ECOreporter empfiehlt anlässlich der Weltklimakonferenz drei grüne Investments. / Foto: Pixabay

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Drei ECOreporter-Redakteure, drei Tipps für klimaschonende Geldanlagen

Seit Sonntag läuft im ägyptischen Scharm el-Scheich die UN-Weltklimakonferenz. 200 Staaten debattieren bis 18. November über die Erderhitzung. Drei ECOreporter-Redakteure stellen aus diesem Anlass drei sehr unterschiedliche Investments zum Thema Klima vor.

In den Medien wird die Konferenz in der Regel COP27 genannt. COP steht für "Conference of the Parties", zu deutsch "Konferenz der Parteien". Diese "Parteien" sind die Staaten, die die sogenannte Klima-Rahmenkonvention unterschrieben haben, die "United Nations Framework Convention on Climate Change". In Ägypten treffen sich diese Staaten nun zum 27. Mal – daher COP27. Zum ersten Mal fand das Treffen übrigens 1995 in Bonn statt. Leiterin war damals eine Umweltministerin namens Angela Merkel.

Geringe Erwartungen

Das Ziel der Konferenz ist seit 2015, die Erderhitzung auf 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Experten halten das allerdings bereits jetzt für kaum noch möglich – denn wir sind schon bei einem Plus von 1,1 Grad.

Hauptursache: Kohle, Öl und Gas stehen bei der Energieversorgung im Vordergrund, und bei der Verbrennung entstehen weiter die Gase, die den Treibhauseffekt verursachen. Besserung ist nicht in Sicht: Die CO2-Emissionen werden weiter steigen.

Dabei dürften die globalen Emissionen laut Weltklimarat IPCC eigentlich nur noch bis 2025 zunehmen, dann müssen sie drastisch sinken. Was aber beispielsweise China nicht mitmachen will. Was würde helfen? Kurz gesagt: Energie sparen und fossile Energie durch Erneuerbare ersetzen – schnell und in großem Maßstab. Besser gesagt: Sehr schnell und in sehr, sehr großem Maßstab.

Drei ECOreporter-Redakteure stellen im Premium-Bereich dieses Artikels drei sehr unterschiedliche Finanzprodukte vor, die in Richtung Klimaschonung gehen. Transparenzhinweis: Kein Redakteur hat selbst in diese Finanzprodukte investiert. Das verbieten die ECOreporter-Redaktionsrichtlinien.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Ørsted: Die Ökostrom-Aktie hat Potenzial, urteilt ECOreporter-Chefredakteur Jörg Weber

Der dänische Energiekonzern Ørsted ist Weltmarktführer bei der Stromerzeugung aus Offshore-Windkraft, also bei Windanlagen auf dem Meer. Ørsted erzeugte im ersten Halbjahr 2022 93 Prozent seiner Energie aus regenerativen Quellen, vor allem aus Windkraft. Da der Wind bekanntlich kostenlos arbeitet, muss Ørsted für die Stromproduktion kaum mehr zahlen als früher, verdient damit aber wegen der stark gestiegenen Energiepreise deutlich mehr Geld. Der Gewinn verdoppelte sich in den ersten neun Monaten im Vergleich zum Vorjahr auf 96,6 Milliarden Dänische Kronen (13 Milliarden Euro).

Zwar ist auch bei Ørsted nicht alles rosarot: Verzögerte Kraftwerksprojekte und hohe Abschreibungen drückten Anfang 2022 das Ergebnis, die Margen sanken. Aber das Unternehmen hat sehr gute Aussichten. Beispielsweise wird es die deutschen Windparks Borkum Riffgrund 3 (mit 900 Megawatt Leistung) und Gode Wind 3 (242 Megawatt) errichten. Das sind weitere Schritte zum Ziel des Konzerns, mit Milliardeninvestitionen zum weltgrößten Ökostromproduzenten zu werden. Dazu gehören auch Geschäftsbereiche wie grüner Wasserstoff und nachhaltiges Methanol, das als Treibstoff dienen kann.

Ab 2025 will Ørsted zudem pro Jahr 400.000 Tonnen CO2 abscheiden und unter der Nordsee lagern. Insgesamt ein solides grünes Großunternehmen. Die Aktie ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 16 beim Börsenkurs von 86,90 Euro (Stand: 9.11.2022, 17:01 Uhr) ein aussichtsreiches langfristiges Investment. Bis zu einem KGV von 25 kann sich hier ein Einstieg weiter rechnen.

