Fresenius betreibt unter anderem die Krankenhauskette Helios. Personalabbau soll die Gewinne steigern. / Foto: Fresenius

  Nachhaltige Aktien

Dialysetochter bremst Fresenius aus, Aktie gibt nach

Der Bad Homburger Gesundheitskonzern Fresenius ist solide durchs herausfordernde Geschäftsjahr 2021 gekommen und will im 29. Jahr in Folge seine Dividende anheben.

Fresenius setzte 2021 37,5 Milliarden Euro um. Das sind 3 Prozent mehr als 2020. Der Nettogewinn stieg um 7 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Das Gewinnplus ist unter anderem auf ein deutlich verbessertes Zinsergebnis und eine geringere Steuerlast zurückzuführen. Der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) ging trotz eines konzernweiten Kosten- und Effizienzprogramms um 8 Prozent auf knapp 4,3 Milliarden Euro zurück. Besonders schwach entwickelte sich die Dialysesparte Fresenius Medical Care: Ihr Gewinn brach im letzten Jahr um ein Viertel ein, weil in der Corona-Pandemie überdurchschnittlich viele Dialyse-Patienten starben.

Dividende soll um 5 Prozent steigen

Trotz der durchwachsenen Konzernentwicklung will das Fresenius-Management die Jahresdividende von 0,88 auf 0,92 Euro je Aktie anheben. Das entspräche beim derzeitigen Börsenkurs einer vergleichsweise hohen Dividendenrendite von 2,7 Prozent. Fresenius rechnet in diesem und im nächsten Jahr mit insgesamt mehr als 300 Millionen Euro Zusatzkosten, um die Voraussetzungen für weitere Effizienzsteigerungen zu schaffen.

Die Fresenius-Aktie läuft seit Mitte 2017 nicht gut. Auf Sicht von fünf Jahren hat sie 53 Prozent abgegeben. Seit knapp zwei Jahren bewegt sie sich mit einigen stärkeren Ausschlägen seitwärts. Aktuell kostet die Aktie im Tradegate-Handel 34,31 Euro (Stand 22.2.2022, 9:25 Uhr). Nach den für viele Investoren enttäuschenden Jahreszahlen notiert sie zum Vortag 4,2 Prozent im Minus.

Die Fresenius-Aktie ist derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 10 nicht teuer. Aber die Aussichten des Konzerns sind unklar. Aus nachhaltiger Sicht ebenfalls problematisch: Die Sparmaßnahmen zur Gewinnmaximierung, die auch Personalabbau umfassen, drohen zunehmend auf Kosten des Patientenwohls zu gehen. Gleichzeitig steigt die Dividende. ECOreporter führt Fresenius deshalb seit September 2021 nicht mehr als Favoriten-Aktie der Kategorie Nachhaltige Dividendenkönige (mehr dazu erfahren Sie hier).

Lesen Sie auch unser Dossier Nachhaltige Gesundheitsaktien: Bis zu 107 % Plus auf Jahressicht.

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