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Im Test: GLS Bank Rentenfonds – viele grüne Anleihen
Der GLS Bank Rentenfonds will in risikoarme Anleihen von Unternehmen und Staaten anlegen, die die strengen Nachhaltigkeitsvorgaben der Bochumer GLS Bank erfüllen. Gelingt dies? ECOreporter hat den Fonds unter die Lupe genommen.
Rentenfonds heißen so, weil sie Anleihen enthalten, die regelmäßig Zinsen (Renten) zahlen. Bei Anleihen großer Unternehmen und wirtschaftlich stabiler Staaten sind die Ausfallrisiken gering, daher eignen sich solche Papiere als Sicherheitsbaustein im Depot und als sinnvolles Gegengewicht zu Aktien, die für gewöhnlich deutlich stärker im Kurs schwanken. Dafür bringen Aktien langfristig gesehen höhere Renditen.
Der GLS Bank Rentenfonds ist der erste reine Anleihefonds der GLS Bank, es gibt ihn seit November 2023. Die Auswahlkriterien sind genauso streng wie bei den übrigen GLS-Fonds, ausgeschlossen werden neben fossilen Energien, Rüstung und Menschenrechtsverletzungen beispielsweise auch Landwirtschaft auf gerodeten Flächen und der Bau von Staudämmen (eine vollständige Liste der Ausschlusskriterien finden Sie weiter unten).
Der Schwerpunkt liegt auf Europa
Zudem müssen die investierten Unternehmen und Staaten nachhaltige Wirkung erzeugen. Die GLS-Fondstochter GLS Investments bevorzugt bei der Auswahl Green Bonds, also Anleihen, deren Geld für konkrete nachhaltige Projekte verwendet wird.
Zum Testzeitpunkt sind 18 Prozent der Papiere im Fonds Staatsanleihen. 27 Prozent sind Pfandbriefe, also besicherte Anleihen von Pfand- und Hypothekenbanken. Fast alle Anleihen kommen aus Europa. Die durchschnittliche Restlaufzeit der Papiere liegt bei etwas über dreieinhalb Jahren, der durchschnittliche Zinssatz bei 3,07 Prozent (warum Zins und Rendite bei Anleihen nicht das Gleiche sind, erklärt ECOreporter hier).
Wo der Fonds investieren darf, entscheidet der unabhängige achtköpfige Anlageausschuss, dem unter anderem Expertinnen und Experten vom Südwind-Institut, dem BUND und dem Bioökonomierat der Bundesregierung angehören. ECOreporter hat alle 108 Anleihen im Bestand geprüft: Nach Einschätzung der Redaktion verstößt keine gegen die Anlagekriterien.

Ein ECOreporter-Siegelfonds
Der GLS Bank Rentenfonds erhält im ECOfondstest die Nachhaltigkeitsnote 1,2. Damit gehört er zu den nachhaltigsten bislang von ECOreporter geprüften Fonds. Weil der GLS-Fonds in allen Nachhaltigkeitsbereichen überzeugen kann, trägt er das ECOreporter-Siegel (eine Liste aller Siegelträger finden Sie hier).
Den vollständigen Fondstest finden Sie weiter unten. Sie können sich den Test rechts oben auch als kostenfreies PDF herunterladen.
ECOreporter testet regelmäßig nachhaltige Aktienfonds, Mischfonds, Mikrofinanzfonds und ETFs. Eine Übersicht über die ECOfondstests liefert Ihnen die Redaktion hier.
Details zum Benotungssystem von ECOreporter finden Sie hier.
ECOfondstest
06/2026
Einzeltest
Rentenfonds
GLS Bank Rentenfonds
Finanzen: Der Fonds ist Anfang November 2023 gestartet. Seitdem hat er 7,1 % an Wert gewonnen (2.11.2023 – 2.6.2026). Zum Vergleich: Der weltweite Anleihenindex Merrill Lynch Global legte im gleichen Zeitraum 6,8 % zu. Niedrige Jahresgesamtkosten von 0,7 %.
Risiko: Totalverlust unwahrscheinlich, Teilverluste möglich. Die Ausfallrisiken der meisten Anleihen (Renten) im Fonds sind nach Einschätzung von ECOreporter gering.


