SAP-Technik-Vorstand Jürgen Müller hat die vom Konzern mitentwickelte Corona-Warn-App gegen Kritik verteidigt. / Foto: Pixabay

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SAP-Vorstand: Deutschland steht bei Digitalisierung „nicht gut da“

Jürgen Müller, Chief Technology Officer (CTO) von Europas größtem Softwarekonzern SAP, hat deutliche Kritik an Deutschlands digitaler Infrastruktur und dem Umgang mit Datenschutz geübt. Zudem verteidigte er die Corona-Warn-App, die SAP gemeinsam mit der Deutschen Telekom entwickelt hat.

Die Corona-Warn-App, die wegen ihrer mangelnden Anwendungsmöglichkeiten oft gerügt wird, ist aus Sicht des CTOs ein Erfolg. "Die CWA wird von Datenschützern gelobt und erfüllt auch ihren Zweck. Ich hoffe, dass das in der Bevölkerung mehr Akzeptanz findet", sagte Müller im Podcast „Die Stunde Null“ des Finanzmagazins Capital und des Fernsehsenders ntv. Die App hat aktuell rund 28 Millionen Nutzerinnen und Nutzer.

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Nach Ansicht Müllers zeigt die App, dass man "Datensparsamkeit mit Nützlichkeit verbinden kann": "Man muss keine persönlichen Daten angeben, um trotzdem über die Corona-Warn-App beispielsweise nach einem Check-In gewarnt werden zu können." Etwa vier Millionen Menschen seien gewarnt worden, dass eine positiv auf Corona getestete Person in ihrer Nähe war.

Generell sieht Müller die Einstellung der Deutschen zu digitalen Hilfsmitteln kritisch. "Wir haben ein interessantes Verhältnis zum Datenschutz. Wir geben in sozialen Medien viele Informationen preis - aber sobald uns der Staat helfen möchte, gibt es Fragezeichen", so der Manager. "Das sollten wir diskutieren in der Gesellschaft."

Fokus auf das Cloud-Geschäft

Deutliche Kritik übte Müller an der digitalen Infrastruktur der Bundesrepublik. Hier stehe Deutschland „nicht gut da“. Zwar sei diese Erkenntnis mittlerweile bei den meisten angekommen, allerdings müsse das auch Konsequenzen haben. "Die Ressource, die wir in Deutschland haben, ist Wissen. Und da müssen wir Weltklasse sein", sagte Müller.

Die SAP-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 1,4 Prozent zum Vortag im Minus und kostet 115,00 Euro (Stand: 9.6.2021, 10:47 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 0,1 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 3,4 Prozent an Wert verloren.

SAP will aktuell einen schnelleren Umstieg der Kundschaft auf die Cloud-Versionen der SAP-Standardsoftware erreichen. Kurzfristig dürften dafür notwendige Investitionen in diesem und im kommenden Jahr das Ergebnis drücken. Langfristig kann sich diese Strategie aber auszahlen. Im April hatte der Konzern erstmals Zahlen zum schnell wachsenden Cloud-Geschäft veröffentlicht, seitdem hat sich die Aktie im Wesentlichen seitwärts bewegt. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 23 für 2021 ist die SAP-Aktie immer noch moderat bewertet und kann für langfristig orientierte Anlegerinnen und Anleger weiter eine Option sein.

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SAP SE:  ISIN DE0007164600 / WKN 716460

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