Mayr-Melnhof zieht sich aus Russland zurück. / Foto: Unternehmen

  Aktien-Favoriten

Mayr-Melnhof verkauft Russland-Geschäft

Der österreichische Kartonhersteller Mayr-Melnhof trennt sich von seinem Russland-Geschäft. Die beiden Packaging-Standorte in St. Petersburg und Pskov wurden für rund 134 Millionen Euro an den lokalen Investor Granelle verkauft. Das teilte der ECOreporter-Aktien-Favorit am Freitag mit.

Aus der Transaktion wird eine neutrale Ergebnisauswirkung erwartet, erklärte Mayr-Melnhof. In Russland und der Ukraine erwirtschaftete der Konzern im Vorjahr rund 9 Prozent seines Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA). In der Ukraine werden an einem Standort Packaging-Produkte für Alltags-Konsumgüter produziert.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Mayr-Melnhof hat seinen Umsatz und Gewinn in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres deutlich gesteigert. Die Anfang November veröffentlichten Zahlen zeigen, dass der Umsatz im Vergleich zur Vorjahresperiode um fast 64 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro und der Gewinn um gut 145 Prozent auf 315,2 Millionen Euro gestiegen ist. Der Gewinn je Aktie (EPS) erhöhte sich von 6,37 auf 15,67 Euro.

Die drastische Kosteninflation sei durch Preisanpassungen, Kostenkontrolle und Effizienzsteigerungen abgefedert worden, heißt es im Quartalsbericht. Im dritten Quartal sei die Performance zwar stark geblieben, aber unter dem "außergewöhnlich hohen Niveau" des zweiten Quartals.Um die seit Jahresbeginn fortdauernden Kostensteigerungen zu kompensieren, hatte das Unternehmen Anfang des zweiten Quartals eine weitere Preiserhöhung bei Karton und Papier umgesetzt.

Vereinzelt werden wahrscheinlich Maschinen stillstehen

Für das vierte Quartal werden erneut selektive temporäre Produktionsstillstände in der Board & Paper Division erwartet. "Obwohl für die Gesamtwirtschaft von einem Rezessionsszenario ausgegangen werden muss, ist in den meisten unserer Geschäftsbereiche mit einer eher robusten Entwicklung trotz weiterem Lagerabbau in der Supply Chain zu rechnen", heißt es von Mayr-Melnhof. In einem sich aktuell rasch verändernden Umfeld bleibe die Absicherung der Profitabilität oberste Priorität.

Die Mayr-Melnhof-Aktie kostet im Tradegate-Handel aktuell unverändert zum Freitag 157,00 Euro (Stand: 19.12.2022, 8:03 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 0,25 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 9,7 Prozent an Wert eingebüßt.

Ein Einstieg in die Aktie bietet sich nach Einschätzung von ECOreporter wegen der unklaren Kostenentwicklung und auch der Risiken aufgrund hoher Gaspreise aktuell weiterhin nur für risikofreudige Anlegerinnen und Anleger an. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2022 von 16 ist die Aktie angesichts der aktuellen Unwägbarkeiten kein Schnäppchen. Die erwartete Dividendenrendite liegt bei guten 3,5 Prozent.

Mayr-Melnhof ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Nachhaltige Mittelklasse. Ein Unternehmensporträt finden Sie hier.

Mehr über empfehlenswerte Titel aus dem nachhaltigen Mid-Cap-Bereich lesen Sie in unserem Überblick Langfristig gut investiert – diese nachhaltigen Mittelklasse-Aktien sind aktuell empfehlenswert.

Mayr-Melnhof Karton AG: 

Verwandte Artikel

14.03.24
 >
04.11.22
 >
12.08.22
 >
24.06.22
 >
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x