Nikola hat im vergangenen Jahr endlich den ersten Nikola Tre ausgeliefert. / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien

Nikola kooperiert mit Leasing-Spezialist Corcentric

Der US-amerikanische Elektro-Lkw-Entwickler Nikola hat eine Zusammenarbeit mit dem Finanzdienstleister Corcentric Fleet Funding Solutions bekannt gegeben. Der Schritt soll Kunden die Finanzierung von emissionsfreien Lkws erleichtern.

Corcentric Fleet Funding Solutions ist Anbieter von Leasing- und Finanzierungslösungen. Gemäß der Vereinbarung wird Corcentric Fahrzeuge und zugehörige Anlagen wie Wasserstoff-Tankstellen direkt von Nikola erwerben, um diese dann Kunden in einem Leasing-Paket anbieten zu können.

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Angeboten werden soll über das Programm zunächst der batteriebetriebene Nikola Tre, den das Unternehmen in Ulm bauen lässt. Die Markteinführung des Brennstoffzellen-Modells Nikola Two ist für 2023 geplant.

Nikola sammelt neue Aufträge

Zu den ersten Kunden des neuen Leasingangebots könnte das Logistikunternehmen Saia LTL Freight gehören. Dieses hatte in der vergangenen Woche eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MoU) zum Kauf oder Leasing von 100 batteriebetriebenen Lkws des Typs Nikola Tre unterschrieben. Voraussetzung ist der erfolgreiche Abschluss eines Demonstrationsprogramms.

Die Nikola-Aktie schloss im Tradegate-Handel am Freitag 9 Prozent im Minus zum Vortag bei 6,44 Euro (Stand: 21.1.2022, 22:26 Uhr). Im Monatsvergleich ist die Aktie 22,4 Prozent im Minus, auf Jahressicht hat sie 60,5 Prozent an Wert verloren.

Nikola hatte Ende 2021 das erste Modell des Nikola Tre an das US-Logistikunternehmen Heniff Transportation Systems ausgeliefert. Insgesamt soll Heniff in der ersten Jahreshälfte 2022 zehn Fahrzeuge erhalten – die Bestellung könnte noch auf 90 Stück aufgestockt werden. Von seinen ursprünglichen Zielen ist Nikola trotzdem weit entfernt: Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr eigentlich 25 bis 50 Fahrzeuge bauen wollen – ursprünglich waren sogar 50 bis 100 E-Lkws angekündigt worden.

Das sind nicht die einzigen Schwierigkeiten des Unternehmens: Ex-Chef und Gründer Trevor Milton ist wegen Betrugs angeklagt. Er soll Anlegerinnen und Anleger über den tatsächlichen Stand von Nikolas Fahrzeugentwicklung getäuscht haben, um den Kurs der Aktie nach oben zu treiben. Das Unternehmen musste deshalb bereits eine Geldstrafe von 125 Millionen Dollar (111 Millionen Euro) an die US-Börsenaufsicht SEC zahlen, das Geld will das neue Management von Milton wieder einklagen. 

Kooperationspartner wie General Motors und Bosch haben die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen daher beendet oder deutlich reduziert. Seit dem deutschen Handelsstart im Juni 2020 hat die Nikola-Aktie rund 88 Prozent an Wert verloren. ECOreporter rät von einem Einstieg ab.

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Im Überblick Von Bloom Energy bis Linde: Das sind die besten Wasserstoff-Aktien lesen Sie mehr über Chancen und Risiken der Wasserstoff-Branche.

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