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Anleihen / AIF, Fonds / ETF, ECOfondstest
Im Test: KCD Mikrofinanzfonds - III
Mikrofinanzfonds erzeugen deutlich mehr nachhaltige Wirkung als beispielsweise Aktienfonds. Können sie auch finanziell überzeugen? ECOreporter hat den KCD Mikrofinanzfonds – III der Bank im Bistum Essen (BIB) getestet.
Die BIB gehört in Deutschland seit rund zwei Jahrzehnten zu den ersten Adressen in Sachen Mikrofinanz. Das christliche Geldinstitut hat nicht nur mehrere Mikrofinanzfonds aufgelegt, sondern managt die Fonds auch selbst. Heißt: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BIB prüfen vor Ort die Partnerbanken, an die die Fonds das Anlegergeld verleihen, pflegen langjährige Beziehungen zu den Instituten und sprechen auch regelmäßig mit deren Endkunden.
Der KCD Mikrofinanzfonds – III arbeitet mit Mikrofinanzbanken aus 32 Schwellen- und Entwicklungsländern zusammen, die wichtigsten Märkte sind Rumänien, der Kosovo, Indien und Kasachstan. Dort verleihen die lokalen Banken das Kapital des Fonds an mehr als 54.000 Menschen, die das Geld meist nutzen, um sich ein Kleingewerbe aufzubauen. Die Rückzahlungsmoral ist auch in schwierigen Zeiten gut, die Ausfallquote gering.
Es geht um mehr als Kredite
Der Fonds arbeitet bevorzugt mit Mikrofinanzinstituten zusammen, die ihren Kunden auch Sparkonten, Versicherungen und Möglichkeiten zum Geldtransfer anbieten. Zudem gelten Ausschlusskriterien. Die Institute dürfen beispielsweise keine Kredite vergeben, die fossile Energien, Treibnetzfischerei oder die Abholzung von tropischen Regenwäldern finanzieren. Mehr zur Nachhaltigkeit des Fonds können Sie hier lesen.
In den letzten Jahren hat sich die Transparenz des KCD Mikrofinanzfonds – III stetig verbessert. Die BIB veröffentlicht mittlerweile quartalsweise einen Kommentar des Fondsmanagements sowie einmal im Jahr einen Impact Report und informiert online umfassend zum Thema Mikrofinanz.
Finanziell hat sich der Fonds gut entwickelt: In den letzten fünf Jahren stieg der Wert um 11 Prozent – für einen Mikrofinanzfonds ein beachtliches Ergebnis.
Ein Hinweis für Neuinteressenten: In die hier getestete Anteilsklasse B des KCD Mikrofinanzfonds – III kann mittlerweile nicht mehr investiert werden. Die von der BIB angebotene neue Anteilsklasse A (ISIN LU3316951733) ist inhaltlich identisch mit der Anteilsklasse B, hat aber um 0,3 Prozent höhere Jahreskosten. Zudem sind Rückgaben nur zu drei Terminen im Jahr mit einer dreimonatigen Kündigungsfrist möglich. Diese Modalitäten passten "besser zu einem Fonds mit sehr illiquiden Assets und sollen Investoren davor schützen, dass erhöhte Rückgaben zu Liquiditätsschwierigkeiten im Fonds führen", teilte die BIB ECOreporter mit.

