Veolia hat den Wettbewerber Suez erfolgreich integriert und wächst weiter. / Foto: imago images, Vincent Isore

  Nachhaltige Aktien

Veolia wächst deutlich im ersten Quartal – Suez-Integration kommt voran

Der französische Umweltdienstleister Veolia hat das erste Quartal 2022 mit nach eigenen Angaben „sehr soliden Ergebnissen“ abgeschlossen. Der Konzern konnte Umsatz und Gewinn deutlich steigern.

Die Zuwächse gingen insbesondere auf die erfolgreiche Übernahme des Wettbewerbers Suez zurück, aber auch auf organisches Wachstum. Vor allem profitierte der Konzern von höheren Energie- und Sekundärrohstoffpreisen. Im Energiesektor tritt Veolia etwa als Besitzer von Stadtwerken oder Produzent von Biogas und -kraftstoffen auf.

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Der Umsatz belief sich auf 9,9 Milliarden Euro, ein Plus von 44,3 Prozent zum Vorjahr, das zum wesentlichen Teil auf die Integration der Suez-Geschäfte zum 19. Januar zurückging. Diese sei mit großer Leichtigkeit gelungen, wie Veolias Vorstandsvorsitzender Antoine Frérot betonte. Suez hatte sich im vergangenen Jahr lange gegen eine Übernahme durch Veolia gewehrt, stimmte letztlich jedoch einem verbesserten Angebot zu.

Organisch, also aus eigener Kraft, wuchs Veolia um 14,7 Prozent. Das zeigt ein Vergleich zum kombinierten Quartal 2021 für die Aktivitäten von Veolia und Suez – also einer Rechnung, die fiktiv von einer Fusion und einem gemeinsamen Geschäft bereits 2021 ausgeht.

Gewinn soll deutlich steigen

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag bei 1,5 Milliarden Euro und wuchs damit um 7,6 Prozent im Vergleich zum kombinierten ersten Quartal 2021. Vor Zinsen und Steuern (EBIT) verdiente Veolia mit 692 Millionen Euro sogar 18 Prozent mehr gegenüber dem kombinierten Vorjahresquartal. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 0,43 Euro je Aktie, was exakt den Erwartungen am Finanzmarkt entsprach.

Seine Prognose für das Gesamtjahr bestätigte der Konzern. So erwartet das Veolia-Management ein "solides organisches Umsatzwachstum", das EBITDA soll organisch zwischen 4 und 6 Prozent wachsen. Unter dem Strich wird ein Nettogewinn von 1,1 Milliarden Euro erwartet. Bis 2024 soll der Gewinn je Aktie um 40 Prozent steigen.

Die Veolia-Aktie ist nach Präsentation der Zahlen an der Heimatbörse Euronext in Paris aktuell 3 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 25,80 Euro (Stand: 13.5.2022, 12:33 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 9,3 Prozent an Wert verloren, im Jahresvergleich ist sie 2,1 Prozent im Plus.

Nach dem langen und lauten Übernahmestreit zwischen Veolia und Suez ging die eigentliche Fusion nun zügig und offenbar plangemäß und ohne weitere Störgeräusche vonstatten. Der Konzern hat starke Aussichten, zumal er im immer wichtiger werdenden Recyclinggeschäft breit aufgestellt ist. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2022 beträgt dennoch eher günstige 16. Anlegerinnen und Anleger können mit einer kleinen Position einsteigen, sollten dabei aber den ECOreporter-Leitfaden für das nachhaltige Investieren in Krisenzeiten beachten.

Veolia Environnement S. A.: 

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