Dieser ETF investiert in Chipkonzerne wie Intel – kann er in Sachen Nachhaltigkeit überzeugen? / Foto: Intel

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ETF-Test: Amundi MSCI Semiconductors ESG Screened UCITS ETF

Mikrochips als Investment-Thema: Darauf konzentriert sich dieser ETF. Und er verspricht, dabei unter anderem auch auf Umwelt und Soziales zu achten. Hält er das Versprechen ein? Wie entwickelt er sich finanziell? ECOreporter hat den Amundi MSCI Semiconductors ESG Screened ETF eingehend getestet.

Anbieter des ETFs ist der Finanzkonzern Amundi, eine Tochter der französischen Großbank Crédit Agricole. Seit Amundi 2021 den ebenfalls französischen Konkurrenten Lyxor geschluckt hat, ist das Unternehmen der größte ETF-Anbieter Europas. Amundi vertreibt unter anderem auch nicht-nachhaltige ETFs, die in Öl, Kohle und Rüstung anlegen.

Finanzen/Risiko

Der ETF ist vergleichsweise alt, er startete im März 2007. Auf ein Jahr gesehen hat er 61,6 Prozent an Wert gewonnen und damit den weltweiten Aktienindex MSCI World deutlich geschlagen, der nur 12,1 Prozent zulegte. Auf fünf Jahre betrachtet fällt der Wertzuwachs mit 18,1 Prozent deutlich schwächer aus. Auch im Vergleich zum MSCI World, der in diesem Zeitraum 63,7 Prozent an Wert gewonnen hat.

Die Jahresgebühren fallen mit 0,35 Prozent ETF-typisch günstig aus. Die Wertschwankungen sind sehr hoch. ECOreporter empfiehlt eine Haltedauer von mindestens sieben, besser zehn Jahren.

Nachhaltigkeitskonzept

Der ETF bildet einen Index des US-Finanzkonzerns MSCI nach. Hierfür investiert er in 67 Unternehmen, die nach der Definition von MSCI zum Industriesektor Halbleiter gehören, also Chips oder Halbleiterausrüstung herstellen.

Entscheidend ist dabei die Klassifizierung nach dem sogenannten Global Industry Classification Standard (GICS). Der GICS wurde 1999 von MSCI und dem ebenfalls aus den USA stammenden Finanzkonzern Standard & Poor’s (S&P) entwickelt und ordnet jede größere Aktiengesellschaft einem Industriesektor zu. Welche genauen Bedingungen für die Einordnung gelten, etwa wie viel Umsatz mit der Herstellung von Halbleitern oder Technologie für die Herstellung von Halbleitern erzielt werden muss, erklärt MSCI nicht.

Um als Halbleiter-Unternehmen für diesen ETF ausgewählt werden zu können, müssen Firmen eine Nachhaltigkeitsnote von MSCI erhalten. Allerdings: egal, welche. Hier gilt kein Mindestanspruch – entscheidend ist nur, dass überhaupt eine Bewertung stattfindet. Außerdem gelten Ausschlusskriterien.

Ausschlusskriterien

Der ETF schließt unter anderem Investments in Unternehmen aus, die Geld mit geächteten Waffen verdienen, mit Waffenherstellung für den zivilen Markt oder mit Tabakproduktion. Ausgeschlossen sind auch Konzerne, wenn sie Öl und Gas in der Arktis fördern. Wie sollen Waffen- oder Ölkonzerne in einen ETF gelangen, der auf Mikrochips spezialisiert ist? Das ist beispielsweise bei Mischkonzernen möglich, die mehrere Geschäftsfelder haben.

Wenn Unternehmen im ETF Umsätze etwa mit der Erzeugung von Kohlestrom oder dem Verkauf von Tabakprodukten erzielen, müssen diese unter der Schwelle von 5 Prozent des Gesamtumsatzes liegen. Bei Herstellung und Vertrieb von Waffen für Militär und Sicherheitskräfte liegt diese Umsatzschwelle bei 10 Prozent. Eine Liste der vollständigen Ausschlusskriterien finden Sie im Premium-Bereich.

Wie nachhaltig sind die Aktien in diesem ETF?

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