Clearway Energy erwartet, seine Ausbauziele im laufenden Jahr zu erfüllen. / Foto: Pixabay

  Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie

Clearway Energy steigert Umsatz, hebt Prognose an

Der US-Ökostromerzeuger Clearway Energy hat im ersten Halbjahr 2025 den Umsatz gesteigert, jedoch einen Gewinnrückgang verbucht. Seine Jahresprognose hebt der Konzern zumindest am unteren Ende leicht an, zudem hält Clearway an seinen Ausbauzielen fest.

Von Januar bis Juni erzielte Clearway laut Halbjahresbericht einen Umsatz von 690 Millionen US-Dollar, rund 10 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Ausschlaggebend für den Umsatzanstieg waren vor allem höhere Erträge aus neu in Betrieb genommenen Projekten.

Prognose leicht angehoben

Das Ergebnis litt gleichzeitig unter niedrigeren Strommarktpreisen und schwächeren Windverhältnissen. Der Nettogewinn sank daher von 49 Millionen auf 37 Millionen Dollar. Die für eine Ausschüttung verfügbaren Barmittel (Cash Available for Distribution, CAFD) lagen für die ersten sechs Monate bei 229 Millionen Dollar, 10 Millionen Dollar weniger als im Vorjahr. Das CAFD ist das Geld, das der Konzern für die Ausschüttung seiner Dividenden nutzen kann.

Clearway Energy ist ein sogenanntes Yieldco. Das Geschäftsmodell des Unternehmens besteht ausschließlich darin, Strom zu erzeugen und zu verkaufen. betreibt vor allem Wind- und Solarkraftwerke. Die Gesamtkapazität an Erneuerbarer Energie liegt, inklusive Batteriespeichern, aktuell bei rund 9 Gigawatt (GW). Daneben betreibt Clearway Energy noch Erdgaskraftwerke mit einer Gesamtleistung von knapp 2,5 GW, dieser Bestand wird aber nicht mehr ausgebaut.

Mehr über Yieldcos lesen Sie im ECOreporter-Dossier Grüner Strom, hohe Dividenden: Das bieten Yieldco-Aktien. Lesen Sie auch die zweiteiligen ECOreporter-Übersichten zu Windaktien und zu Solaraktien.

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Die Dividende hob der Konzern trotz des Rückgangs um 1,6 Prozent auf 0,4456 Dollar je Aktie an. Für das Gesamtjahr will der Konzern 1,7824 Dollar je Aktie ausschütten. Damit ergibt sich beim aktuellen Kurs eine Dividendenrendite von 6,3 Prozent.

Für das Gesamtjahr zeigt sich Clearway dennoch etwas optimistischer. Der Konzern rechnet nun mit einem bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 1,20 bis 1,235 Milliarden US-Dollar. Zuvor lag die Prognose bei 1,195 bis 1,235 Milliarden Dollar.

Beim Nettoergebnis hatte Clearway zuvor höchstens erwartet, einen Verlust vermeiden zu können. Nun liegt die Prognose in der Spanne von einem Verlust von 32 Millionen Dollar bis zu einem Gewinn von 8 Millionen Dollar.

Gleichzeitig hält Clearway an seinem Ziel fest, 2025 rund 1,4 Gigawatt an zusätzlicher Erzeugungskapazität aus Wind- und Solarenergie zu installieren. Über zwei Drittel davon befanden sich laut Unternehmen zur Jahresmitte bereits im Bau oder kurz vor der Fertigstellung.

Anfang August gab Clearway ein sogenanntes At-the-Market-Offering (ATM) über bis zu 100 Millionen US-Dollar bekannt. Dabei will das Unternehmen flexibel über einen längeren Zeitraum hinweg neue C-Aktien am freien Markt platzieren, um Eigenkapital für Investitionen oder den Schuldenabbau zu beschaffen.

Von der Clearway-Energy-Aktie gibt es A-Aktien und C-Aktien. Die von ECOreporter betrachtete A-Aktie entspricht in etwa einer Stammaktie nach deutschem Aktienrecht und ermöglicht es Inhaberinnen und Inhabern, ihr Stimmrecht auf Hauptversammlungen auszuüben. Bei einer C-Aktie gibt es kein Stimmrecht.

Aktienplatzierungsprogramm sorgt für schlechte Stimmung

Die Ankündigung des ATM-Programms sorgte für schlechte Stimmung am Markt, Analysten befürchten eine Verwässerung der bestehenden Aktien. Sind mehr Aktien am Markt, verteilt sich auch der Gewinn über eine größere Zahl von Anteilsscheinen.

Nachdem die Clearway-Aktie auf die Quartalszahlen zunächst positiv reagiert hatte, brach der Kurs nach Ankündigung des ATM-Programms zwischen Dienstag und Donnerstag um 9 Prozent ein. Am Freitag schloss die A-Aktie 0,8 Prozent im Plus zum Vortag bei 24,20 Euro (Stand: 9.8.2025, 19:05 Uhr). Im Monatsvergleich hat die Aktie 5,5 Prozent nachgegeben, auf Jahressicht legte sie 0,8 Prozent zu.

Clearway baut seinen Anlagenbestand konsequent aus und setzt zum überwiegenden Teil auf grünen Strom. Den Erdgasanteil am Geschäft hält ECOreporter für akzeptabel, da das Geschäft absehbar weiter sinken wird.

Yieldcos haben den Vorteil, dass die Unternehmen kein Risiko bei der Projektentwicklung und dem Bau von Anlagen tragen. Dafür sind sie von schwankenden Strompreisen abhängig, auch wenn Konzerne wie Clearway versuchen ihre Geschäfte über Verträge mit Großabnehmern (sogenannte Power Purchase Agreements, PPAs) abzusichern.

Hinzu kommt das Risiko der aktuellen US-Politik. Clearway spricht mögliche Probleme hier zwar nicht direkt an, der Konzern nannte in der Vergangenheit aber regulatorische Unsicherheiten, Zinspolitik sowie die Verfügbarkeit von Kapital als zentrale Herausforderungen.

Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Clearway-Aktie ist mit 41 für 2025 hoch. Nach Einschätzung von ECOreporter ist das Papier trotz der attraktiven Dividende aktuell zu teuer für einen Einstieg – auch wegen der Unsicherheiten in Nordamerika.

Clearway Energy Inc. Registered Shares A: ISIN: US18539C1053 / WKN: A2N5TZ

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