Für Solardachanlagen hätten in der aktuellen Ausschreibung noch deutlich mehr Zuschläge erteilt werden können. / Foto: Pixabay

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Ausschreibung für Solaranlagen deutlich überzeichnet – Warten auf EU-Kommission

Die Bundesnetzagentur hat die Zuschläge der jüngsten Ausschreibung für Solardachanlagen veröffentlicht. Die Ausschreibung war erneut deutlich überzeichnet, was aber vermeidbar gewesen wäre. Ein Unternehmen aus den ECOreporter-Aktien-Favoriten hat fünf Zuschläge bei der Ausschreibung erhalten. Ein Zuschlag ging an ein sehr großes Dachanlagenprojekt mit rund 20 Megawatt (MW) Leistung.

Bei einer ausgeschriebenen Menge von insgesamt 258 MW reichten die Bieter 209 Gebote mit einer Gebotsmenge von insgesamt 434 MW bis zum Gebotstermin am 1. Oktober ein. Das ist die größte bislang bei einer Ausschreibung für Solaranlagen auf Gebäuden und Lärmschutzwänden (sogenannten Solaranlagen des zweiten Segments) eingereichte Gebotsmenge. Die Bundesnetzagentur konnte 119 Geboten mit einem Volumen von zusammen 259 MW einen Zuschlag erteilen.

"Der erneute Rekordwert bei der Gebotsmenge für Solardachanlagen stimmt optimistisch im Hinblick auf den technologiespezifischen Ausbaupfad, insbesondere vor dem Hintergrund der angestrebten Parität mit dem Ausbau bei Freiflächenanlagen," sagt Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur.

Durchschnittlicher Zuschlagswert steigt auf über 9 Cent/kWh

Zulässiger Gebotshöchstwert bei den Solardachanlagen-Ausschreibungsrunden in diesem Jahr sind 10,5 Cent/kWh. Die im Gebotspreisverfahren ermittelten Zuschlagswerte liegen bei der Oktober-Ausschreibungsrunde zwischen 7,45 Cent/kWh und 9,69 Cent/kWh. Der mengengewichtete durchschnittliche Zuschlagswert liegt mit 9,04 Cent/kWh etwas höher als in der vorherigen Ausschreibungsrunde (8,94 Cent/kWh).

Die größten Zuschlags-Volumina entfielen auf Gebote für Standorte in Nordrhein-Westfalen (58 MW, 21 Zuschläge) und Bayern (48 MW, 21 Zuschläge), gefolgt von Standorten in Baden-Württemberg (24 MW, 9 Zuschläge) und Hessen (21 MW, 9 Zuschläge).

Fehlende EU-Genehmigung bremst Solarausbau

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Für die Ausschreibung der durch das als „Solarpaket I“ bekannte Gesetz erhöhten Ausschreibungsvolumina für Solaranlagen des zweiten Segments in den Jahren 2024 bis 2029 fehlt bislang immer noch die beihilferechtliche Genehmigung der EU-Kommission. Das Solarpaket I wurde bereits im April 2024 von Bundestag und Bundesrat beschlossen.

Falls die beihilferechtliche Genehmigung der EU-Kommission bis zum Gebotstermin erteilt worden wäre, hätte das Ausschreibungsvolumen nach Angaben der Bundesnetzagentur 508 MW statt 258 MW betragen.

Die nächste Ausschreibung für Solaranlagen auf Gebäuden ist für den 1. Februar 2025 angesetzt. Es ist derzeit nicht sicher, dass bis zu diesem Termin die beihilferechtliche Genehmigung der EU-Kommission vorliegt. Zu berücksichtigen ist auch, dass es seit wenigen Tagen eine neue EU-Kommission gibt, die sich noch in verschiedene Themen einarbeiten muss.

Zuschläge für Enviria und für Solaranlage auf einem Gewächshaus

Fünf Zuschläge für zusammen rund 13 MW gingen an verschiedene Enviria-Gesellschaften. Enviria, laut Impressum die Enviria Energy Holding GmbH aus Frankfurt am Main, übernimmt nach eigenen Angaben sowohl die Finanzierung, Planung, Installation und den Betrieb von Solaranlagen als auch die Integration von Ladestationen und Energiespeichern. Mehr als 200 Mitarbeitende haben laut Unternehmen seit der Gründung im Jahr 2017 über 500 gewerbliche Projekte umgesetzt. Im Februar 2024 teilte Enviria mit, dass man mit dem weltgrößten Vermögensverwalter BlackRock eine Kapitalbeteiligung in Höhe von über 200 Millionen US-Dollar über den Fonds Global Renewable Power IV (GRP IV) vereinbart habe.

Zwei der Zuschläge der Oktober-Ausschreibung umfassen ein Gebotsvolumen von jeweils über 10 MW. Zum einen ist das ein Zuschlag für die Sunrock Solarproject 1 GmbH & Co. KG mit 11,2 MW. Standort des Solarprojekts ist die Gemeinde Dingolfing in Bayern. Nähere Infos zur Sunrock Solarproject 1 GmbH & Co. KG und ihrer Verbindung zu einem großen Bekleidungsunternehmen lesen Sie hier.

Der Zuschlag mit dem größten Gebotsvolumen von 19,988 MW ging an die Westhoff Energy GmbH. Diese hat ihren Sitz im nordwestlichen Nordrhein-Westfalen in der Gemeinde Südlohn, wo sich auch der Solaranlagenstandort befindet. Laut Handelsregister ist der Geschäftszweck der Westhoff Energy GmbH „der Betrieb einer Photovoltaikanlage auf dem Gewächshaus der Westhoff Gartenbau- und Spezialkulturen GbR und andere Flächen sowie die Direkteinspeisung des erzeugten Stroms in das öffentliche Stromnetz“.

Zuschläge für die Deutsche Post AG

Die Deutsche Post AG, die börsennotierte Muttergesellschaft des Konzerns DHL Group, erhielt bei der Oktober-Ausschreibung fünf Zuschläge für eine Gebotsmenge von zusammen 6,2 MW. Die Standorte der Solaranlagen befinden sich in Bayern (zwei Zuschläge), Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

Die DHL Group/Deutsche Post ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Nachhaltige Dividendenkönige. Eine Einschätzung der Aktie finden Sie hier.

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Deutsche Post AG: ISIN DE0005552004 / WKN 555200

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