Windkraftanlage von Green City. Mittlerweile sind fünf Gesellschaften des Münchener Konzerns pleite. / Foto: Green City

  Anleihen / AIF, Wachhund

Green City: Drei weitere Anleihe-Unternehmen stellen Insolvenzanträge

Die Green City Energy Kraftwerkspark II GmbH & Co. KG, die Green City Energy Kraftwerkspark III GmbH & Co. KG und die Green City Solarimpuls I GmbH & Co. KG haben sich insolvent gemeldet. Anlegerinnen und Anleger müssen sich auf Verluste ihrer Investments einstellen.

In einer Pflichtmitteilung begründet Jens Mühlhaus, Geschäftsführer der drei Unternehmen, die Anträge auf Eröffnung von Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung mit „drohender Zahlungsunfähigkeit“. Die Gesellschaften würden „Zins- und Rückzahlungsverpflichtungen voraussichtlich nicht vollständig nachkommen können“.

Der Green City-Konzern hatte bereits im Dezember mitgeteilt, dass sich die drei Unternehmen in finanziellen Schwierigkeiten befinden (ECOreporter berichtete hier). Sie hatten Geld an Projekt- und Betreibergesellschaften von Wind- und Solaranlagen verliehen, das diese offenbar nicht in voller Höhe zurückzahlen konnten. Dazu kommen nicht mehr werthaltige Forderungen in Millionenhöhe gegen die seit Januar insolvente Konzernmutter Green City AG (mehr dazu lesen Sie hier).

Die gestern beantragten Insolvenzverfahren betreffen Anlegerinnen und Anleger, die in folgende Anleihen mit einem Gesamtvolumen von ungefähr 117 Millionen Euro investiert sind:

  • Green City Energy Kraftwerkspark II (15/23) (ISIN DE000A161MQ1)
  • Green City Energy Kraftwerkspark II (15/33) (ISIN DE000A161MR9)
  • Green City Energy Kraftwerkspark III (16/26) (ISIN DE000A2AALN4)
  • Green City Energy Kraftwerkspark III (16/36) (ISIN DE000A2AALP9)
  • Green City Energy Kraftwerkspark III (18/26) (ISIN DE000A2G8V82)
  • Green City Solarimpuls 2017 (ISIN DE000A2GSTH8)
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Die börsennotierten Anleihen der Kraftwerkspark III KG und der Solarimpuls KG sind nur noch einen Bruchteil ihres Nominalkurses wert. Die Kraftwerkspark II-Anleihen sind seit Ende Januar zum wiederholten Mal vom Handel ausgesetzt.

Ende Januar war die Sanierung der Green City AG gescheitert (ECOreporter berichtete hier). Daraufhin hatten die AG und die GCE Kraftwerkspark I GmbH Insolvenzanträge gestellt. Die AG befindet sich mittlerweile im vorläufigen Insolvenzverfahren in Fremdverwaltung.

"Kein Indiz für wirtschaftliche Probleme"

ECOreporter hatte im Juli 2021 unter der Überschrift „Müssen sich Anleger Sorgen machen?“ ein Interview mit dem damaligen Green City-Finanzvorstand Frank Wolf geführt. Anlass waren ungewöhnlich niedrige Börsenkurse einiger der jetzt betroffenen Anleihen.

Auf die bilanzielle Überschuldung der Kraftwerkspark III GmbH & Co. KG und der Green City Solarimpuls I GmbH & Co. KG im Geschäftsjahr 2018 angesprochen, erklärte Wolf in dem Interview: „Die plan- und prognosegemäßen Veräußerungen der Projektgesellschaften zum Ende der Anleihelaufzeiten werden zu Erträgen führen. Auf Basis unserer aktuellen Planungen wird hieraus auch auf der Ertragsseite ein Komplettüberschuss entstehen, sodass sich das sich aufbauende negative Eigenkapital wieder ausgleichen wird. Insoweit ist die zwischenzeitliche negative Entwicklung des Eigenkapitals kein Indiz für wirtschaftliche Probleme der Dachgesellschaften, sondern konzeptionsbedingt.“

Das komplette Interview mit Wolf können Sie hier lesen.

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