Die Biomethananlage Torgelow gehört laut UDI zu den gut laufenden Biogasanlagen der Unternehmensgruppe. Andere Anlagen erwirtschaften schon seit Jahren nicht die erwarteten Renditen. Den Sanierungsprozess beschleunigt nun eine BaFin-Entscheidung. / Foto: UDI

  Anleihen / AIF, Wachhund

UDI-Interview: Festzins-Anleger sollen auf viele Millionen verzichten - „Wir wollen keine falschen Hoffnungen wecken“

Die Anbieterin der Geldanlage UDI Festzins VI ist insolvent. Bei 13 anderen Tochtergesellschaften plant die Nürnberger UDI-Gruppe einen harten Schuldenschnitt, um weitere Pleiten zu verhindern. Betroffen sind Nachrangdarlehen, in die Privatanleger 129 Millionen Euro investiert haben. Im ausführlichen ECOreporter-Interview erläutert der Marketing-Chef von UDI die Sanierungspläne – und was die Finanzaufsicht BaFin damit zu tun hat.

Es ging alles ganz schnell: Am 29. April eröffnete das Amtsgericht Leipzig ein Insolvenzverfahren für die UDI Energie Festzins VI GmbH & Co. KG. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hatte das Unternehmen aufgefordert, Nachrangdarlehen zeitnah rückabzuwickeln, weil eine Klausel im Darlehensvertrag nach Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ungültig sei. Da die Festzins VI KG das Anlegergeld allerdings 2013 plangemäß an Projektgesellschaften weitergeleitet hatte, die damit Solar- und Biogasanlagen finanzierten, konnte sie das Geld nicht kurzfristig zurückfordern und musste deshalb Insolvenz anmelden. Unternehmensangaben zufolge hat die Insolvenz „womöglich einen Totalverlust der Kapitalanlage für die betroffenen Anleger zur Folge“.


Mit den Festzins-Darlehen wurden vor allem Biogas- und Solaranlagen finanziert. / Foto: UDI

Wenige Tage später erhielten 6.200 Anlegerinnen und Anleger Post von UDI mit einem Vertragsangebot. UDI möchte, dass die Investoren auf 40 bis 87 Prozent ihrer Forderungen aus 13 Nachrangdarlehen verzichten (siehe Tabelle im Premium-Bereich). Dies sei nötig, um bei den Anbietergesellschaften der Darlehen eine Insolvenz zu verhindern, falls die BaFin wie beim Festzins VI eine Rückabwicklung anordnen sollte – auch diese Nachrangdarlehen enthalten die von der BaFin beanstandete Vertragsklausel. Der neue Vertrag sieht zudem vor, dass die Anlegerinnen und Anleger alle Zinsansprüche abtreten und im Falle einer Rückabwicklung ihre restlichen Forderungen zu einem niedrigeren Preis an die UDI-Gruppe verkaufen (siehe Tabelle).

Gläubiger sollen sich schnell entscheiden

Die Anlegerinnen und Anleger haben nicht viel Zeit, sich über das Vertragsangebot Gedanken zu machen: UDI bittet darum, die Vereinbarung bis zum 21. Mai zu unterschreiben. In den letzten Tagen meldeten sich zahlreiche bei UDI investierte Leserinnen und Leser bei ECOreporter und fragten um Rat. Wie die Redaktion das Vertragsangebot nach aktuellem Wissensstand einschätzt, lesen Sie hier.

Um die komplexen Hintergründe des UDI-Angebots auszuleuchten, hat ECOreporter ein ausführliches Interview mit Sven Moormann geführt, dem Head of Marketing and Business Development der UDI-Gruppe. Außerdem wollte die Redaktion von der BaFin wissen, ob weitere Rückabwicklungen von UDI-Gesellschaften drohen.

ECOreporter: Herr Moormann, die UDI Energie Festzins VI GmbH & Co. KG musste Insolvenz anmelden, weil die BaFin eine Nachrangklausel in den Darlehensverträgen für ungültig erklärt hatte. Hätte es nicht ausgereicht, die Darlehensverträge der anderen 13 Festzins-Gesellschaften in diesem Punkt zu ändern? Muss zusätzlich auch zwingend ein Schuldenschnitt erfolgen?

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