Die weltweiten Investitionen in erneuerbare Energien lagen 2020 auf Rekordniveau – sind aber weiterhin nicht hoch genug. / Foto: Pixabay

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Energiewende: Investitionen übersteigen erstmals 500 Milliarden US-Dollar

Global gesehen wurden 2020 insgesamt 501,3 Milliarden US-Dollar in die Energiewende investiert. Erstmals ist damit die Marke von 500 Milliarden US-Dollar überschritten worden. Das zeigen aktuelle Zahlen der Forschungsorganisation BloombergNEF (BNEF). Insbesondere Europa legte dabei stark zu.

Gegenüber 2019 war dies ungeachtet der Corona-Pandemie eine Steigerung um 9 Prozent. BNEF hat für 2020 allerdings auch einen neuen und breiter angelegten Ansatz zur Messung der Investitionen in die Energiewende angewandt. So umfasst die Summe Investitionen in kohlenstoffarme Anlagen, erneuerbare Energien, Elektromobilität, Energiespeicher und elektrische Wärme.

Von den Gesamtinvestitionen flossen 303,5 Milliarden US-Dollar in neue Erneuerbaren-Anlagen, laut BNEF ein Anstieg um 2 Prozent. Die Steigerung gehe vor allem auf das Konto neuer großer Photovoltaik-Projekte sowie Offshore-Windparks. Es sei nach 2017 die zweithöchste Summe, die in Erneuerbaren-Anlagen weltweit auf Jahresbasis investiert wurde, so die Forscher.

Bei der Photovoltaik gibt BNEF den globalen Zubau für 2020 mit 132 Gigawatt (GW) an. Bei der Windkraft seien 73 GW neu hinzugekommen. Die Investitionen in Offshore-Windparks hätten dabei enorm zugelegt. Sie seien um 56 Prozent auf 50 Milliarden US-Dollar gestiegen, immerhin mehr als ein Drittel der Gesamtinvestitionen in die Windkraft.

Weniger Investitinen in Wasserstoff

Einen neuen Rekord verzeichneten mit Investitionen von 139 Milliarden US-Dollar auch Elektrofahrzeuge und die dazugehörige Ladeinfrastruktur. Gegenüber 2019 stellten die Experten ein Plus von 28 Prozent fest. BNEF sieht auch energieeffiziente Wärmepumpen auf dem Vormarsch.

Ebenfalls in der Rechnung von BNEF enthalten sind die weltweiten Investitionen in die Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (CCS). Sie hätten sich 2020 auf 3 Milliarden US-Dollar verdreifacht. Einen Rückgang um 20 Prozent verzeichneten die Analysten hingegen bei den Investitionen in Wasserstoff. Mit 1,5 Milliarden US-Dollar sei dies allerdings immer noch der zweithöchste jemals ermittelte Jahreswert.

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Europa liegt bei den Energiewende-Investitionen ganz vorn. Sie stiegen 2020 um 67 Prozent auf 166,2 Milliarden US-Dollar an, wie BNEF weiter berichtet. Währenddessen seien in China und den USA Einbußen zu verzeichnen gewesen.

„Die Coronavirus-Pandemie hat den Fortschritt bei einigen Projekten gebremst, aber insgesamt waren die Investitionen in Wind- und Solarenergie robust, und der Absatz von Elektrofahrzeugen ist stärker als erwartet gestiegen“, erklärte BNEF-Vorstand Jon Moore.

Die Experten attestieren der Politik dabei einen deutlich höheren Ehrgeiz etwa bei Netto-Null-Emissionszielen sowie grünen Konjunkturprogrammen. Albert Cheung, Leiter der Analyseabteilung bei BNEF, sieht trotz der Steigerung in vielen der erfassten Bereiche aber noch Luft nach oben. „Wir müssen über Billionen pro Jahr sprechen, wenn wir die Klimaziele erreichen wollen.“

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