An den Finanzmärkten ist die Stimmung derzeit nicht gut - höchste Zeit, sich von ETFs oder Aktien zu trennen? / Foto: Fotolia

  Nachhaltige Aktien, Anleihen / AIF, Fonds / ETF

Nach Rekordverlusten: Lohnen sich nachhaltige Fonds und Aktien überhaupt noch?

213 Milliarden Euro haben deutsche Privatanlegerinnen und -anleger im ersten Halbjahr 2022 mit ihren Investments verloren. So steht es in einer Studie des Robo Advisors Whitebox. Warum das nur die halbe Wahrheit ist und es trotzdem Sinn ergibt, weiterhin nachhaltig anzulegen.

„Die Zahlen führen uns die Dramatik der Entwicklungen im Jahresverlauf nochmals drastisch vor Augen”, sagt Whitebox-Chefin Salome Preiswerk. „Der Angriff auf die Ukraine, die hohe Inflation und die drohende Rezession haben deutliche Spuren an den Kapitalmärkten hinterlassen – und eben auch bei den Vermögen von Privatanlegern.” Zum Vergleich: Im Gesamtjahr 2008, also mitten in der globalen Finanzkrise, verloren deutsche Anlegerinnen und Anleger „nur“ 115 Milliarden Euro.

Im ersten Halbjahr 2022 erzielten private Investoren über alle Anlageklassen hinweg eine Rendite von minus 2,8 Prozent. Also alles verkaufen und das Geld unters Kopfkissen packen?

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Besser nicht, denn 2022 war zwar ein sehr schwaches Jahr für Geldanlagen, auf längere Sicht stehen Investments in Aktien, Fonds, ETFs oder Anleihen aber weiterhin gut da. 2021 etwa erzielten deutsche Anlegerinnen und Anleger mit ihren Finanzprodukten laut Whitebox ein Plus von mehr als 300 Milliarden Euro. Und die von ECOreporter getesteten nachhaltigen Aktienfonds lagen Ende Dezember 2022 auf fünf Jahre gesehen im Schnitt fast 40 Prozent im Plus, auf zehn Jahre sogar 140 Prozent. Nur sehr wenige Fonds notierten bei einem Anlagehorizont von fünf Jahren im Minus, bei längeren Laufzeiten war es kein einziger. Mehr zu den Kursentwicklungen grüner Fonds finden Sie hier.

ECOreporter rät seit jeher dazu, Geld langfristig zu investieren. Wer Fonds oder Aktien 15 Jahre hält, hat damit in der Vergangenheit fast immer attraktive Renditen erzielt. Und auch wenn ein Vermögensverlust von 213 Milliarden Euro nach sehr viel klingt: Es sind erst einmal lediglich Buchverluste, die nur dann real werden, wenn Anlegerinnen und Anleger jetzt ihre Finanzanlagen verkaufen. Erholen sich die Kurse in der Zukunft, steigen die Renditen wieder. Also: Investments mit langfristig guten Aussichten weiterhin halten und die aktuelle Flaute aussitzen. Es kommen auch wieder bessere Zeiten. Nach Einschätzung vieler Branchenexperten spätestens im zweiten Halbjahr 2023.

Weitere Tipps zum nachhaltigen Investieren in Krisenzeiten können Sie hier lesen.

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