Eine Abstufung für Siemens Gamesa hat auch für die Konkurrenten Nordex und Vestas Konsequenzen. / Foto: Unternehmen

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Siemens Gamesa präsentiert recycelbares Rotorblatt – Abstufung sorgt für Branchen-Kursrutsch

Der deutsch-spanische Windturbinenbauer Siemens Gamesa hat das nach eigenen Angaben weltweit erste recycelbare Offshore-Rotorblatt vorgestellt. Die Aktie des Unternehmens beschäftigte unterdessen anderes: Nach der Abstufung durch eine US-Investmentbank gibt der Kurs deutlich nach. Auch die Konkurrenten Vestas und Nordex müssen Federn lassen.

Das sogenannte RecyclableBlade ist Siemens Gamesa zufolge das erste Windturbinenblatt der Welt, das am Ende seines Lebenszyklus recycelt werden kann. Die ersten sechs Rotorblätter mit einer Länge von 81 Metern wurden in der Blattfabrik von Siemens Gamesa im dänischen Aalborg produziert. Mit dem Blatt sei man dem Ziel, Rotoren bis 2040 vollständig recycelbar zu machen, "weit voraus", sagt Gregorio Acero, Leiter des Bereichs Qualitätsmanagement und Gesundheit, Sicherheit und Umwelt bei Siemens Gamesa,

Aktie verliert deutlich

Um das RecyclableBlade in der Praxis zu erproben, hat Siemens Gamesa Vereinbarungen mit drei seiner wichtigsten Kunden getroffen: Der Essener Energiekonzern RWE, der Bremer Wind- und Solarpark-Projektierer und-Betreiber WPD und der französische Energieversorger EDF Renewables wollen das Blatt in zukünftigen Projekten testen. RWE will die recycelbaren Rotorblätter dabei bereits im deutschen Offshore-Windkraftwerk Kaskasi installieren, der 2022 in Betrieb gehen soll.

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Überschattet wurde die Nachricht am gestrigen Mittwoch allerdings von einer Meldung der US-Investmentbank JPMorgan: Diese stufte die Siemens Gamesa-Aktie von "Übergewichten" auf "Neutral" ab und senkte das Kursziel von 30 auf 26 Euro. Eine Phase sinkender Erwartungen an das Windkraftunternehmen dürfte länger dauern, hieß es in einer entsprechenden Studie. Das Wachstumsschema für das Windkraftgeschäft auf hoher See bleibe zwar intakt, Projektverzögerungen dürften aber vorerst die Umsätze bremsen. Auch bei Anlagen an Land gebe es anhaltenden Gegenwind.

Die Siemens Gamesa-Aktie stürzte in der Folge im Xetra-Handel bis Börsenschluss um 8,4 Prozent ab – und riss die Konkurrenz mit sich: Die Vestas-Aktie verlor 5,2 Prozent an Wert, für den Nordex-Kurs ging es um rund 5,5 Prozent abwärts.

Aktuell ist die Siemens Gamesa-Aktie im Tradegate-Handel zum Vortag weitere 2,6 Prozent im Minus und steht bei 22,88 Euro (Stand: 9.9.2021, 9:05 Uhr). Im Monatsvergleich hat die Aktie 5,4 Prozent an Wert verloren, auf Jahressicht ist sie 9,2 Prozent im Plus.

Auch die Aktien von Nordex und Vestas haben am Berliner Finanzplatz Tradegate im frühen Handel nachgegeben. Nordex notiert 1,9 Prozent im Minus bei 15,03 Euro, der Vestas-Kurs verlor 0,8 Prozent, die Aktie kostet aktuell 33,71 Euro.

Welche Aktie ist empfehlenswert?

Siemens Gamesa hat nach dem dritten Quartal seines Geschäftsjahres 2020/2021 im Juli bereits zum zweiten Mal seine Umsatz- und Gewinnprognose für das Gesamtjahr gesenkt. Der Konzern rechnet jetzt bestenfalls noch mit einer schwarzen Null. ECOreporter rät bei der Siemens Gamesa-Aktie daher klar zur Vorsicht.

Auch bei der Nordex-Aktie sieht die Redaktion erhebliche Risiken und rät von einem Einstieg weiterhin ab.  In der ersten Jahreshälfte konnte Nordex Auftragseingang und Umsatz zwar deutlich steigern, blieb aber in der Verlustzone.

Die besten Aussichten in der Branche hat nach Einschätzung von ECOreporter die Vestas-Aktie. Diese ist allerdings derzeit zu teuer für einen Einstieg – weitere Rücksetzer könnten hier aber als Chance gesehen werden. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Einen Überblick über die Windbranche bietet Ihnen das ECOreporter-Dossier Die besten Windaktien - wo sich jetzt der Einstieg lohnt.

Siemens Gamesa Renewable Energy S.A:  ISIN ES0143416115 / WKN A0B5Z8

Nordex SE:  ISIN DE000A0D6554 / WKN A0D655

Vestas Wind Systems A/S: ISIN: DK0061539921 / WKN: A3CMNS

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