Nachhaltige Aktien

Windanlagenbauer Siemens Gamesa geht von der Börse

Die Aktionäre der Siemens Gamesa Renewable Energy S.A. haben gestern erwartungsgemäß beschlossen, das deutsch-spanische Unternehmen von der Börse zu nehmen. Was bedeutet das für Anlegerinnen und Anleger, die noch Aktien der Siemens Energy-Tochter halten?

Bei der außerordentlichen Hauptversammlung von Siemens Gamesa im spanischen Bilbao stimmten mehr als 98 Prozent der vertretenen Aktionäre für den Börsenabschied. Damit der Aktienhandel eingestellt werden kann, bedarf es jetzt nur noch einer formalen Genehmigung der spanischen Wertpapieraufsicht CNMV.

„Der Rückzug von der Börse wird dem Unternehmen helfen, sich voll auf die Lösung der operativen Probleme zu konzentrieren“, sagte gestern Siemens Energy-Chef Christian Bruch. „Das ist wichtig, um Siemens Gamesa wieder auf Kurs zu bringen. Ich begrüße die Entscheidung der Aktionär*innen, uns bei unseren Bemühungen zu unterstützen, das Unternehmen wieder profitabel zu machen.“

Siemens Energy muss die Margenprobleme die Tochter lösen

Siemens Gamesa hat schon seit längerer Zeit Margenprobleme. Die hohen Verluste des Unternehmens belasteten zuletzt auch die Ergebnisse von Siemens Energy und deren Muttergesellschaft, der Münchener Siemens AG (ECOreporter berichtete unter anderem hier). Siemens Energy hat in den letzten Monaten für 18,05 Euro je Aktie fast alle ausstehenden Aktien von Siemens Gamesa aufgekauft und will den Windradhersteller künftig als eine Sparte im Konzernverbund führen.

Siemens Energy besaß zuletzt knapp 93 Prozent der Anteile an Siemens Gamesa. Aktionäre haben auch weiterhin die Möglichkeit, ihre Aktien für je 18,05 Euro an Siemens Energy zu verkaufen. Tun sie dies nicht, wird Siemens Energy die Papiere wahrscheinlich zwangsweise einziehen und eine Entschädigung in Höhe des aktuellen Angebotspreises zahlen.

Die Siemens Gamesa-Aktie kostet seit Veröffentlichung der Übernahmepläne Mitte Mai konstant um die 18 Euro. Gestern lag der Kurs im Tradegate-Handel bei 18,045 Euro (25.1.2023, 16:58 Uhr). Im Jahresvergleich hat die Aktie 6 Prozent gewonnen, auf fünf Jahre liegt sie 39 Prozent im Plus. Nennenswerte Kursveränderungen wird es bis zur endgültigen Einstellung des Börsenhandels vermutlich nicht mehr geben.

Welche Unternehmen aus der Windenergiebranche ECOreporter derzeit als aussichtsreich einschätzt, erfahren Sie hier: Die besten Windaktien - wo sich jetzt der Einstieg lohnt.

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