Geberit geht davon aus, dass die Flaute im Baugewerbe vorerst anhalten wird. / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten

Geberit macht im ersten Quartal weniger Umsatz und Gewinn

Der Schweizer Sanitärtechnikkonzern Geberit spürt die weiterhin schwache Baukonjunktur und muss im ersten Quartal 2024 einen Rückgang bei Absatz und Umsatz hinnehmen. Für den weiteren Jahresverlauf bleibt der ECOreporter-Aktien-Favorit vorsichtig.

Der Umsatz sank in den ersten drei Monaten im Jahresvergleich um 6,2 Prozent auf 837 Millionen Schweizer Franken. Auch ohne Berücksichtigung negativer Währungseffekte ging der Umsatz um 1,4 Prozent zurück. Im vierten Quartal 2023 hatte Geberit vor Währungseffekten noch ein Umsatzplus verzeichnet.

Die Materialkosten sind gesunken

Die Nachfrage und damit auch der Absatz seien im ersten Quartal weiterhin rückläufig gewesen, erklärte Geberit in einer Mitteilung. Hinzu kamen negative Währungseffekte. Positiv beeinflusst worden sei die Entwicklung durch den Wiederaufbau von Lagerbeständen bei Großhändlern und niedrigere Materialkosten.

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Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank um 7 Prozent auf 275 Millionen Franken. Die EBITDA-Marge ging um 0,3 Prozent auf 32,8 Prozent zurück, blieb damit aber deutlich über dem angestrebten Zielkorridor von 28 bis 30 Prozent.

Der Nettogewinn fiel mit 190 Millionen Franken 11,4 Prozent niedriger aus als im selben Zeitraum des Vorjahres. Hauptgrund für den stärkeren Rückgang des Nettoergebnisses war nach Angaben von Geberit die deutlich höhere Steuerrate, die unter anderem durch die neue OECD-Mindestbesteuerung getrieben war. Das sogenannte OECD/G20-Projekt sieht eine Mindestbesteuerung von 15 Prozent für große, international tätige Unternehmensgruppen mit einem Jahresumsatz von mindestens 750 Millionen Euro vor.

Höhere Ausgaben für Löhne, IT und Marketing

Belastet wurden die Ergebnisse laut Geberit auch durch die hohe Lohninflation in vielen Ländern und verschiedene Initiativen zur Stärkung der Marktposition. Dazu gehörten laut Unternehmen "Wachstumsinitiativen in ausgewählten Entwicklungsmärkten, Marketingausgaben zur Lancierung neuer Produkte und zur Feier des 150-Jahr-Jubiläums der Geberit Gruppe sowie diverse Digitalisierungs- und IT-Projekte".

Einen konkreten Ausblick für das Gesamtjahr gibt Geberit wie üblich nach dem ersten Quartal noch nicht ab. Die Einschätzungen für 2024 hätten sich seit der Veröffentlichung der Jahreszahlen 2023 im März aber nicht wesentlich verändert. Demnach rechnet das Unternehmen weiterhin mit einer rückläufigen Bauindustrie. Das stärkste Minus wird in Nordeuropa und in Deutschland erwartet. Im globalen Renovationsgeschäft, das rund 60 Prozent zum Geberit-Umsatz beiträgt, geht das Management hingegen von einem robusteren Verlauf aus.

Geberit kündigte zudem ein neues Aktienrückkaufprogramm im Umfang von bis zu 300 Millionen Franken an. Es soll nach Abschluss des aktuell noch laufenden Programms im dritten Quartal starten.

Die Geberit-Aktie ist als Schweizer Wertpapier in EU-Ländern nur eingeschränkt handelbar. Mehr dazu erfahren Sie hier. Auf die Aktie gibt es aber einen sogenannten American Depositary Receipt (ADR), einen Hinterlegungsschein, der wie eine Aktie an der Börse handelbar und auch in Europa zugänglich ist – in Deutschland etwa an den Börsen Berlin, Frankfurt und Stuttgart.

Im Fall von Geberit entspricht dieser ADR einem Zehntel der regulären Namensaktie. ADRs sind dividendenberechtigt, dementsprechend besteht mit dem Geberit 1/10-ADR ein Anspruch auf ein Zehntel der regulären Dividende. Die Dividendenrendite ist die gleiche wie die der Aktie.

Aktie bleibt Investment mit Risiko

An der Börse Berlin ist der ADR nach Bekanntgabe der neuen Zahlen heute aktuell 5,7 Prozent im Plus zum Vortag (Stand: 7.5.2024, 9:12 Uhr). Auf Monatssicht notiert der ADR 4,7 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat er 6,7 Prozent an Wert gewonnen.

ECOreporter sieht einen Einstieg bei Geberit unverändert als riskant an. Die Baukrise hält weiter an, und das Unternehmen selbst tut sich mit konkreten Prognosen schwer. Daher bleiben deutliche Unsicherheiten. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 30 für die Geschäftsjahre 2024 und 2025 ist die Aktie deshalb hoch bewertet.

Auch die erwartete Dividendenrendite für 2024 von 2,5 Prozent ist, obwohl sie ordentlich ausfällt, derzeit eher kein Argument für einen Einstieg. Defensive Anlegerinnen und Anleger sollten die weitere Geschäftsentwicklung abwarten.

Geberit ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Mittelklasse-Aktien. Ein Unternehmensporträt finden Sie hier.

Lesen Sie auch: Langfristig gut investiert – diese nachhaltigen Mittelklasse-Aktien sind aktuell empfehlenswert.

Geberit AG Namensaktie (Unsponsored) ADR 1/10: ISIN US36840V1098 / WKN A2PM5R

Geberit AG Namensaktie ISIN CH0030170408 / WKN A0MQWG

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