Der Mensch beutet die Erde aus - eine Folge ist der Klimawandel. ECOreporter stellt Ideen für Investments in ressourcenschonende Unternehmen vor. / Foto: Pixabay

  Nachhaltige Aktien, Fonds / ETF

Earth Overshoot Day 2022: Drei Geldanlage-Tipps für eine nachhaltigere Zukunft

Ein trauriger Tag: Heute, am 4. Mai, hat Deutschland bereits alle Ressourcen verbraucht, die die Natur hierzulande in diesem Jahr regenerieren kann. ECOreporter-Redakteure stellen drei Investments in Unternehmen vor, die schonender mit der Umwelt umgehen wollen.

Benzin tanken, Fleisch essen, Wälder roden, aus Kohle Strom gewinnen – all das trägt dazu bei, unseren Planeten schneller auszubeuten, als er sich erholen kann. Der Earth Overshoot Day (deutsch: Erdüberlastungstag) gibt an, wann wir aufgebraucht haben, was eigentlich bis Ende des Jahres reichen sollte. Es geht dabei nicht nur um CO2, sondern auch um Fischbestände, Vegetation, in einigen Ländern auch um Wasser.

Die Erde ist immer früher erschöpft

Der Earth Overshoot Day, ermittelt vom Global Footprint Network, war 1970 noch ein unbedeutender Tag Ende Dezember. Die Erde konnte damals noch fast alles wiederherstellen, was der Mensch verbrauchte. Mittlerweile ist der weltweite Earth Overshoot Day der 29. Juli (Stand 2021, für 2022 wird er derzeit berechnet). Im eher ressourcenarmen Deutschland fällt der Erdüberlastungstag 2022 auf den 4. Mai. Alarmierend früh im Jahr.

Um unserem Planeten wieder mehr Zeit zur Erholung zu geben, braucht es unter anderem einen massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien, eine globale Kreislaufwirtschaft und nachhaltigeren Konsum. Drei ECOreporter-Redakteure stellen im Premium-Bereich dieses Artikels aussichtsreiche Finanzprodukte vor, die sich mit diesen Themen beschäftigen: einen Fonds, einen ETF, eine Aktie.

Wer in sie investiert, trägt nicht unmittelbar dazu bei, dass unsere Welt grüner wird. Dazu eignen sich Direktbeteiligungen an beispielsweise Solarparks besser – oder auch die Solaranlage auf dem eigenen Dach. Aber selbst wenn das angelegte Geld an die vorherigen Besitzerinnen und Besitzer der Wertpapiere geht und nicht direkt den Unternehmen zufließt: Wer Aktien lange hält oder Fonds kauft, deren Anbieter ihre Stimmrechte auf Hauptversammlungen verantwortungsvoll wahrnehmen, stützt die Aktienkurse und nachhaltigen Geschäftskonzepte der Unternehmen. Diese spüren weniger Druck von rein profitorientierten Investoren und können sich auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist: den Planeten wieder lebenswerter zu machen. Hoffentlich irgendwann so lebenswert, dass es keinen Erderschöpfungstag mehr gibt.

Übrigens: Keiner der drei ECOreporter-Redakteure ist selbst in die nachfolgend beschriebenen Finanzprodukte investiert. Das verbieten die ECOreporter-Redaktionsrichtlinien.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

GLS Bank Klimafonds: Glaubhaft grün, findet Jörg Weber

Überlastung der Erde: Da fällt einem gleich das Klima ein. Und ja, es gibt sie, die Fonds, die hier ansetzen. Einer, der glaubhaft wirkt, ist der GLS Bank Klimafonds (ISIN: DE000A2DTNA). Er investiert in Anleihen und Aktien von Unternehmen und Staaten, die weniger CO2 ausstoßen oder zur Klimawende beitragen. Sie müssen den strengen Anlagegrundsätzen der GLS Bank genügen. Verstöße gegen Arbeits- und Menschenrechte darf es nicht geben, auch beispielsweise Atomkraft und Massentierhaltung sind tabu. Die GLS Bank untersucht sogar die Geschäftsbeziehungen der Unternehmen und Staaten, in die der Fonds anlegt.

In eine Anleihe oder Aktie investiert der Fonds nur, wenn sein mit unabhängigen Expertinnen und Experten besetzter Anlageausschuss diese als besonders nachhaltig ansieht. Der Fonds hält auch zahlreiche Green Bonds, also Anleihen, die beispielsweise klimafreundliche Projekte finanzieren, etwa Wind- und Solaranlagen.