Nachhaltigkeit: Der Fonds will in Anleihen von Unternehmen und Staaten anlegen, „die sich durch zukunftsweisendes Wirtschaften auszeichnen und zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen“. Zudem müssen sie den strengen Anlagegrundsätzen der Bochumer GLS Bank genügen. Tabu sind etwa Atomkraft, Öl- und Kohleförderung, Massentierhaltung, Waffen sowie schwere Verstöße gegen Arbeits- und Menschenrechte. Staaten werden u.a. ausgeschlossen, wenn sie die Todesstrafe vollziehen, als unfrei gelten oder das Pariser Klimaabkommen nicht unterzeichnet haben. Auch die Geschäftsbeziehungen der Firmen und Staaten, in die der Fonds anlegt, untersucht die GLS-Fondstochter GLS Investments, die das Nachhaltigkeitsresearch selbst durchführt und dabei ergänzend auf Daten der Agenturen RepRisk und Moody‘s zurückgreift. Ein Anlageausschuss mit unabhängigen Expertinnen und Experten überprüft die Nachhaltigkeit der Anleihen und legt fest, in welche Papiere investiert werden darf. Der Fonds bevorzugt Green Bonds und kauft vor allem Anleihen großer Anbieter aus Europa. Im Bestand finden sich viele Staats- und staatsnahe Anleihen aus Ländern wie Deutschland, Irland, Österreich, Island und Litauen. Dazu Papiere überdurchschnittlich nachhaltiger Finanzinstitute (Triodos Bank, DNB, Erste, Eika) und Anleihen von ECOreporter-Favoriten wie SAP, DHL und SEB. Ebenfalls im Fonds: Bahngesellschaften (Ferrovie, East Japan Railway), Erneuerbare-Energie-Konzerne (Ørsted, ERG, Verbund, Statkraft) und die Wohltätigkeitsorganisation Motability. Nach ECOreporter-Recherchen verstößt keine der zum Testzeitpunkt 108 Anleihen im Fonds gegen dessen Anlagegrundsätze.
Transparenz: Die GLS Investments veröffentlicht einmal im Quartal die vollständige aktuelle Anleihenliste. Ein jährlich erscheinender Wirkbericht erläutert den Nachhaltigkeitsansatz des Fonds und stellt dar, wie die GLS Investments mit ihren Investitionen sozial-ökologische Wirkung erzielt. Alle Unternehmen im Portfolio sind mit Informationen zu ihrer Nachhaltigkeit in einer digitalen Weltkarte aufgeführt. Die GLS Investments informiert ausführlich über Auswahlverfahren, Nachhaltigkeitsresearch und Gremien des Fonds.
Nachhaltige Wirkung: Der Fonds beteiligt sich an Neuemissionen von Anleihen. Dadurch fließt Anlegergeld direkt ins Unternehmen oder an den jeweiligen Staat. Zudem wirkt die GLS Investments auf Firmen ein, wenn sich deren Nachhaltigkeit verschlechtert. Wird eine Anleihe aus Nachhaltigkeitsgründen verkauft, informiert die GLS Investments darüber im Wirkbericht.
Fazit: Grüner Rentenfonds mit strengem Auswahlverfahren.
Nachhaltigkeitsnote:
1
2
3
4
5
6
Aktien-Auswahlprinzip:
1,3
Nachhaltigkeits-Management:
0,7
Transparenz:
1,3
Nachhaltige Wirkung:
1,7
Finanznote: Den Fonds gibt es seit November 2023. ECOreporter vergibt erst eine Finanznote, wenn ein Fonds mindestens 3 Jahre am Markt ist.
1
2
3
4
5
6
Wertentwicklung:
-
Sicherheit/Risiko:
-
Kosten:
1,7

Stärken
- Strenge Auswahlkriterien
- Keine kontroversen Investments
- Vorbildliches Nachhaltigkeits-Management
- Hohe nachhaltige Wirkung
Schwächen
- Keine
Empfohlene Anlagedauer: Ab 5, besser 7 Jahre.
Fondsname:
GLS Bank Rentenfonds
Start:
2023
Fondsinitiator:
GLS Investments
ISIN:
DE000A3ERMZ0
Internet:
Volumen 2. Juni 2026:
73 Millionen Euro
Jahresgesamtkosten (TER):
0,7%
Weitere Ausschlusskriterien ohne Umsatzschwelle
- Uranabbau
- Bergbau
- Konfliktmineralien
- Kahlschlag in Primärwäldern
- Landwirtschaft auf gerodeten Flächen
- Bau und Betrieb von Staudämmen
- Chemisch-synthetischer Dünger
- Kontroverse Chemikalien (u.a. DDT, Phthalate, Chlorchemie)
Ausschlusskriterien für Staaten
- Vollzug der Todesstrafe und Folter
- „Unfrei“ nach Freedom House-Richtwerten
- Nichtunterzeichnung des Atomwaffensperrvertrags und der Genfer Kriegsrechtskonvention
- Nichtunterzeichnung des Pariser Klimaabkommens und der Konvention zur biologischen Vielfalt
- Ausbau der Atomenergie
- Hohes Maß an Korruption
Geringe Umsätze (unter 5 Prozent) sind in einigen kontroversen Geschäftsfeldern in Einzelfällen bei Transformationsunternehmen erlaubt. Das sind Firmen aus umstrittenen Branchen, die sich deutlich nachhaltiger ausrichten, beispielsweise indem sie ihre Kohlekraftwerke zu Biomassekraftwerken umrüsten. Der Anlagebeirat des Fonds muss solchen Investments zustimmen.
