Encavis rechnet damit, im laufenden Jahr von einem auch politisch motivierten Ausbau Erneuerbarer Energie zu profitieren. / Foto: Encavis

  Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie, Aktien-Favoriten

Encavis optimistisch für 2022, Aktie legt zu

Der Hamburger Solar- und Windpark-Betreiber Encavis blickt positiv auf das laufende Jahr. Umsatz und Ergebnis dürften dank Zukäufen und steigender Strompreise signifikant zulegen, teilte der ECOreporter-Aktien-Favorit bei der Vorlage seiner endgültigen Zahlen für 2021 am Dienstagabend mit.

Die Prognose basiert auf dem Solarpark-Bestand von Anfang März sowie Standardwetterbedingungen. Vom Ukraine-Krieg erwartet der Vorstand keine negativen Auswirkungen auf Encavis – vielmehr dürfte der allgemeine Schwenk hin zu Erneuerbaren Energien in Europa dem Unternehmen einen Schub geben. Die Aktie gewann am Mittwochmorgen deutlich.

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Im Geschäftsjahr 2021 legte der Encavis-Umsatz laut Bericht dank stark gestiegener Strompreise um 14 Prozent auf 332,7 Millionen Euro zu. Das operative Ergebnis stieg ebenfalls um 14 Prozent auf 280,3 Millionen Euro. Beide Kennziffern fielen besser aus als vom Unternehmen erwartet und liegen etwas höher als die vor zwei Wochen bekannt gegebenen vorläufigen Werte.

Erneuerbare als "Freiheitsenergie"

Für dieses Jahr rechnet das Encavis-Management um Chef Dierk Paskert mit einem Umsatzanstieg um 14 Prozent auf über 380 Millionen Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) soll mehr als 285 Millionen Euro betragen, das entspräche einem Plus von 11 Prozent. Analysten waren dem Branchendienst dpa-AFX zufolge im Schnitt von einer weniger optimistischen Prognose ausgegangen.

Der Angriff Russlands auf die Ukraine betreffe Encavis nicht direkt, hieß es im Geschäftsbericht weiter. Die Wind- und Solarparks des Konzerns seien auf Westeuropa konzentriert. Auch indirekte Effekte könne der Vorstand bislang nicht erkennen. Der Gefahr von Cyberattacken auf Stromnetze und Anlagen in Westeuropa sowie IT-Systeme des Unternehmens trete Encavis mit aktuellen Sicherheitssystemen entgegen.

Stattdessen erwartet der Vorstand infolge des Konflikts Rückenwind für die Erneuerbare-Energien-Branche. Der "entsetzliche Krieg Russlands gegen die Ukraine", die Flüchtlingsströme und die Sanktionen gegen Russland hätten sehr deutlich gemacht, dass die große Abhängigkeit Europas von Gas- und Öllieferungen aus Russland nicht nachhaltig sei. Erneuerbare Energie werde vor diesem Hintergrund nun "als 'Freiheitsenergie' angesehen". Encavis verweist dabei auf den Plan der EU-Kommission, die erneuerbaren Energiekapazitäten bis 2030 auf 980 Gigawatt auszubauen.

Aktie schießt nach oben

Die Nachrichten kamen an der Börse gut an: Im Xetra-Handel ist die Encavis-Aktie aktuell 6,1 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 18,42 Euro (Stand: 30.3.2022, 11:05 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 13 Prozent an Wert gewonnen, im Jahresvergleich ist sie 11,3 Prozent im Plus.

Die Ankündigung zahlreicher westeuropäischer Länder, sich nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine unabhängiger von russischem Öl und Gas zu machen, hat die Kurse vieler Grünstromunternehmen in die Höhe getrieben. Die Encavis-Aktie ist seitdem im Rallye-Modus. Bislang macht der Kurs auch keine Anstalten, die Gewinne wieder abzugeben.

Das Ergebnis: Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2022 von 37 ist die Encavis-Aktie aktuell wieder zu teuer für einen Neueinstieg. Zudem steht sie weiterhin unter Druck durch Leerverkäufer. Das sind Spekulanten, die auf sinkende Kurse wetten.

Encavis ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Nachhaltige Mittelklasse. Ein aktuelles Unternehmensporträt finden Sie hier.

Einen Überblick über die Solarbranche erhalten Sie im aktuellen ECOreporter-Dossier Das sind die besten Solaraktien – wo sich jetzt der Einstieg lohnt.

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