Kann der deutschen Solarbranche ein staatlich vorgegebener Mindeststandard helfen? / Foto: Pixabay

21.11.20 Nachhaltige Aktien , Erneuerbare Energie , Meldungen

Verband UnternehmensGrün fordert mehr Unterstützung für deutsche Solarbranche

Der Bundesverband der grünen Wirtschaft, UnternehmensGrün, fordert bei kommenden EEG-Ausschreibungen einen sogenannten Top-Runner-Ansatz, um hocheffiziente Solarzellen aus Deutschland zu fördern und durch Ansiedlung von Solarfirmen den Strukturwandel in den ehemaligen Braunkohleregionen zu stützen. Eine entsprechende Forderung veröffentlichte der Verband in dieser Woche. Zudem soll Energiesparen für stromintensive Unternehmen verbindlich werden.

Bei einem Top-Runner-Prinzip wird ein bestimmter Gerätestandard für eine Branche verpflichtend für eine Teilnahme am Markt. Populärstes Beispiel ist hier Japan mit Vorschriften zur Energieeffizienz bei Elektrogeräten.

Aus Sicht der nachhaltigen Unternehmen des Mittelstands verschlechtert die aktuelle Novelle zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2021) die Aussichten, dass Unternehmen ihren Energieverbrauch deutlich senken und selber mehr Erneuerbare Energie produzieren.
Die Kritik des Verbandes richtet sich insbesondere

  • auf die Regelungen zum Energiemanagement in den Unternehmen,
  • die Ausschreibungspflicht von kleinen Solaranlagen,
  • fehlende Anreize für den Weiterbetrieb von „ausgeförderten“ Wind- und Solaranlagen und
  • die nicht vorhandene Förderung einer deutschen Solarindustrie, beispielsweise durch den erwähnten Top-Runner-Ansatz für besonders effiziente Solarzellen.

75 Prozent der Treibhausgasemissionen der EU gehen auf den Energieverbrauch zurück. Um die Ziele des europäischen Green Deal zu erreichen, brauche es einen Paradigmenwechsel, um die saubersten und kosteneffizientesten Energielösungen zu implementieren.

Deutschland muss mehr investieren und fördern

Elektrizität werde dabei eine weiter steigende Bedeutung auch in den Sektoren industrielle und häusliche Wärmeversorgung sowie Mobilität bekommen. Aus Sicht von UnternehmensGrün haben die dafür notwendigen Investitionen das Potenzial, die wirtschaftliche Erholung nach der Covid 19-Krise anzukurbeln. Sie könnten Arbeitsplätze schaffen und die Führungsrolle und Wettbewerbsfähigkeit in strategischen Wirtschaftszweigen stärken, die für die ökonomische und soziale Widerstandsfähigkeit Deutschlands von entscheidender Bedeutung seien.

Um das europäische Ziel einer Reduktion von Treibhausgas-Emissionen um mindestens 55 Prozent bis 2030 zu erfüllen, brauche Deutschland einen Anteil von 80 Prozent Grünstrom im Jahr 2030. Die mit der EEG-Novelle 2021 eingeleiteten Schritte seien dafür nicht ausreichend. Insbesondere seien die Annahmen zum künftigen Strombedarf deutlich zu niedrig.

Der Verband kritisierte auch mangelnde Förderung von Solarunternehmen in Deutschland. Die Entwicklung von Solarzellen mit hohem Wirkungsgrad hätte das Potenzial, Deutschland auch als Standort für Modul-Produzenten attraktiv zu machen. Dem Schweizer Unternehmen Meyer Burger seien für den geplanten Aufbau einer Modulfertigung in Deutschland aber nicht einmal Kreditbürgschaften vom Wirtschaftsministerium gewährt worden.

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