KI-Giganten wie Nvidia bereiten aktuell vielen Anlegerinnen und Anlegern Bauchschmerzen. / Illustration: Nvidia

  Nachhaltige Aktien

Chip-Aktien: Platzt jetzt die KI-Blase?

Viele Halbleiter-Aktien haben am gestrigen Donnerstag stark an Wert verloren. Grund dafür waren nicht nur die Wahlen in den USA. Wie sollten sich Anlegerinnen und Anleger jetzt verhalten?

Vor allem in den USA brachen gestern reihenweise Aktienkurse ein. Die Konzerne im Großwerteindex S&P 500 büßten so viel an Börsenwert ein wie nie zuvor an einem einzelnen Tag. Der Tech-Index Nasdaq gab um 5,5 Prozent nach – einer der höchsten Tagesverluste der letzten Jahrzehnte.

Hohe Verluste auch in Asien

Heute Nacht setzte sich die Talfahrt fort: Der technologielastige südkoreanische Leitindex Kospi verlor in der Spitze 9 Prozent, der Aktienhandel in Seoul wurde deshalb zwischenzeitlich für 20 Minuten ausgesetzt. Als die Börse in Seoul heute Morgen um 7:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit ihre Pforten schloss, lag der Kospi immer noch 6 Prozent im Minus. Der deutsche Leitindex DAX 40 notiert aktuell 1,3 Prozent niedriger als gestern Abend (Stand 6.11.2026, 9:41 Uhr).

Am stärksten haben seit gestern Unternehmen mit KI-Bezug verloren – vor allem Chip-Konzerne und Tech-Riesen, aber auch Wasserstoffunternehmen, deren Brennstoffzellen Rechenzentren mit Strom versorgen. Betroffen waren neben Firmen aus den USA und Südostasien auch einige europäische Halbleiterkonzerne. Hohe Rücksetzer mussten unter anderem folgende Aktien hinnehmen:

  • AMD -16 %
  • Micron Technology -17 %
  • Bloom Energy -16 %
  • Arm Holdings -13 %
  • Siltronic -12 %
  • Infineon -11 %
  • TSMC -11 %
  • Tesla -11 %
  • Aixtron -11 %
  • Intel -10 %
  • Nvidia -9 %
  • Qualcomm -9 %
  • STMicroelectronics -9 %
  • ASML -9 %

Auslöser für die Kurseinbrüche sind die US-Zwischenwahlen. Einige Marktbeobachter befürchten nach dem klaren Sieg der Demokraten, dass der Ausbau der KI-Infrastruktur in den Vereinigten Staaten künftig langsamer vorankommt. Bislang hatten Tech-Konzerne weitestgehend unreguliert KI-Rechenzentren bauen können. Demokratische Politikerinnen und Politiker hatten im Wahlkampf angekündigt, bei den riesigen Projekten stärker auf Umwelt- und Arbeitsschutz zu achten.

An der Börse herrscht große Nervosität

Ob die Demokraten den KI-Ausbau wirklich ausbremsen werden, ist unklar. Selbst vage Ängste reichen aktuell allerdings aus, um an der Börse Panik auszulösen. Denn das Thema Künstliche Intelligenz ist mittlerweile so wichtig für die USA, dass es spätestens seit 2025 als größter Motor des Wirtschaftswachstums gilt und phasenweise nahezu im Alleingang die großen Aktienindizes nach oben getrieben hat. 

Gleichzeitig sind viele Kurse stark überhitzt – das erhöht den Verkaufsdrang, wenn Aktienpreise erst einmal ins Rutschen kommen. Und immer mehr KI-Experten warnen davor, dass sich die Hunderte Milliarden Dollar, die derzeit in neue Rechenzentren gesteckt werden, möglicherweise nicht rentieren werden. Dazu passen die enttäuschenden Prognosen, die die Chip-Konzerne Qualcomm und Arm in den letzten Tagen veröffentlicht haben. 

Die Kurse sinken schon seit Wochen

In dieser Gemengelage reichen die Wahlergebnisse aus, um die Kurse von KI-Aktien weiter einbrechen zu lassen. Viele hatten schon in den letzten Wochen wegen der Renditebefürchtungen deutlich nachgegeben. Der wichtigste Halbleiteraktien-Index PHLX Semiconductor ist gestern um mehr als 12 Prozent gesunken, auf Monatssicht hat er fast ein Drittel seines Wertes verloren.

ECOreporter rät: Lassen Sie sich nicht zu Panikverkäufen hinreißen. Einbrüche im Tech-Sektor hat es schon mehrfach gegeben, oft erholten sich die Kurse schnell wieder davon. In Crash-Phasen zu verkaufen, zahlt sich erfahrungsgemäß auf lange Sicht nicht aus.

Halten Sie an Aktien fest, von denen Sie wirklich überzeugt sind. Behalten Sie aber auch im Hinterkopf, dass es in den nächsten Jahren zu noch deutlich stärkeren Kursverlusten kommen kann, falls sich herausstellen sollte, dass die Hoffnungen auf gigantische KI-Gewinne tatsächlich überzogen sind. Streuen Sie Ihre Aktien-Investments daher möglichst breit über viele Regionen und Branchen. Nur auf das Trendthema KI zu setzen, ist hochriskant.

Lesen Sie dazu auch unser Dossier Augen auf bei der Geldanlage: Welche Fehler Sie in diesen unruhigen Zeiten nicht begehen sollten.

Welche nachhaltigen KI-Aktien noch nicht zu teuer sind, erfahren Sie in unseren täglichen Meldungen und in diesen Übersichten:

Nachhaltige KI-Aktien: Wo es jetzt noch Einstiegschancen gibt

Nachhaltige Chip-Aktien: Bei welchen Halbleiter-Herstellern kann sich aktuell ein Kauf lohnen?

Nachhaltige Chip-Aktien: Welche Zulieferer profitieren vom KI-Boom?

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