Es finden sich auch zahlreiche Grünstrom-Aktien im Fonds, Unternehmen wie 7C Solarparken, Vestas, Scatec, First Solar und Encavis. Aber auch Aktien der Fahrradkonzerne Accell und Shimano, des Bio-Lebensmittelherstellers SunOpta und mehrerer Eisenbahngesellschaften. Würde die gesamte Weltwirtschaft so nachhaltig wie die Papiere in diesem Fonds, dann würde der Erdüberlastungstag im Jahr wieder weit, weit nach hinten rutschen.

Den ECOreporter-Test des GLS Klimafonds und Tests von mehr als 70 weiteren nachhaltigen Fonds finden Sie hier.

Hain Celestial: Die Aktie hat Potenzial, urteilt ECOreporter Michael Rensen

Futter, Wasser, Klimakiller-Gase aus Rindermägen – Tierhaltung trägt erheblich dazu bei, dass sich die Ressourcen der Erde erschöpfen. Würden alle Menschen weitgehend vegetarisch oder vegan leben, wäre der Earth Overshoot Day deutlich später im Jahr.

Einer der nachhaltigsten Anbieter pflanzlicher Lebensmittel ist der US-Konzern Hain Celestial. Sein Sortiment reicht von Babynahrung über Müsliriegel bis zu Gemüsechips. Zu der Unternehmensgruppe gehört auch die Firma Natumi aus Troisdorf bei Köln, die Milchersatzgetränke herstellt. Viele Produkte von Hain Celestial tragen Bio-Siegel. Künstliche Farb- und Geschmacksstoffe verwendet der Konzern grundsätzlich nicht.

Hain Celestial hat sich in den letzten Jahren von unrentablen Marken getrennt und kehrte 2021 nach längerer Durststrecke in die Gewinnzone zurück. Für das aktuelle Geschäftsjahr rechnet das Management mit weiter steigenden Umsätzen und Gewinnen.

Die Aktie von Hain Celestial (ISIN: US4052171000) hat sich seit 2018 insgesamt positiv entwickelt, ist aber wie viele Papiere aus der Lebensmittelbranche schwankungsanfällig und daher vor allem etwas für langfristig planende Anlegerinnen und Anleger. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt derzeit bei 22 – damit ist die Aktie nicht zu teuer für einen Einstieg.

Hain Celestial ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie der Kategorie Nachhaltige Mittelklasse. Einen Überblick über vegane Aktien können Sie hier lesen.

Der Rize Sustainable Future of Food: Ein ETF für die Zukunft, glaubt ECOreporter Lucas Fuhr

Der Zukunft unserer Ernährung widmet sich der Sustainable Future of Food ETF (ISIN: IE00BLRPQH31) des britischen Anbieters Rize. Schwindende natürliche Ressourcen, wachsende Weltbevölkerung: Gesunde, erschwingliche und vollwertige Nahrungsmittel sind gefragter denn je, vor allem, wenn die Produktion wenig Treibhausgase und Umweltschäden verursacht.

Untersagt sind den Unternehmen im ETF Geschäfte mit Massentierhaltung und die Herstellung tierischer Lebensmittel, etwa Molkereiprodukte. Auch der Betrieb von Fischfarmen sowie kommerzielle Fischerei sind tabu. Kein Verbot gibt es hingegen für gesetzlich vorgeschriebene Tierversuche.

Neben Aktien wie der von Beyond Meat gibt es viele weitere, die allerdings nicht alle vegan sind. Unter den 43 Unternehmen ist auch der Maschinenbauer Tomra, weltgrößter Anbieter von Pfandautomaten und Lebensmittelsortiermaschinen, der ECOreporter-Aktien-Favorit und nachhaltige Verpackungsexperte Brambles und der Stahlbauer Lindsay Corporation, der ressourcenschonende Bewässerungsanlagen für große Agrarflächen baut.

Der Anbieter Rize ist ein noch junger britischer Finanzdienstleister. Keiner seiner ETFs investiert in Stromerzeugung aus Kohle und Atomkraft oder in die Förderung fossiler Rohstoffe oder Uran.

Den vollständigen ECOreporter-Test zum ETF lesen Sie hier.

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