Veganz schreibt weiterhin rote Zahlen. / Foto: Veganz

  Nachhaltige Aktien, Anleihen / AIF

Veganz erwartet Einbußen, Aktie verliert 24 %

Für den veganen Lebensmittelanbieter Veganz lief es in den letzten Monaten nicht gut, und auch die Jahresprognose enttäuscht. Der Börsenkurs des Berliner Unternehmens bricht weiter ein.

Veganz setzte im ersten Quartal 2022 6,9 Millionen Euro um. Im Vorjahreszeitraum waren es 8,8 Millionen Euro. Als Gründe für den deutlichen Rückgang nennt das Unternehmen gestörte Lieferketten und die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs. Weil sich der Lebensmitteleinzelhandel in den letzten Monaten auf die Sicherstellung der Grundversorgung konzentriert habe, sei es „nahezu unmöglich“ gewesen, Veganz-Produkte neu in die Läden zu bringen oder Werbeaktionen im Discounter-Bereich durchzuführen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verschlechterte sich von minus 1,3 auf minus 1,9 Millionen Euro.

Wegen der derzeit ungünstigen geschäftlichen Rahmenbedingungen geht Veganz für das Gesamtjahr 2022 von einem leichten Umsatzrückgang und einem leicht verringerten EBITDA aus. Das Unternehmen rechnet damit, dass die geplante Fabrik in Werder an der Havel wegen knapper Baustoffe nicht vor dem zweiten Quartal 2023 fertiggestellt sein wird. Zudem sollen die Investitionskosten für das neue Werk voraussichtlich rund 30 Prozent über den zunächst erwarteten 12,6 Millionen Euro liegen.

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Die schwachen Zahlen und Aussichten haben die Veganz-Aktie heute im Xetra-Handel um 24 Prozent einbrechen lassen. Aktuell steht der Kurs bei 29,20 Euro (24.5.2022, 9:05 Uhr). Veganz ist seit Anfang November 2021 an der Börse. Nach einem Rekordkurs von mehr als 100 Euro am 17. November ging es für die Aktie stetig bergab.

ECOreporter sieht weiterhin sehr große Risiken bei Veganz. Das Unternehmen hat 2021 nach vorläufigen Zahlen höhere Verluste verbucht als erwartet (ECOreporter berichtete hier). Der Jahresbericht 2021 ist bislang nicht veröffentlicht. Veganz wies nach dem ersten Halbjahr 2021 einen Bilanzverlust von 13,2 Millionen Euro auf, der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag lag bei 8,7 Millionen Euro.

Durch den Börsengang und andere Finanzierungen hat sich Veganz frisches Kapital besorgt, die bilanzielle Situation bleibt aber wackelig: Einem Anlagevermögen von 13,2 Millionen Euro, das sich fast ausschließlich aus Markenrechten zusammensetzt, standen nach dem ersten Halbjahr 2021 langfristige Verbindlichkeiten in Höhe von 23,7 Millionen Euro gegenüber. Alleine den Gläubigern der Unternehmensanleihe schuldete Veganz Mitte letzten Jahres noch knapp 4,3 Millionen Euro. 2017 hatte eine Tochtergesellschaft des Unternehmens, die zehn vegane Supermärkte betrieb, Insolvenz anmelden müssen.

Die mit 7,5 Prozent verzinste Veganz-Anleihe notiert an der Frankfurter Börse derzeit bei 87,80 Prozent (Stand 24.5.2022, 9:35 Uhr). ECOreporter hatte sich das Anleiheangebot hier näher angesehen.

Lesen Sie auch unser Dossier 15 vegane Aktien: Hier muss kein Tier für die Rendite leiden.

Veganz Group AG:

Veganz Anleihe 2020/2025: ISIN DE000A254NF5 / WKN A254NF

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