Der Roche-Turm in Basel: Die Diagnostiksparte stützt das Geschäft in der Corona-Pandemie. / Foto: Roche

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Roche leidet unter der Pandemie – Corona-Tests boomen

Das Hauptgeschäft des schweizerischen Pharmakonzerns Roche mit Medikamenten macht zwar drei Viertel des Gesamtumsatzes aus. Während der Corona-Pandemie ist es aber in den Hintergrund getreten gegenüber dem Diagnostikgeschäft. Mit seinen 15 Tests für COVID-19 verzeichnete das Segment ein zweistelliges Umsatzwachstum. Das gab der Konzern am heutigen Donnerstag bekannt.

Roche-Chef Severin Schwan erwartet, dass die Nachfrage nach den Tests sogar noch weiter ansteigen wird. Dies stützt die Prognose des Schweizer Unternehmens, trotz des Drucks auf das Medikamentengeschäft Umsatz und Gewinn im Jahr 2021 zu steigern.

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Im vierten Quartal sank der Pharma-Umsatz um 7 Prozent auf 10,2 Milliarden Schweizer Franken (CHF, 9,4 Milliarden Euro), der Diagnostik-Umsatz hingegen legte um 28 Prozent auf 4,1 Milliarden CHF (3,8 Milliarden Euro) zu.

Im Gesamtjahr 2020 stieg der Nettogewinn von Roche auf 15,1 Milliarden CHF (14 Milliarden Euro), nach 14,1 Milliarden CHF im Jahr 2019. Der Umsatz lag bei 58,3 Milliarden CHF (54 Milliarden Euro), ein Rückgang von 5 Prozent gegenüber 2019, da der Schweizer Franken gegenüber anderen Währungen wie dem US-Dollar stärker wurde. Zu konstanten Wechselkursen stieg der Umsatz um 1 Prozent.

"Ich predige seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, wie wichtig die Diagnostik ist und wie unterbewertet sie ist", sagte Roche-Chef Schwan in einem Telefonat mit Reportern. "Leider haben Länder auf der ganzen Welt zu wenig in diesen Bereich investiert, und wahrscheinlich brauchte es so etwas wie COVID-19, um die Bedeutung der Diagnostik zu erkennen."

Hoffnung auch für Medikamentensparte

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Roche mit einem Umsatzwachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich zu konstanten Wechselkursen und einem ähnlich hohen Wachstum des Kerngewinns je Aktie. Da im Laufe des Jahres weitere Impfstoffe von anderen Unternehmen auf den Markt kommen, hofft der Pharmakonzern auch in der Medikamentensparte auf Besserung.

Am Handelsplatz Lang & Schwarz ist die Roche-Aktie im Vergleich zum Vortag aktuell 1,8 Prozent im Plus und notiert bei 288,15 Euro (Stand: 4.2.2021, 12:06 Uhr). Auf Monatssicht ist sie damit praktisch unbewegt, im Jahresvergleich hat sie 6,6 Prozent an Wert verloren.

ECOreporter sieht Roche als ein solides Langzeitinvestment, mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15 für das Geschäftsjahr 2021 ist die Aktie günstig bewertet. Anlegerinnen und Anleger können mit einer kleinen Position einsteigen.

Bitte beachten Sie allerdings: Für Investoren aus EU-Ländern ist es seit Sommer 2019 umständlich und unter Umständen deutlich teurer, Schweizer Aktien zu kaufen. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Welche Gesundheitsaktien ECOreporter derzeit empfiehlt, lesen Sie in unserem Überblick: Nachhaltige Gesundheitsaktien: Bis zu 41 Prozent Plus

F. Hoffmann-La Roche AG: ISIN CH0012032048 / WKN 855167

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