Mehr als nur Wind- und Solarstrom: Der Invesco Global Clean Energy ETF. / Foto: Pixabay

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ETF-Test: Invesco Global Clean Energy ETF

Aktien von Unternehmen, die weltweit die Energiewende mitgestalten, will der Invesco Global Clean Energy ETF kaufen. Wie sauber ist das Aktienpaket? Der ECOreporter-ETF-Test kommt zu einem überraschenden Ergebnis.

Anbieter des ETFs ist die US-Investmentgesellschaft Invesco, Hauptsitz: Atlanta. Sie hat rund 7.000 Beschäftigte in 25 Ländern und ist selbst börsennotiert. Invesco als Investmentgesellschaft investiert das Geld der Kundinnen und Kunden auch in Öl, Kohle, Atomkraft und die Rüstungsindustrie.

Finanzen/Risiko

Der ETF startete im März 2021. Da er keine drei Jahre am Markt ist, erhält er von ECOreporter keine Finanznote.

Hier finden Sie den aktuellen Kurs des ETFs bei ECOreporter und Details zur Wertentwicklung

Die Jahresgebühren sind mit 0,6 Prozent höher als bei anderen ETFs.

Nachhaltigkeitskonzept

Der ETF investiert weltweit in 88 Unternehmen, deren Technologien sich auf die Erzeugung und Nutzung von sauberer Energie, Energieeinsparung, Effizienz und die Förderung Erneuerbarer Energien konzentrieren. Hauptsächlich sind es Firmen aus den Bereichen Windkraft, Solarenergie, Biokraftstoffe, Wasserkraft, Wellen- und Gezeitenkraft, Geothermie und anderen Bereichen der Erneuerbaren Energien. Auch Speichertechnologie, Energieumwandlung, Wasserstoffproduktion und Brennstoffzellenherstellung sind vertreten.

Zu den Ausschlusskriterien zählt etwa fossile Energie. Damit kann der ETF allerdings nicht in Unternehmen investieren, die noch in der Transformationsphase sind und beispielsweise von Kohle auf regenerative Energie umstellen.

Der ETF bildet den WilderHill New Energy Global Innovation Index des britischen Indexanbieters WilderHill New Energy Finance nach. Die Auswahl der Unternehmen stammt von WilderHill.

Ausschlusskriterien

Vollständig ausgeschlossen sind etwa Unternehmen, die geächtete Waffen oder deren Komponenten herstellen oder vertreiben, Waffen oder Waffenzubehör für den zivilen Markt herstellen, Cannabis oder Tabakwaren produzieren. Auch Fracking und Öl- und Gasförderung in der Arktis sind tabu, anderswo ist das also erlaubt.

Außerdem gelten Toleranzgrenzen von 5 Prozent etwa für Militärgeschäfte, die Förderung von Öl und Gas und Kohlestrom. Eine vollständige Liste der Ausschlusskriterien finden Sie im Premium-Bereich dieses Tests.

Wie nachhaltig ist dieser ETF?

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Kein Unternehmen im Aktienpaket des ETFs betreibt Kohle- oder Atomkraftwerke, fördert Kohle oder Uran. Die einzige Firma mit nennenswerten fossilen Geschäftstätigkeiten ist der südkoreanische Energiekonzern SK Innovation, der Öl und Gas fördert sowie Raffinerien und petrochemische Anlagen betreibt, also etwa Benzin, Kerosin und Kunststoffe herstellt. Im ETF ist das Unternehmen wegen seines umfangreichen Geschäfts mit Energiespeichern.

Kritisch gesehen werden können Investments in chinesische Aktien wie Jinko Solar oder Xinjiang Goldwind. Nicht wegen deren geschäftlicher Ausrichtung, wohl aber wegen des Standorts China und des dortigen nicht demokratischen Regimes. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Dossier Können chinesische Aktien nachhaltige Geldanlagen sein?.

Im Aktienpaket des ETFs sind zahlreiche kerngrüne Unternehmen zu finden, darunter mehrere ECOreporter-Aktien-Favoriten wie der dänische Windanlagenbauer Vestas, der israelische Wechselrichterhersteller SolarEdge, der österreichische Energieversorger Verbund oder der Hamburger Grünstromerzeuger Encavis.

