Bohrinsel von Shell - sieht so die Zukunft unserer Aktienrente aus? / Foto: Shell

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Handelsblatt: Deutscher Staatsfonds investiert in Öl und Menschenrechtsverletzungen

Deutschlands erster Staatsfonds Kenfo verwaltet 25 Milliarden Euro und soll nach nachhaltigen Kriterien anlegen. Die Realität sieht leider anders aus.

Kenfo steht für „Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung“. Mit den Erträgen des Fonds will die Bundesregierung die dauerhafte Lagerung des deutschen Atommülls finanzieren. Das Fondskapital kommt von den AKW-Betreibern RWE, E.on, EnBW und Vattenfall. Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) bezeichnete Kenfo als Vorbild für die geplante staatliche Aktienrente.

Nach Recherchen des „Handelsblatts“ sind einige Investments des Fonds allerdings weder finanziell noch aus Nachhaltigkeitssicht sonderlich vorbildlich. So hatte Kenfo noch Ende 2021, als bereits der russische Einmarsch in die Ukraine drohte, mehr als 200 Millionen Euro in russische Aktien und Staatsanleihen angelegt. Auf Anfrage des „Handelsblatts“ teilte ein Sprecher des Fonds mit, die russischen Investments seien mittlerweile weitestgehend abgebaut.

Bisschen Schwund ist überall?

Der Wirtschaftszeitung zufolge hält Kenfo auch für 20 Millionen Euro aserbaidschanische Staatsanleihen. Aserbaidschans Präsident Ilham Alijew steht seit Jahren wegen Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen in der Kritik. Der Kenfo-Sprecher erklärte dazu gegenüber dem „Handelsblatt“, ein so großer Fonds werde immer auch „kritisch hinterfragbare Positionen enthalten“.

Problematisch sind zudem einige wenig klimafreundliche Investments. So besaß Kenfo beispielsweise Ende 2021 Wertpapiere der Öl-Riesen BP, Shell und China Petroleum (Sinopec). Von den Sinopec-Papieren habe man sich mittlerweile getrennt, sagte der Kenfo-Sprecher dem „Handelsblatt“. Man schließe aber Ölkonzerne nicht „per se“ aus.

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