Fonds / ETF, ECOfondstest

Im Test: Ökoworld Rock'n'Roll Fonds

Der Ökoworld Rock 'n' Roll Fonds will nur in Unternehmen investieren, die positive Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft haben. Im Bestand finden sich keine lauten Gitarren, dafür aber viele sehr nachhaltige Aktien, Anleihen und Fonds-Beteiligungen. ECOreporter hat den Mischfonds eingehend getestet.


Den vollständigen Fondstest finden Sie weiter unten als PDF.

Der Ökoworld Rock ‘n’ Roll Fonds startete 2008 unter dem Namen Ökoworld Trust. Bis 2013 war er ein Dachfonds, legte also in erster Linie in andere Fonds an. 2017 benannte ihn die nachhaltige Fonds- und Versicherungsgesellschaft Ökoworld aus Hilden (NRW) um.

Der Begriff „Rock ‘n’ Roll“ im neuen Namen soll verdeutlichen, dass Ökoworld eine Kapitalanlage anbieten möchte, die zu einem "bewussten und bejahenden Lebensgefühl" passt. Die Firmen im Fonds kommen unter anderem aus den Bereichen Erneuerbare Energien, IT, Recycling und Bildung. 90 Prozent des Fondsvermögens stecken in Aktien, dazu kommen einige Anleihen sowie Beteiligungen am Ökoworld-Schwellenländerfonds und einem Kita-Fonds. Bedeutet: Der Ökoworld Rock ‘n’ Roll Fonds ist vom Anlage- und Risikoprofil her eher ein Aktienfonds als ein klassischer Mischfonds.

Grüne Qualität hat ihren Preis

Die Auswahlkriterien sind wie bei allen Ökoworld-Fonds streng: Zahlreiche kontroverse Branchen wie Kohle, Öl, Atomenergie, Chlorchemie und Rüstung sind komplett tabu, auch Zulieferer werden ausgeschlossen (eine vollständige Liste der Ausschlusskriterien finden Sie unten). ECOreporter hat den kompletten Fondsbestand überprüft: Keines der zum Testzeitpunkt 95 Unternehmen verstößt gegen die Anlagerichtlinien.

Ökoworld lässt sich nicht wie andere Fondsanbieter von Ratingagenturen eine hellgrüne Wertpapierliste zusammenstellen, sondern wählt seine Investments selbst aus. Das kostet viel Zeit und damit auch Geld. Entsprechend hoch sind die Jahreskosten des Fonds: Sie liegen bei mindestens 2,20 Prozent. Bis Herbst 2021 gewann der Fonds stark an Wert, danach folgten teils deutliche Rücksetzer. Seit November 2023 ist wieder eine klare Aufwärtsbewegung erkennbar. 

Ein ECOreporter-Siegelfonds

Zwei Schwachpunkte des Fonds waren in der Vergangenheit, dass Ökoworld seine Stimmrechte auf Hauptversammlungen investierter Unternehmen nicht wahrnahm und die vollständige Wertpapierliste nur in den Jahres- und Halbjahresberichten veröffentlichte. Hier hat Ökoworld mittlerweile nachgebessert.

Im neuen ECOfondstest erhält der Ökoworld Rock 'n' Roll Fonds die Nachhaltigkeitsnote 1,8. Damit gehört er zu den grünsten bislang von ECOreporter geprüften Fonds. Weil er in allen Nachhaltigkeitsbereichen überzeugen kann, trägt er das ECOreporter-Nachhaltigkeitssiegel 2024.

Den vollständigen Fondstest können Sie unten als kostenfreies PDF herunterladen.

ECOreporter testet regelmäßig nachhaltige Aktienfonds, Mischfonds, Rentenfonds, Mikrofinanzfonds und ETFs. Eine Übersicht über die ECOfondstests liefert Ihnen die Redaktion hier.

Details zum Benotungssystem von ECOreporter finden Sie hier.

Das schließt der Fonds aus:

Ausschlusskriterien ohne Umsatzschwelle

  • Waffen/Rüstung
  • Gesundheitsschädliche Produkte, z.B. Tabak
  • Fossile Energien
  • Gentechnik in offenen Systemen
  • Atomkraft
  • Chlorchemie
  • Raubbau an natürlichen Ressourcen
  • Systematische Menschenrechtsverletzungen
  • Systematische Diskriminierung
  • Systematische Arbeitsrechtsverletzungen (u.a. Kinder- und Zwangsarbeit)
  • Bestechung und Korruption
  • Embryonale Stammzellenforschung
  • Vermeidbare Tierversuche

(Die Ausschlusskriterien gelten auch für Zulieferer)

Stand: 3/2024

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