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Vestas weiter in den roten Zahlen, senkt Prognose

Der dänische Windradbauer Vestas hat auch das dritte Quartal 2022 erwartungsgemäß mit einem Verlust abgeschlossen und korrigiert seine Jahreserwartungen nach unten. Hoffnung macht der hohe Auftragsbestand.

Vestas setzte von Juli bis September 3,9 Milliarden Euro um. Das sind 29 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich blieb dem Konzern ein Nettoverlust von 147 Millionen Euro. Im dritten Quartal 2021 hatte Vestas einen Gewinn von 116 Millionen Euro eingefahren.

Auslieferungen fast halbiert

Das Management führt die schwachen Zahlen auf Projektverzögerungen, Störungen in den Lieferketten und die hohe Inflation zurück. Vestas lieferte im dritten Quartal nur Windkraftanlagen mit einer Kapazität von knapp 3,6 Gigawatt aus. Ein Jahr zuvor waren es 6 Gigawatt.

Nach neun Monaten hat Vestas in diesem Jahr 9,7 Milliarden Euro umgesetzt. 2021 waren es im gleichen Zeitraum 11 Milliarden Euro. Der bisherige Jahresverlust beträgt 1 Milliarde Euro. Im Vorjahr wies Vestas Ende September einen Nettogewinn von 135 Millionen Euro aus.

Wegen des schwachen dritten Quartals geht der Konzern jetzt nur noch von einem Jahresumsatz zwischen 14,5 und 15,5 Milliarden Euro aus. Bislang lag die Prognose bei 14,5 bis 16 Milliarden Euro. Die Ergebnismarge vor Zinsen und Steuern (EBIT-Marge) soll bei minus 5 Prozent liegen. Bisher hatte Vestas mit 0 bis minus 5 Prozent kalkuliert. Im dritten Quartal betrug die EBIT-Marge minus 3,2 Prozent.

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Positiv entwickelte sich in den letzten Monaten der Auftragsbestand. Er liegt Stand Ende September bei 50,9 Milliarden Euro, wovon 32,8 Milliarden Euro auf Serviceverträge entfallen. Vor einem Jahr hatte Vestas Aufträge im Wert von 47,3 Milliarden Euro.

Am Finanzmarkt waren die schlechten Quartalszahlen erwartet worden. Die Vestas-Aktie notiert aktuell an der Frankfurter Börse nahezu unverändert zum Vortag bei 19,92 Euro (Stand 2.11.2022, 9:03 Uhr).  

Minus 48 Prozent im Jahresvergleich

Die Aktie befindet sich seit Anfang 2021 in einer Abwärtsbewegung. Im Jahresvergleich hat sie 48 Prozent verloren. Zuletzt ging es wieder leicht bergauf, seit Anfang Oktober ist der Kurs um 5,3 Prozent gestiegen. Auf drei Jahre notiert er 35 Prozent im Plus.

Wie alle Windanlagenbauer leidet Vestas derzeit unter hohen Rohstoff- und Logistikkosten – und dem Problem, dass die gestiegenen Kosten aufgrund von langfristig garantierten Preisen nur teilweise an die Kunden weitergegeben werden können. ECOreporter sieht bei Vestas aber weiterhin die stabilsten Bedingungen aller börsennotierten Windanlagenbauer. Der Konzern hat ein sehr umfangreiches Service-Geschäft, das verlässliche Einnahmen garantiert, und ist finanziell vergleichsweise robust aufgestellt.

Wer bereits investiert ist, sollte die derzeitige Ergebniskrise und die Kursschwankungen aussitzen. Die Margen des Unternehmens waren vor der Corona-Krise auf gutem Niveau und sollten sich langfristig wieder erholen. Zu einem Neueinstieg rät ECOreporter aktuell allerdings nur risikofreudigen Anlegerinnen und Anlegern. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt bei soliden 1,3, die mittelfristige Entwicklung der Aktie lässt sich momentan aber nur schwer prognostizieren.

Lesen Sie auch: Die besten Windaktien - wo sich jetzt der Einstieg lohnt.

Vestas ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie der Kategorie Nachhaltige Mittelklasse. Ein Unternehmensporträt finden Sie hier.

Mehr zur Entwicklung der Mittelklasse-Favoriten-Aktien erfahren Sie in unserem Dossier Langfristig gut investiert – diese nachhaltigen Mittelklasse-Aktien sind aktuell empfehlenswert.

Vestas Wind Systems A/S: 

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