Erdöl: Eine Brückentechnologie, die mit öffentlichen Geldern gestützt werden sollte? / Foto: Pixabay

  Fonds / ETF

Deutsche Staatsfonds investieren weiterhin in Kohle und Öl

Deutsche Pensions- und Vorsorgefonds legen ihr Geld seit einigen Monaten nach nachhaltigen Kriterien an. Das Anspruchsniveau ist aber niedrig: In vier dieser Fonds stecken namhafte Klimakiller.

Der Versorgungsfonds und der Versorgungsrücklage-Fonds, aus denen Beamten-Pensionen bezahlt werden, sind nach Recherchen der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) in mehrere große fossile Energieunternehmen investiert. Ebenso der Versorgungsfonds der Bundesagentur für Arbeit und der Pflegevorsorgefonds, der Erträge für die Pflegekassen erwirtschaften soll. Die vier Fonds verwalten zusammen etwa 46,5 Milliarden Euro, 20 Prozent davon stecken in Aktien.

Laut „SZ“ finden sich in den Fonds-Beständen Aktien von Ölkonzernen wie Exxon Mobil, Marathon Petroleum, Canadian Natural Resources und Enbridge oder dem Kohlebergbau-Giganten Anglo American. Die „SZ“ schätzt, dass die Fonds alleine in diese fünf Unternehmen mit knapp 75 Millionen Euro investiert sind.

Auf Anfrage teilte das für die Fonds zuständige Bundesinnenministerium der Zeitung mit, die Fonds hätten ein Nachhaltigkeitskonzept, das geächtete Waffen (beispielsweise Streubomben und Tretminen), Menschenrechtsverletzungen, Tabak und Atomkraft ausschließe, fossile Energien aber nicht. Bei Öl und Kohle handele es sich „nach wie vor um Brückentechnologien, auf die sowohl die Wirtschaft als auch die Gesellschaft gegenwärtig angewiesen sind“.

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