Fondspolicen sind eine Option für die Altersvorsorge. Doch mit der Nachhaltigkeit sieht es hier mau aus. / Foto: Pixabay

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Studie: Fondspolicen haben großen Nachholbedarf bei Nachhaltigkeit

Eine Fondspolice ist eine Lebens- oder Rentenversicherung, die Kundengelder in Fonds anlegt. Doch wer diese Form der Altersvorsorge nachhaltig ausrichten möchte, muss lange suchen. Eine aktuelle Auswertung zeigt: Die Auswahl ist klein. Und es gibt weitere Schwierigkeiten.

Nachhaltigkeit als Schlagwort liegt in der Finanzbranche schwer im Trend. Doch während es zahlreiche nachhaltige Fonds gibt und die Zahl der sich nachhaltig nennenden ETFs rasant zunimmt, gibt es bei Fondspolicen noch Nachholbedarf. Das zeigt der "Fondspolicen-Report 2020 – Nachhaltigkeit" von Smart Asset Management, einer Hamburger Beratungsgesellschaft für Fondspolicen.

Nachhaltigkeit nicht zusätzlich geprüft

Diese hat insgesamt 21 Tarife für einen Musterkunden in der Kategorie "Ausgewogen" analysiert, die für den Maklermarkt relevant sind. Dabei berücksichtigt der Report "grundsätzlich alle anwählbaren Fonds, die durch die Versicherer in ihren Tarifen als nachhaltig gekennzeichnet sind", erklärt Thorsten Dorn, Co-Geschäftsführer von Smart Asset Management. "Uns geht es nicht darum, den Begriff der Nachhaltigkeit zu qualifizieren oder zu bewerten." Es ist also nicht überprüft, inwieweit das Werbeversprechen Nachhaltigkeit tatsächlich eingehalten wird.

Das Ergebnis: Lediglich bei zehn Tarifen ist es möglich, mit dem aktuellen Fondsangebot erfolgreiche Portfolios für eine Kundengruppe mit dem Ziel Nachhaltigkeit zu erstellen. "Ursächlich hierfür ist das schwache Angebot auf der Rentenseite", so Dorns Geschäftsführer-Kollege Matthias Buße. Die Experten werteten die Rendite-Risikoergebnisse der einzelnen Fonds der vergangenen acht Jahre mit Stichtag 30. Oktober 2020 unabhängig von Versicherungsgesellschaften oder Fondsgesellschaften aus.

Weiterhin ergab die Analyse, dass das Angebot an nachhaltigen Einzelfonds in den Policen aktuell deutlich zu gering ist. Zudem wird das Angebot bis auf wenige Ausnahmen dem Ziel nachhaltiger Investments nicht gerecht. Zehn von 21 Tarifen bieten eine Auswahl von weniger als zehn Einzelportfolios mit Nachhaltigkeitsfokus an.

Bei den von den Versicherern zusammengestellten Angeboten ist die Situation dem Report zufolge für die Kundinnen und Kunden noch schlechter: Hier seien gerade vier von insgesamt neun Portfolios für Kundinnen und Kunden mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit geeignet.

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