Die staatliche Prämie für den Kauf eines Elektroautos wird verdoppelt. / Foto: Tesla

  Erneuerbare Energie, Meldungen

Bundesregierung deckelt EEG-Umlage, mehr Förderung für Wasserstoff und E-Autos

Die Bundesregierung hat wegen der Corona-Krise ein 130 Milliarden Euro schweres Konjunkturpaket beschlossen. Neben der vorübergehenden Senkung der Mehrwertsteuer für sechs Monate auf 15 beziehungsweise 5 Prozent und einem Kinderbonus von 300 Euro betreffen die Maßnahmen auch Klimaschutz und Energiewende. Für die lange geforderte Abschaffung des Solardeckels gibt es nun einen Termin.

So gibt es etwa Änderungen für die EEG-Umlage. Diese drohte im kommenden Jahr auf ein Rekordniveau zu steigen – davor hatte unter anderem der Thinktank Agora Energiewende gewarnt und die Politik zum Handeln aufgefordert.

Durch einen Zuschuss aus Bundesmitteln wird die EEG-Umlage für 2021 nun auf 6,5 Cent pro Kilowattstunde (kWh) und im Jahr 2022 auf 6,0 Cent/kWh gedeckelt. Aktuell liegt die Umlage bei 6,756 Cent/kWh. Trotz dieser Reduzierung ist von einem leichten Strompreisanstieg auszugehen. Dies wird an voraussichtlich steigenden Netzentgelten liegen.

Nationale Wasserstoffstrategie

50 Milliarden Euro umfasst ein sogenanntes Zukunftspaket. Damit soll die öffentliche wie auch die Forschung in Unternehmen unterstützt werden. Umfassende Maßnahmen sind zudem vor allem im Bereich Mobilität geplant. So wird die KFZ-Steuerbefreiung von Elektroautos, die bis 2025 galt, bis 2030 verlängert. Die Prämie beim Neukauf von Elektroautos und Plugin-Hybriden wird verdoppelt.

Ein Elektroauto mit einem Nettolistenpreis von 40.000 Euro wird nun von staatlicher Seite mit 6.000 Euro gefördert. Die Prämien der Hersteller bleiben davon unberührt. Die lange diskutierten Kaufprämien für Verbrenner wird es nicht geben. 2,5 Milliarden Euro sollen in den Ausbau der Ladeinfrastruktur fließen und die Batteriezellenforschung stärken.

Erste Eckpunkte gibt es auch für die geplante nationale Wasserstoffstrategie. Demnach setzt sich Deutschland das Ziel, Wasserstoff-Kapazitäten von 5 Gigawatt bis 2030 aufzubauen und weitere 5 Gigawatt bis 2035 oder spätestens 2040. Grüner Wasserstoff soll von der EEG-Umlage befreit werden.

Wasserstoff ist aus Sicht von ECOreporter ein schwieriges Thema. Während Aktienkurse von Branchenunternehmen derzeit wieder einmal in die Höhe schießen, bleibt das reale Geschäft in den roten Zahlen, und ein Massenmarkt für Wasserstoff als Energieträger ist noch nicht in Sicht.

Einen festen Termin gibt es nun für die Abschaffung des 52-GW-Solardeckels. Am 18. Juni soll das Gesetz vor der politischen Sommerpause beschlossen werden.

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