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Finanzdienstleister, Fonds / ETF
Nachhaltige Banken fordern strengere Waffenkriterien für Fonds
Fonds oder ETFs, die „kontroverse Waffen“ ausschließen, dürfen weiterhin in Unternehmen investieren, die mit besonders zerstörerischen und grausamen Waffen Geld verdienen. Ein Bündnis nachhaltiger Banken würde das gerne ändern.
Nach den aktuell geltenden EU-Richtlinien fallen unter den Begriff „kontroverse Waffen“ Antipersonenminen, Streumunition sowie biologische und chemische Waffen. Die grünen Banken kritisieren, dass diese Definition nicht der am weitesten verbreiteten Auffassung entspreche, wonach kontroverse Waffen eine unverhältnismäßige Wirkung haben und übermäßiges Leid verursachen.
Behörde sieht keinen Handlungsbedarf
Laut EU-Vorgaben fallen beispielsweise Atomwaffen nicht unter kontroverse Waffen, außerdem Blendlaser- und Brandwaffen (weißer Phosphor) sowie Munition, die abgereichertes Uran enthält. Das Bankenbündnis sieht hier eine regulatorische Lücke und fordert, dass die EU-Richtlinie diese Waffengattungen ausschließt und hierzu mindestens sechs internationale Abkommen berücksichtigt: die Konventionen zu chemischen, biologischen und bestimmten konventionellen Waffen, Streumunition, Antipersonenminen sowie den Atomwaffenverbotsvertrag.
Die europäische Finanzaufsichtsbehörde Esma teilte hierzu mit, dass sie an der bisherigen Definition festhalten wolle.
Zu dem Bankenbündnis gehören die GLS Bank und ihr Vermögensverwalter GLS Investments, die Bank im Bistum Essen (BIB), die DKM, die Pax-Bank für Kirche und Caritas, die Bank für Kirche und Diakonie (KD-Bank), die Evangelische Bank und ihr Vermögensverwalter EB-Sim, die Steyler Ethik Bank, der Finanzdienstleister Tomorrow, die SozialBank, die UmweltBank sowie die Triodos Bank.
Mehr Informationen zu diesen und weiteren nachhaltigen Finanzinstituten finden Sie auf der ECOreporter-Bankenseite.
Im April hatten mehrere deutsche Nachhaltigkeitsbanken ein Positionspapier zur Einstufung von Rüstung als nachhaltig veröffentlicht (ECOreporter berichtete hier).