Politik und Bürokratie drohen den Windkraftausbau auszubremsen. / Foto: Pixabay

  Erneuerbare Energie, Meldungen

Windkraftausbau kommt voran – aber nicht schnell genug

Im ersten Halbjahr 2026 sind in Deutschland mehr Windräder ans Stromnetz angeschlossen worden. Die Ausbauziele für dieses Jahr dürften aber klar verfehlt werden.

Nach Angaben von Branchenverbänden sind in Deutschland in der ersten Jahreshälfte 423 Windräder mit einer Gesamtleistung von etwa 2,36 Gigawatt (GW) in Betrieb gegangen. Das sind 7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Abzüglich stillgelegter Anlagen stieg die Stromerzeugungskapazität um ungefähr 1,9 GW. Den stärksten Zubau gab es in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Windparks auf hoher See sind in der Statistik nicht erfasst.

Es fehlen 14 Gigawatt

Ende Juni drehten sich in Deutschland rund 29.250 Windräder mit insgesamt etwa 70 GW. Das im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für 2026 festgelegte Ausbauziel von 84 GW dürfte damit nicht mehr zu erreichen sein.

Laut Branchenvertretern dauert es derzeit mehr als zweieinhalb Jahre, bis ein genehmigtes Windrad errichtet und ans Stromnetz angeschlossen ist. Das liege unter anderem an Problemen beim Netzanschluss und an Verzögerungen bei Genehmigungen für die Schwerlasttransporte, mit denen die Windradteile zu den Baustellen gebracht werden. Weiteren Gegenwind befürchtet die Branche durch die Pläne von Bundeswirtschaftsministerin Reiche, Entschädigungszahlungen für Zeiten abzuschaffen, in denen Windräder wegen überlasteter Netze abgeschaltet werden müssen.

Windkraft war im ersten Halbjahr mit einem Anteil von 23 Prozent die wichtigste Stromquelle in Deutschland.

Lesen Sie auch die jeweils zweiteiligen ECOreporter-Übersichten zu Windaktien und zu Solaraktien.

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