Edda Schröder ist Geschäftsführerin der Invest in Visions GmbH. / Foto: Unternehmen

22.04.20 Fonds / ETF , Gut erklärt - Mikrofinanzen

Nachgefragt bei Edda Schröder, Invest in Visions: Sind Mikrofinanzfonds in Zeiten von Corona noch sicher?

Bislang galten Mikrofinanzfonds als risikoarme Geldanlage. Doch mittlerweile ist das Coronavirus auch in den Ländern angekommen, in denen Mikrofinanzfonds ihre Kredite vergeben. Müssen Anleger jetzt Angst um ihr Geld haben? ECOreporter hat Edda Schröder, die Gründerin des IIV Mikrofinanzfonds, um eine Einschätzung gebeten.

Mikrofinanzfonds sind ein soziales Investment. Sie sammeln bei Anlegern Kapital ein, um in armen Gegenden der Welt Mikrokredite zu finanzieren. Das sind Darlehen an Kleinstunternehmer, die sich damit eine wirtschaftliche Existenz aufbauen wollen.

Mikrofinanzfonds galten bisher als vergleichsweise sichere Anlageform. Sie verleihen das Geld der Anleger an Mikrofinanz-Dachorganisationen. Diese wiederum vergeben es an Mikrofinanzbanken vor Ort. Die Mitarbeiter dieser Banken bringen das Geld zu den Kunden und holen es später wieder ab, samt Zinsen. Weil Mikrokredite für viele Menschen eine einmalige Chance sind, sich aus der Armut zu befreien, ist die Rückzahlungsmoral für gewöhnlich sehr gut.

Kunden können nicht mehr besucht werden

In den letzten Jahren sind die Kurse der meisten Mikrofinanzfonds stetig gestiegen – langsamer als  Aktienfonds, aber dafür zumeist ohne Verluste, wenn es an den Aktienmärkten bergab ging. Doch die Corona-Krise verändert die Rahmenbedingungen der Mikrofinanzbranche: Kunden haben Schwierigkeiten, ihre Kreditraten zu zahlen. Mitarbeiter von Mikrofinanzbanken können wegen Ausgangssperren keine Kunden mehr besuchen. Wie wirkt sich das auf die Wertentwicklung der Mikrofinanzfonds aus?

Kaum jemand kennt sich so gut in der Mikrofinanzwelt aus wie Edda Schröder. Die Geschäftsführerin der Invest in Visions GmbH aus Frankfurt hat 2011 den IIV Mikrofinanzfonds gestartet (das IIV steht für Invest in Visions). Der Fonds war lange der einzige in Deutschland zum Vertrieb zugelassene Mikrofinanzfonds. Ende März 2020 hatte er ein Volumen von knapp 800 Millionen Euro. Bis 2019 ist der Kurs des Fonds jährlich im Schnitt um 1,9 Prozent gestiegen. Der IIV Mikrofinanzfonds vergibt vor allem Kredite an Mikrofinanzinstitute in Asien und Lateinamerika. Am stärksten ist er aktuell in Ecuador, Usbekistan, Kirgisistan und der Mongolei investiert.

Die weiteren wichtigen Informationen lesen Sie als ECOreporter-Premium-Leser/-in. Einloggen oder Premium-Leser/-in werden.

...

Verwandte Artikel

16.01.20
Nachhaltige Geldanlage: Bis zu 2 % Rendite mit Mikrofinanzfonds
 >
29.01.20
"Aufstehen, Krone richten, weitermachen" – Interview mit Edda Schröder
 >
06.05.19
Mikrofinanz: Oikocredit-Interview – "Afrika hat ein enormes Potenzial"
 >
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x