Roche bemängelt die mangelnde Attraktivität der Entwicklung von Antibiotika. / Foto: Unternehmen

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Roche: Antibiotikum gegen multiresistente Keime soll kommen – Kritik an Politik

Der Schweizer Pharmakonzern Roche will sich weiter bei der Entwicklung von Antibiotika gegen multiresistente Keime engagieren. Firmenchef Severin Schwan würde sich dabei allerdings mehr politische Unterstützung wünschen – finanziell sei der Sektor nicht attraktiv.

"Das Ziel ist, bis in fünf Jahren ein erstes wirksames Antibiotikum zu haben", sagte Schwan der "NZZ am Sonntag". Gleichzeitig schränkte er allerdings ein, das Ausfallrisiko bei Mitteln zur Behandlung von Infektionskrankheiten betrage um die 90 Prozent. Das Unternehmen sei mit Versprechen daher vorsichtig.

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Roche ist Teil einer Initiative von Pharmafirmen und Stiftungen, die das Ziel hat, bis 2030 mehrere neue Antibiotika bereitzustellen. Das geschieht vor dem Hintergrund, dass immer mehr Bakterien gegen heutige Antibiotika resistent sind.

Resistente Keime seien ein wichtiges gesellschaftliches Problem. Roche müsse mithelfen, es zu lösen. "Bleibt die Pharmaindustrie hier untätig, wird das ihrem Ansehen in der Öffentlichkeit schaden."

Gleichzeitig kritisierte Roche-Chef Schwan allerdings, dass sich die Entwicklung bei den aktuellen Preisen nicht auszahle. Die Marktzulassung für Mittel gegen multiresistente Keime sollte aus seiner Sicht ähnlich geregelt werden wie für Medikamente gegen seltene Krankheiten. Dort habe die Politik Hürden abgebaut, Preiserhöhungen toleriert und Hersteller für eine gewisse Zeit vor Konkurrenz geschützt. "Plötzlich war das Gebiet wieder interessant."

Die Roche-Aktie kostet am Handelsplatz Lang & Schwarz aktuell 317,20 Euro und ist zum Vortag 0,4 Prozent im Minus (Stand: 27.7.2021, 10:42 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 1,9 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 7,1 Prozent an Wert gewonnen.

Im ersten Halbjahr 2021 ist Roche weiter gewachsen, angetrieben von starken Geschäften in der Diagnostiksparte. Aber auch das eigentliche Kerngeschäft mit Medikamenten ist dabei, die Corona-bedingten Belastungen abzuschütteln. ECOreporter schätzt die Aussichten des Pharmakonzerns als gut ein. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2021 von 18 ist die Aktie weiterhin günstig bewertet. Anlegerinnen und Anleger können mit einer kleinen Position einsteigen.

Bitte beachten Sie allerdings: Für Investoren aus EU-Ländern ist es seit Sommer 2019 umständlich und unter Umständen deutlich teurer, Schweizer Aktien zu kaufen. Mehr dazu erfahren Sie hier.

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F. Hoffmann-La Roche AG: ISIN CH0012032048 / WKN 85516

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