Die Stadtwerke Würzburg bieten ein Nachrangdarlehen an, um Solaranlagen zu finanzieren. / Foto: Pixabay

30.04.20 Anleihen / AIF

Stadtwerke Würzburg wollen mit Anlegerkapital Solaranlagen errichten

Mehrere Solaranlagen in und um Würzburg sind geplant. Das Emissionsvolumen der Vermögensanlage "WVV-Bürgerbeteiligung 2.0“ beträgt insgesamt bis zu 6 Millionen Euro. Das Nachrangdarlehen hat eine Laufzeit bis Ende 2025 und einen Zins von 2,0 Prozent pro Jahr.

Der für ein Solar-Investment vergleichsweise geringe Zins hat einen Grund: Anleger investieren mit dem Crowdinvesting nicht in eine Solar-Projektgesellschaft, sondern in die Stadtwerke Würzburg AG als Emittentin des Nachrangdarlehens.

Emittentin mit vielfältiger Geschäftstätigkeit

Die Geschäftstätigkeit der Emittentin umfasst laut Vermögensanlagen-Informationsblatt (VIB) die Versorgung mit elektrischer Energie, Wärme, Erdgas, Trinkwasser, den Betrieb von Bädern, die Wertstoffentsorgung und die Entsorgungsaufgaben im Rahmen der Abfallgesetze sowie die Übernahme artverwandter Aufgaben.

Die Emittentin ist auf dem Markt der Energieversorger tätig. Die wesentliche Einflussgröße ist dabei laut VIB der Wettbewerb auf dem Energieversorgungsmarkt, da die Emittentin einem preisaggressiven Wettbewerb im Strom- und Gasmarkt ausgesetzt ist. Die wesentliche Grundlage für eine Zins- und Rückzahlung ist das jährliche wirtschaftliche Ergebnis der Emittentin. Sie hat laut Jahresabschluss 2018 eine Bilanzsumme von rund 201 Millionen Euro. Die bilanzielle Eigenkapitalquote beträgt Ende 2018 26,0 Prozent. Der Jahresüberschuss der Emittentin nach Steuern und vor Gewinnabführung lag 2018 bei rund 12,4 Millionen Euro.

Wer kann ein Nachrangdarlehen zeichnen?

Die Stadtwerke Würzburg AG schließt nach eigenen Angaben Verträge mit jeder voll geschäftsfähigen natürlichen Person ab, die zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses über einen ungekündigten Strom- und/oder Gaslieferungsvertrag mit der Stadtwerke Würzburg AG verfügt. Die Mindestzeichnung beträgt 500 Euro. Die Registrierung für eine Zeichnung erfolgt über die Online-Plattform Anleger-Service, zu der ein Link von der Internetseite der Würzburger Versorgungs- und Verkehrs GmbH führt. Anleger sollen dann den Zeichnungsschein ausfüllen und ihn unterschrieben zusammen mit einem unterschriebenen Exemplar des VIB an die Stadtwerke Würzburg AG zurücksenden.

Crowdinvesting-Angebote auf dem Markt

Aktuell gibt es Angebote, bei denen Anleger unabhängig von ihrem Strom- und Gasversorger in Solar- und Windenergieanlagen in Deutschland investieren können. Zudem fließt das Anlegerkapital bei diesen anderen Angeboten in Emittentinnen, die nur im Bereich  Erneuerbare Energien tätig sind.

Ein Beispiel ist das Angebot Bürgerwindpark Schönberg, das über die Online-Plattform ecozins vermittelt wird. ECOreporter hat den Geschäftsführer des Windparks, der seit Ende 2019 in Betrieb ist, befragt. Hier können Sie den ausführlichen Artikel lesen.

Ein weiteres Crowdinvesting refinanziert einen Bestands-Solarpark in Sachsen-Anhalt.

 

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