Erste Stock Environment: Für ECOreporter-Redakteur Michael Rensen der attraktivste Klimafonds

Eines gleich vorweg: Wer den Aktienfonds Erste Stock Environment kauft, investiert nicht in Klimaschutzprojekte. Denn das Geld für die Fondsanteile geht nicht an die Unternehmen im Fonds, sondern an die Verkäuferin beziehungsweise den Verkäufer der Anteile. Also keine direkte Klimawirkung – wie bei allen Fonds und ETFs. Aber: Wer sich langfristig an nachhaltigen Unternehmen beteiligt, trägt dazu bei, dass ihre Aktienkurse weniger stark schwanken und die Firmen sich besser auf ihr grünes Tagesgeschäft konzentrieren können. Also zum Beispiel auf Produkte, die die Klimawende voranbringen.

Solche Unternehmen finden sich im Erste Stock Environment viele, etwa die Erneuerbare-Energien-Konzerne Vestas und Encavis, der Dämmstoffspezialist Steico oder der Wärmepumpenhersteller Nibe. Und der Fonds leistet noch mehr: Die österreichische Sparkassengruppe Erste, die ihn aufgelegt hat, beteiligt sich an Neuemissionen von nachhaltigen Aktien. Da fließt dann tatsächlich Anlegergeld direkt ins jeweilige Unternehmen. Zudem stimmt die Erste auf Hauptversammlungen zu Nachhaltigkeitsthemen ab und wirkt auf Unternehmen ein, wenn es Probleme mit der Nachhaltigkeit gibt. Beispielsweise bei der Klimabilanz.

Der Erste Stock Environment ist der bislang beste von ECOreporter getestete Aktienfonds (Nachhaltigkeitsnote 1,4). Auch finanziell ragt er heraus: Auf fünf Jahre gesehen hat er (beziehungsweise sein Mutterfonds Erste WWF Stock Environment, den er vollständig abbildet) mehr als 100 Prozent zugelegt. Auf zehn Jahre sind es sogar fast 300 Prozent. Ein Klima-Investment, das in jeder Hinsicht überzeugen kann.

Unseren ausführlichen Test des Fonds finden Sie hier.

Der BNP Paribas Easy MSCI World SRI: Dieser hellgrüne ETF ist schon ein Fortschritt, sagt ECOreporter-Redakteur Lucas Fuhr

Der BNP Paribas Easy MSCI World SRI (ISIN: LU1291108642) investiert überwiegend konventionell, hält Aktien von Unternehmen wie Coca-Cola und dem US-Industriekonzern Ball, der auch Rüstungskomponenten produziert. Sein Anbieter, die französische Großbank BNP Paribas, finanziert fossile Energie und Waffen. Und dieser ETF soll eine grüne Empfehlung sein? Ja. Denn das Aktienpaket des ETFs ist zwar ein Kompromiss. Aber gerade solche Kompromisse können aktuell weiterhelfen.

So bietet der ETF mit seinen 339 Aktien eine relativ breit aufgestellte Anlagemöglichkeit, verzichtet dabei aber aktuell vollständig auf Investments in fossile Energie. Die wären auch nur eingeschränkt möglich. Geld mit der Förderung von Kohle, Öl oder Gas zu verdienen, ist für Unternehmen im ETF sogar komplett tabu. Stattdessen sind mehrere ECOreporter-Favoriten-Aktien mit vorbildlicher Nachhaltigkeitsbilanz vertreten.

Zudem nutzt die BNP Paribas ihr Stimmrecht immerhin auch, um Einfluss bei Nachhaltigkeitsthemen zu nehmen. In einem jährlich erscheinenden Stewardship-Report bietet der Finanzkonzern eine allgemeine Übersicht über Richtlinien und konkretes Abstimmungsverhalten. ECOreporter konnte im ETF-Test letztlich ein positives Nachhaltigkeitsfazit ziehen und immerhin die Note 3,3 vergeben. Damit eignet der ETF sich als hellgrüne Variante für Menschen, die sich an das Thema nachhaltige Geldanlage herantasten.

Finanziell hat sich der BNP Paribas Easy MSCI World SRI gut entwickelt. Auf Jahressicht liegt er auf dem Niveau des weltweiten Referenzindex MSCI World, also leicht im Minus. Der Index bildet die Wertentwicklung von mehr als 1.600 Aktien aus 23 Industrieländern ab. Auf drei und fünf Jahre gesehen schlägt der ETF den MSCI World deutlich.

Zum ausführlichen Test gelangen Sie hier.

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