Bei aller berechtigten Kritik: Ohne demokratisch gewählte Parlamente (hier der Berliner Reichstag) dürfte die Klimawende nicht zu schaffen sein. / Foto: Pixabay

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Magazin-Editorial - Die Basis: Demokratie

Man könnte es triumphierend verkünden: Ob Corona, Krieg oder Energiekrise – das alles lässt die Börse nur leicht erzittern, sie schüttelt sich kurz, und die Kurse streben wieder nach oben.


Dieser Artikel ist das Editorial des neuen ECOreporter-Magazins, das Sie direkt bei uns bestellen können. / Foto: ECOreporter

Das gilt nicht nur für konventionelle Konzerne, das gilt auch für nachhaltige Aktien. Schauen Sie in unserem neuen gedruckten ECOreporter-Magazin in unsere Aktientipps, in die Fonds- oder ETF-Tests: Es sind gute Zeiten für die Geldanlage. Manchmal mit Unterbrechungen, aber der Trend ist insgesamt freundlich.

Für Triumphstimmung ist dennoch kein Platz. Denn die Herausforderungen wachsen mindestens so schnell wie die Lösungen. Das gilt für die Klimakatastrophe, und das gilt nun sichtbar für etwas, das wir alle wohl lange als viel zu selbstverständlich eingeschätzt haben: die Demokratie.

Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs Anfang der 1990er-Jahre sah es aus, als wüchse die Anzahl demokratischer Staaten wie von selbst. Und als demokratisiere sich jede bestehende Demokratie von Jahr zu Jahr stärker. Realität heute: Es werden weniger Demokratien. Und selbst in stabil scheinenden Demokratien kommen per demokratischer Wahl Leute an die Macht, die nicht demokratisch sind, sondern faschistoid.

Ohne den Rechtsstaat keine Nachhaltigkeit

Was das mit nachhaltiger Geldanlage zu tun hat? Schlicht alles. Unternehmen und ja, auch der gesamte Kapitalismus einschließlich der Börse, sie brauchen beispielsweise den Rechtsstaat, der Kernelement einer Demokratie ist. Also die Möglichkeit, vor einem neutralen Gericht die eigenen Rechte klären zu lassen. Das ist nicht nur wichtig, wenn Menschenrechte missachtet werden, sondern auch, wenn das Kleinunternehmen sein Patent gegen den Großen verteidigen will. Oder wenn der eine Konzern unter den Machenschaften des korrupten anderen leidet.


ECOreporter-Chefredakteur Jörg Weber. / Foto: ECOreporter

Nur: ohne Demokratie kein Rechtsstaat, ohne Rechtsstaat weder geordnetes Wirtschaftsleben noch Nachhaltigkeit. Das bedeutet: Wenn die Demokratie unterhöhlt wird, dann richtet das auf Dauer auch die Marktwirtschaft zugrunde und damit gleich alle Möglichkeiten, diese Marktwirtschaft sozial und insgesamt nachhaltig zu gestalten oder darin nachhaltig zu investieren.

Wenn wir ehrlich sind, dann hat alles bisherige Streben nach einer nachhaltigen Geldanlage die Demokratie als naturgegebene Grundlage betrachtet. Besonders in Deutschland, wo die soziale Marktwirtschaft schon im Grundgesetz verankert ist. Es ist nun Zeit, dass auch der Finanzmarkt kapiert, was er der Demokratie verdankt, und an ihrer Seite steht in einer Phase, in der die Demokratie angegriffen wird.

Alles Gute und viel Zuversicht!

Jörg Weber, Chefredakteur ECOreporter

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