An den Finanzmärkten wird es immer grüner - zumindest auf den ersten Blick. / Foto: Fotolia, krizz7

  Fonds / ETF

Nachhaltige Fonds sammeln immer mehr Geld ein – ein Warnsignal?

Der grüne Fonds-Boom reißt nicht ab. Im Gegenteil: Im ersten Halbjahr 2021 investierten Anlegerinnen und Anleger so viel Geld in nachhaltige Fonds wie nie zuvor.

Fast 110 Milliarden Euro flossen von Januar bis Juni in aktiv verwaltete Fonds aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das hat das Analysehaus Mountain View ermittelt. Besonders beliebt waren global investierende Aktien- und Mischfonds. ETFs berücksichtigte Mountain View in seiner Studie nicht.

38 Prozent grün

42 Milliarden Euro und damit 38 Prozent der Nettozuflüsse entfielen auf Fonds mit nachhaltiger Ausrichtung. Zum Vergleich: Im Gesamtjahr 2020 sammelten nachhaltige Fonds 46 Milliarden Euro ein.

Ein Grund für die rasanten Zuwächse: Weil Kundinnen und Kunden verstärkt nach grünen Geldanlagen fragen, vermarkten immer mehr Anbieter ihre Fonds als nachhaltig – auch wenn diese bei näherem Hinsehen allenfalls hellgrün sind. Zudem erlaubt es die seit März geltende EU-Offenlegungsverordnung, wenig anspruchsvolle Fonds nach Artikel 8 der Verordnung als nachhaltig einzustufen und so mit einem werbewirksamen offiziellen grünen Siegel zu versehen. Die Einordnung nehmen die Anbieter selbst vor, und eine inhaltliche Kontrolle findet bislang nicht statt – eine Einladung zum Greenwashing.

Ausführliche ECOreporter-Tests und Wertentwicklungen von Fonds, die tatsächlich kerngrün sind, finden Sie hier.

Mehr zum Thema Fonds-Greenwashing können Sie hier lesen.

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