Ein ECOreporter-Siegelfonds
Der KCD Mikrofinanzfonds – III erhält im ECOfondstest die Nachhaltigkeitsnote 1,5. Damit gehört er zu den nachhaltigsten bislang von ECOreporter geprüften Fonds. Weil der Fonds in allen Nachhaltigkeitsbereichen überzeugen kann, trägt er das ECOreporter-Nachhaltigkeitssiegel (eine Liste aller Siegelträger finden Sie hier).
Den vollständigen Fondstest finden Sie weiter unten. Sie können sich den Test rechts oben auch als kostenfreies PDF herunterladen.
Weitere Mikrofinanzfonds hat die Redaktion hier getestet.
Details zum Benotungssystem von ECOreporter finden Sie hier.
ECOfondstest
07/2026
Einzeltest
Mikrofinanzfonds
KCD Mikrofinanzonds - III
Finanzen: Auf Sicht von fünf Jahren ein Wertzuwachs von 11,1 % (Stand 30.6.2026). Auf 12 Monate plus 3 %. Vergleichsweise geringe Jahresgesamtkosten von 1,67 %.
Risiko: Totalverlust unwahrscheinlich. Der Fonds vergibt Darlehen an Mikrofinanzinstitute, die das Kapital für Mikrokredite einsetzen. Deren Kreditnehmer zahlen fast ohne Ausnahme das geliehene Geld zurück. Denn sie erhalten nur neue Kredite, wenn sie alte zurückgezahlt haben. Breite Streuung der Darlehen auf 66 Mikrofinanzinstitute in 32 Ländern.


Nachhaltigkeit: Der Fonds der Bank im Bistum Essen (BIB) finanziert Kredite an Kleinstunternehmer, die sonst keinen Zugang zu Kapital haben. BIB-Mitarbeiter managen den Fonds. Sie investieren für die christliche Spezialbank seit 19 Jahren in Mikrofinanzen, prüfen die Mikrofinanzinstitute vor Ort, kennen viele Institute schon lange. Diese müssen belegen, dass ihre Zinsen für Mikrokredite angemessen sind und wie sie eine Überschuldung ihrer Kunden vermeiden. Die BIB-Mitarbeiter bevorzugen Mikrofinanzinstitute, die weitere Dienstleistungen wie Versicherungen anbieten. Entscheidend ist, dass ein Institut die wirtschaftliche Entwicklung vor Ort unterstützt. Etwa mit Krediten für den Aufbau eines Saatguthandels, der Bauern mehr Auswahl beim Pflanzenanbau eröffnet. Pluspunkte gibt es, wenn Kredite zu mehr Umweltschutz beitragen, zum Beispiel Solaranlagen finanzieren. Der Schwerpunkt der Investments liegt auf Osteuropa (24 %) und Südostasien (15 %).
Transparenz: Die BIB informiert online ausführlich über den Fonds. Alle Investitionen stehen in den halbjährlichen Berichten. Zudem veröffentlicht die BIB einmal jährlich einen Impact Report und bietet Webinare für Investoren an. Der Fonds hat das LuxFLAG-Label.
Nachhaltige Wirkung: Der Mikrofinanzfonds der BIB hat eine hohe soziale Wirkung: Er ermöglicht Mikrokredite an mehr als 54.000 Menschen, davon 69 % Frauen.
Besonderheiten: Bei diesem Fonds liegt alles in einer Hand: Die BIB Essen hat ihn initiiert und ist neben dem Fondsmanagement auch zuständig für den Vertrieb. Der Einstieg ist monatlich möglich, der Ausstieg zum Quartalsende.
Gesamtnote:
1
2
3
4
5
6
Fazit: Erfahrenes Fondsmanagement garantiert hohen sozialen Mehrwert der Investments. Geringe Risiken.
Nachhaltigkeitsnote:
1
2
3
4
5
6
Auswahlprinzip:
1,7
Nachhaltigkeits-Management:
2,0
Transparenz:
1,3
Nachhaltige Wirkung:
1,0
Finanznote:
1
2
3
4
5
6
Wertentwicklung:
2,0
Sicherheit/Risiko:
2,0
Kosten:
2,0

Stärken
- Hohe soziale Wirkung
- Gute Wertentwicklung
- Niedrige Jahresgebühren
- Erfahrenes Fondsmanagement
Schwächen
- -
Empfohlene Anlagedauer: Ab 5, besser 7 Jahre.
Fondsname:
BIB Investments (SICAV) – KCD Mikrofinanzfonds – III
Start:
2015
Initiator:
Bank im Bistum Essen (BIB)
ISIN:
LU1106543249
Internet:
Volumen 30. Juni 2026:
111 Millionen Euro
Jahresgesamtkosten (TER):
1,67%
