Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten

Siemens schließt Recycling-Partnerschaft

Der Münchner Technologiekonzern und ECOreporter-Aktien-Favorit Siemens hat eine Partnerschaft mit der auf das Recycling von Altreifen spezialisierten Pyrum Innovations AG aus Dillingen/Saar geschlossen. Gemeinsam wollen die Unternehmen die Pyrolyse-Anlagen von Pyrum mit dem Digitalisierungs- und Automatisierungsportfolio von Siemens technologisch und wirtschaftlich fördern und optimieren. Bei der Pyrolyse handelt es sich um einen thermo-chemischen Umwandlungsprozess, bei dem mittels hoher Temperaturen chemische Verbindungen in ihre Ausgangsmaterialien aufgespalten werden.

Pyrums Pyrolyseprozess funktioniert laut Unternehmen energieautark und spart einen Großteil der üblicherweise bei der Entsorgung von Altreifen in einem Zementwerk anfallenden CO2-Emissionen ein. Aus den Abfällen werden so neue Rohstoffe gewonnen, etwa Pyrolyseöl, Gas und recyceltes Industrieruß (Carbon Black). Letzteres wird unter anderem für Druckfarben, Kunststoffe, aber auch Kosmetika verwendet.

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Die Partnerschaft sieht laut Mitteilung vor, dass Siemens unter anderem Pyrum und Pyrums Kunden bei der Auswahl der optimalen Technologie in den Bereichen Prozessautomatisierung, Prozessanalytik, Antriebstechnik und Digitalisierung unterstützt. Darüber hinaus wird Siemens beispielsweise bei der Optimierung von Verfahrensprozessen sowie bei der Aus- und Weiterbildung helfen, etwa durch die gemeinsame Veranstaltung von Workshops, Trainings und Schulungen.

Es ist geplant, unverzüglich mit der Umsetzung der verschiedenen Maßnahmen zu beginnen. Nach Kooperationen mit BASF und Continental ist die Partnerschaft mit Siemens bereits Pyrums dritte Vereinbarung mit einem namhaften deutschen Industrieunternehmen. Hinzu kommen weitere Projekte mit international tätigen Unternehmen, etwa den Reifenherstellern Michelin, Pirelli, Schwalbe oder ELDAN.

Bundesumweltamt ist kritisch

Techniken der Abfallpyrolyse haben sich in Deutschland, anders als etwa in Asien und insbesondere Japan, bislang nicht durchgesetzt. Das Bundesumweltamt sieht sie kritisch, unter anderem wegen ihres hohen Energiebedarfs und der Wartungsintensität der komplexen Anlagen.

Die Siemens-Aktie kostet im Tradegate-Handel aktuell 100,10 Euro (Stand: 23.6.2022, 9:33 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 12 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 26 Prozent an Wert verloren.

Die Abfallpyrolyse steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen, für Siemens stellt sie keinen nennenswerten Geschäftszweig da, sondern ist eher als Forschungsinvestment zu sehen. Siemens befindet sich noch immer im Umbruch, der Konzern will sich vor allem auf digitale Geschäftsfelder und seine Zugsparte konzentrieren. Zuletzt erhielt Siemens im Zuggeschäft einen Rekordauftrag aus Ägypten. Wie gut die Neustrukturierung gelingen wird, ist noch unklar. Bei der Aktie gibt es daher erhöhte Risiken.

Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2022 von knapp 12 ist die Aktie allerdings nicht hoch bewertet, und die erwartete Dividendenrendite liegt bei attraktiven 3,4 Prozent. Risikobereite Anlegerinnen und Anleger, die von der Siemens-Strategie überzeugt sind, können einen Einstieg in Erwägung ziehen.

Siemens ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Reihe Dividendenkönige. Zum Unternehmensporträt gelangen Sie hier.

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