Cisco muss eine Milliardenstrafe nicht zahlen. / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten

Cisco entgeht Milliardenstrafe wegen Patentverletzungen

Der US-Netzwerkausrüster Cisco hat es geschafft, eine Zahlung in Höhe von 2,5 Milliarden US-Dollar wegen Patentverletzungen aufgrund einer Formalität zu vermeiden. Der Fall geht auf das Jahr 2018 zurück, als das Unternehmen Centripetal Networks behauptete, Cisco habe Technologien gestohlen, die Centripetal Cisco im Rahmen einer Geheimhaltungsvereinbarung offengelegt hatte.

Eine anschließende Klage hatte Centripetal gewonnen. Der zuständige US-Bezirksrichter Henry Morgan bezeichnete das Verhalten von Cisco als "vorsätzlich und ungeheuerlich" und verurteilte das Unternehmen zu Geldstrafen und Lizenzgebühren in Höhe von mehr als 2 Milliarden US-Dollar. Doch dieser Richter ist nun die Hauptfigur in einer Affäre, die dafür sorgt, dass Cisco das Geld nicht zahlen muss.

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Während der Verhandlung erfuhr der Richter, dass seine Frau Cisco-Aktien im Wert von fast 5.000 US-Dollar besaß, was einen potenziellen Interessenkonflikt darstellt. Der Richter und seine Frau machten dies öffentlich und übertrugen die Aktien auf einen Blind Trust. Dabei handelt es sich um die Treuhand-Verwaltung eines Vermögens, bei dem der Verwalter die volle Entscheidungsfreiheit über das Vermögen hat und die Berechtigten keine Kenntnisse über die Bestände verfügen.

Im Anschluss entschied Richter Morgan dann zugunsten von Centripetal. Er erklärte, dass die meisten seiner Überlegungen in diesem Fall angestellt worden waren, lange bevor er erkannte, dass die Aktien ein Problem darstellen könnten.

Gericht entscheidet auf Interessenkonflikt

Cisco legte dennoch Berufung ein. Entscheidend war laut den Anwälten des Konzerns die Frage, ob das Festhalten an den Aktien einen "harmlosen Fehler" darstellt, der entschuldigt werden kann. Oder einen Interessenkonflikt, der nicht zu ignorieren ist.

Ein Bundesgericht entschied schließlich, dass ein Interessenkonflikt vorlag. Dies sei der Fall, obwohl die Entscheidung zum Nachteil Ciscos ausfiel. Gegen dieses Urteil legte wiederum Centripetal Berufung vor dem Surpreme Court ein, dem obersten Gericht der USA.

Am gestrigen Montag lehnte der Oberste Gerichtshof einen Antrag auf Anhörung des Falles nun ab. Damit ist das Urteil gegen Cisco aufgehoben, und der Konzern entgeht der Strafzahlung.

Trotz der guten Nachrichten schloss die Cisco-Aktie im gestrigen Handel an der Heimatbörse Nasdaq 0,7 Prozent im Minus. Aktuell notiert sie im Tradegate-Handel zum Vortag 0,5 Prozent im Plus, bei einem Preis von 47,30 Euro (Stand: 6.12.2022). Auf Monatssicht hat die Aktie 6,2 Prozent an Wert gewonnen, im Jahresvergleich ist sie 6,3 Prozent im Minus.

Cisco richtet seine Geschäfte aktuell neu aus und verlagert den Fokus von Hardware auf Angebote in den Bereichen Unternehmensnetzwerke, Sicherheit und digitale Plattformen. Der Konzern will deshalb etwa 4.000 Angestellte entlassen und die Stellen neu besetzen. Bis 2025 möchte Cisco etwa die Hälfte seines Umsatzes mit Software- und Service-Abos erzielen.

Der Umsatzanteil aus Abonnements lag zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres bereits bei deutlich über 40 Prozent. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2022/23 (August bis Oktober) liefen die Geschäfte ordentlich und übertrafen die Erwartungen. Hinzu kommt eine optimistische Prognose für das Gesamtjahr.

Allerdings bleiben bei Cisco Risiken, etwa durch mögliche neue Engpässe bei Halbleitern. Die Aktie ist mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15 daher kein Schnäppchen, nach Einschätzung von ECOreporter aber noch vertretbar bewertet. Ein Einstieg kann sich auf lange Sicht lohnen. Für die Aktie spricht auch die hohe erwartete Dividendenrendite von 3,4 Prozent.

Cisco ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Reihe Dividendenkönige. Zum ausführlichen Unternehmensporträt gelangen Sie hier.

Lesen Sie auch: Nachhaltige Dividendenkönige - bei diesen Aktien bieten sich jetzt Kaufgelegenheiten.

Informationen zu aussichtsreichen Halbleiter-Aktien finden Sie hier: Nach deutlichen Kursverlusten - welche nachhaltigen Halbleiter-Aktien sind jetzt attraktiv?

Cisco Systems Inc.:  

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