Nachhaltige Geldanlagen werden immer beliebter - auch wenn längst nicht alle kerngrün sind. / Foto: Pixabay

  Anleihen / AIF, Finanzdienstleister, Fonds / ETF

ESG-Investments in Deutschland auf neuem Rekordhoch

Mehr als 335 Milliarden Euro waren Ende 2020 in Deutschland nachhaltig angelegt. Das geht aus dem Marktbericht 2021 des Forums Nachhaltige Geldanlage (FNG) hervor.

Der Bericht erfasst Investmentfonds, Mandate sowie Eigenanlagen und Kundeneinlagen grüner Banken, bei denen ökologische, soziale und Kriterien guter Unternehmensführung (die sogenannten ESG-Kriterien) angewendet werden. Dem FNG zufolge stieg die Gesamtsumme der ESG-Investments in diesen Anlageklassen im letzten Jahr auf einen Rekordwert von 335,3 Milliarden Euro. Das sind 25 Prozent mehr als 2019.

Besonders stark legten nachhaltige Investmentfonds zu: Ihr Volumen stieg 2020 um 69 Prozent auf 107 Milliarden Euro, auch wegen teils hoher Kurszuwächse im Aktienbereich. Privatanlegerinnen und Privatanleger steigerten ihren Anteil am nachhaltigen Fondsmarkt auf 18 Prozent.

Nachhaltige Mandate kamen im letzten Jahr auf 141,3 Milliarden Euro. Kundeneinlagen grüner Banken (43,1 Milliarden Euro) und nachhaltige Eigenanlagen von Banken (43,9 Milliarden Euro) lagen in etwa gleichauf.

Kohle ist immer häufiger tabu

Laut dem Marktbericht wendeten im letzten Jahr 93 Prozent aller Fonds und Mandate Ausschlusskriterien an. Besonders häufig werden Unternehmen ausgeschlossen, die gegen Menschenrechte und internationale Arbeitsstandards verstoßen oder in Korruption und Bestechung verwickelt sind. Deutlich zugenommen hat der Stellenwert von Kohleausschlüssen – sie kletterten auf Platz drei der Ausschlusskriterien.

Etwa zwei Drittel der erfassten Fonds und Mandate wählen ihre Investments darüber hinaus nach dem Best-in-Class-Verfahren aus – in vielen Fällen eine nicht sehr strenge Methode, wie ECOreporter bei Fonds- und ETF-Tests immer wieder feststellen muss.

Alle für den Marktbericht befragten Finanzexpertinnen und -experten erwarten für 2021 weiteres Wachstum im nachhaltigen Kapitalmarkt. 29 Prozent rechnen mit einem Plus von bis zu 15 Prozent, 36 Prozent mit Wachstumsraten zwischen 15 und 30 Prozent, 35 Prozent sogar mit mehr als 30 Prozent. Weitere Impulse erwarten Finanzprofis von der ESG-Präferenzabfrage, die ab Oktober 2022 für Anlageberater im Kundengespräch verpflichtend wird.

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