Hinzu kommen weitere Wind- und Solarkonzerne aus verschiedenen Segmenten (etwa Siemens Gamesa, Nordex, Orsted, Enphase Energy, SMA Solar, Canadian Solar), Wasserstoff-Aktien (u.a. SFC Energy, Nel, Ballard Power, FuelCell Energy, Plug Power), Energiespeicher-Hersteller sowie Ladesäulenbauer (beispielsweise Samsung SDI, Charge Point Holdings) und Elektroautokonzerne wie Tesla aus den USA und BYD aus China.

Transparenz

Der Anbieter veröffentlicht das vollständige Portfolio des ETFs auf seiner Website. Das Aktienauswahlprinzip und die Ausschlusskriterien sind auf der Website von Invesco ausführlich dargestellt. Weitere Informationen gibt es auf der Website des Indexanbieters WilderHill. Zur Nachhaltigkeit der Unternehmen, deren Aktien der ETF hält, finden Anlegerinnen und Anleger in den öffentlich zugänglichen Dokumenten des ETFs keine Informationen.

Nachhaltige Wirkung

Invesco übt als Investmentgesellschaft nach eigenen Angaben Stimmrechte bei Hauptversammlungen aus und tritt in Dialog mit Unternehmen, auch zu Nachhaltigkeitsthemen. Anlegerinnen und Anleger finden mit vertretbarem Zeitaufwand aber keine konkreten Forderungen an oder Informationen zu Dialogen mit Unternehmen. Eine nachhaltige Wirkung ist hier daher nicht ausreichend nachgewiesen.

Stärken:

  • Breite Branchenauswahl
  • Keine Investments in Kohle
  • Keine Investments in Atomkraft
  • Keine Investments in Rüstung oder Waffen
  • Etliche grüne Unternehmen

Schwächen:

  • Investment in Öl- und Gasgeschäfte

Fazit

Dieser ETF meint es offenbar tatsächlich ernst mit seinem Fokus auf regenerative Energie. Mit seinen Investments etwa in Speichertechnologie und Wasserstoff investiert er über den Tellerrand der grünen Stromerzeugung hinaus. Eine für einen Themen-ETF ordentliche Palette von Ausschlusskriterien vermeidet, dass hier Kompromisse gemacht werden müssen und etwa Kohle, Atomkraft und Waffen als „Beifang“ doch im Aktienpaket landen. Für eine finanzielle Beurteilung ist der ETF noch zu jung.

ECOreporter-Noten:

Finanzen: --

Nachhaltigkeit: 2,7

Details zum Benotungssystem von ECOreporter finden Sie hier.

Alle bisherigen ETF-Tests finden Sie hier.

Ausschlusskriterien ohne Umsatzschwelle:

  • Verstöße gegen den UN Global Compact
  • Geächtete Waffen
  • Herstellung / Vertrieb von Cannabis
  • Herstellung Rüstungsgüter
  • Herstellung von zivilen Schusswaffen und Munition
  • Vertrieb von zivilen Schusswaffen und Munition
  • Förderung Öl und Gas in der Arktis
  • Förderung Ölsand/Ölschiefer/Schiefergas

Ausschlusskriterien mit Umsatzschwelle:

  • Beteiligung an Herstellern geächteter Waffen (20%)
  • Beteiligung an Cannabis-Herstellern (20%)
  • Herstellung / Vertrieb konventioneller Waffen für Sicherheitskräfte / Militär (5%)
  • Dienstleistungen und Bestandteile Rüstungsgüter (5%)
  • Kohleförderung / Kohlestrom (5%) 
  • Vertrieb Tabakprodukte (5 %)
  • Förderung Öl und Gas in der Arktis – Unternehmensbeteiligung (20%)
  • Förderung Ölsand/Ölschiefer/Schiefergas – Unternehmensbeteiligung (20%)

Daten und Fakten

Stichtag des Tests: 28.4.2022

Name des ETFs: Invesco Global Clean Energy UCITS ETF Acc

ISIN IE00BLRB0242 / WKN A2QGZV

Nachgebildeter Index: WilderHill New Energy Global Innovation Index

Start des ETFs: 1.3.2021

Jährliche Gebühren: 0,60 % (Gesamtkosten)

Replikationsmethode: physisch (Indexnachbildung durch Kauf der Aktien)

Ertragsverwendung: thesaurierend

Fondsvolumen: 58,4 Millionen US-Dollar (4/2022)

Internet: etf.invesco.com

Totalverlustrisiko: unwahrscheinlich, Teilverluste möglich

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