Der Eigenverbrauch von Solarstrom lohnt sich derzeit häufig mehr als der Verkauf des Stroms. / Foto: Pixabay

  Meldungen, Anleihen / AIF, Crowd-Investment

Solarausschreibung deutlich unterzeichnet

Die Bundesnetzagentur hat die Zuschläge der April-Ausschreibung für Solaranlagen auf Dächern veröffentlicht. Bei einem Ausschreibungsvolumen von 767 Megawatt (MW) wurden Gebote für nur 212 MW eingereicht. Zehn Zuschläge gingen an eine Unternehmensgruppe, die derzeit eine Anleihe und ein Nachrangdarlehen anbietet.

Warum war die Ausschreibung für Solaranlagen auf Gebäuden und Lärmschutzwänden (Solarausschreibung des zweiten Segments) so deutlich unterzeichnet? Nach Einschätzung der Bundesnetzagentur lag dies vor allem an dem gegenüber der Vorrunde massiv gesteigerten Ausschreibungsvolumen von 767 MW. Bei der letzten Ausschreibungsrunde im Dezember 2021 lag das Volumen noch bei 150 MW. Die jetzt eingereichte Gebotsmenge war mit 212 MW nur leicht niedriger als im Dezember (233 MW). 163 Gebote mit einem Volumen von 204 MW konnten bei der April-Ausschreibung bezuschlagt werden.

Ein möglicher Grund für die deutliche Unterzeichnung ist aber auch, dass die Zuschlagswerte deutlich unter dem Strompreis liegen, den Haushalte und Unternehmen zu zahlen haben. Daher kann in vielen Fällen der Eigenverbrauch des Stroms von Aufdach-Solaranlagen attraktiver sein als die Einspeisung über die Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

Die im Gebotspreisverfahren ermittelten Zuschlagswerte liegen bei der April-Ausschreibung zwischen 7,00 Cent/kWh und 8,91 Cent/kWh. Der mengengewichtete Durchschnittswert liegt bei 8,53 ct/kWh und ist damit gegenüber der Vorrunde (7,43 ct/kWh) gestiegen. Die nächste Ausschreibung für Aufdach-Solaranlagen ist für den 1. August 2022 vorgesehen.

Ostdeutschland dominiert

Bei den Ausschreibungen für Solaranlagen auf Freiflächen entfällt regelmäßig ein Großteil der Zuschläge auf Standorte in Bayern. Bei der Ausschreibung für Aufdach-Solaranlagen zeigt sich ein anderes Bild. Nur acht Zuschläge gingen bei der April-Ausschreibung nach Bayern. Die meisten Zuschläge entfielen auf Standorte in Brandenburg (28), Sachsen (23), Sachsen-Anhalt (18), Niedersachsen (18), Mecklenburg-Vorpommern (17) und Thüringen (16).

Zuschläge für enen endless energy

Zehn Zuschläge erhielt die enen endless energy GmbH. Zwei Tochtergesellschaften des Unternehmens bieten derzeit Crowdinvestings an.

Die Emittentin „enen Dachprojekte zur Nutzung von photovoltaischer Energie UG (haftungsbeschränkt) & Co. KG Bündel 7“ möchte elf Photovoltaik-Dachanlagen in Deutschland bauen und betreiben. Hinsichtlich der aufgeführten Standorte (Gemarkungen) besteht eine hohe Übereinstimmung der elf Projekte mit den zehn bezuschlagten Projekten bei der April-Ausschreibung. Ihr Vorhaben will die Emittentin teilweise durch Nachrangdarlehen finanzieren. Deren Zinssatz beträgt 5,5 Prozent pro Jahr bei einer Mindestlaufzeit von rund fünf Jahren. Eine Zeichnung ist ab 250 Euro möglich. Details zu dem Angebot erfahren Sie hier.

Ein weiteres Unternehmen der enen-Gruppe, die „enen PV Freiflächen Projekte UG (haftungsbeschränkt) 2 & Co. KG Finance 6“, bietet derzeit die Anleihe „enen Solar Projektentwicklung IV“ mit 6 Prozent Zins pro Jahr und Erlösbeteiligung an. Hier geht es nicht um Aufdach-Solaranlagen, sondern um zwei Freiflächen-Solaranlagen mit zusammen 44 Megawattpeak (MWp). Die Entwicklung der beiden Projekte können Anlegerinnen und Anleger ab 500 Euro finanzieren. Auch dieses Angebot hat sich ECOreporter näher angesehen.

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