie hat am gestrigen Donnerstag nach Bekanntgabe der durchwachsenen Halbjahreszahlen 8,6 Prozent an Wert eingebüßt. Heute steht sie im Tradegate-Handel nahezu unbewegt zum Vortag bei 106,34 Euro (Stand 12.8.2022, 12:02 Uhr). Bis Anfang 2021 war der Kurs stetig gestiegen, danach befand sich die Aktie bis Februar 2022 in einer Korrekturphase. Seitdem geht es mit einigen Schwankungen wieder aufwärts. Auf drei Monate gesehen ist die Aktie 13 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 19 Prozent abgegeben. Auf fünf Jahre gesehen beträgt der Wertzuwachs 153 Prozent.

ECOreporter schätzt die Aussichten von Ørsted weiterhin als gut ein. Der Konzern ist Weltmarktführer bei Offshore-Windparks und baut auch sein Geschäft mit Windparks an Land (Onshore), Solaranlagen, Biogas und Wasserstoff weiter aus. Lieferengpässe und den zunehmenden Wettbewerb mit großen fossilen Energieunternehmen wie RWE oder BP, die verstärkt auf den Erneuerbare-Energien-Markt drängen, managt Ørsted bislang gut.

Die lange zu teure Aktie ist nach den deutlichen Korrekturen seit Anfang 2021 aktuell mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 18 nicht zu teuer für einen Einstieg.

Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Die besten Windaktien – wo sich jetzt der Einstieg lohnt.

Ørsted A/S: 

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