Architektenskizze des Neubaus der Evangelischen Bank am Hauptstandort Kassel: Der Bezug des nachhaltiges Gebäudes für Ende 2019 geplant. Nicht nur architektonisch will sich die Kirchenbank moderner aufstellen. / Foto: Unternehmen

21.03.18 Institutionelle / Anlageprofis , Finanzdienstleister , Banken-Favorit

Evangelische Bank will eine Zukunftsbank sein

"Prime-Status", "Top Employer", EMASplus-zertifiziert: Nicht nur die Auszeichnungen machen die Evangelische Bank zum Favorit.

Christliche Werte bilden einen festen Bestandteil des Selbstverständnisses dieser Bank. "Für die Evangelische Bank drücken sich christliche Werte besonders in dem Ziel aus, Nachhaltigkeit mit den drei Säulen der ökonomischen, ökologischen und sozial-ethischen Verantwortung in der Bank langfristig zu verankern", heißt es im Credo der Kirchenbank.

Größte Kirchenbank Deutschlands

Entstanden 2014 aus der Fusion der EKK Kassel und der EDG Kiel, ist die Evangelische Bank eG heute die größte deutsche Kirchenbank - mit einer Bilanzsumme von 7,3 Milliarden Euro (2017). Derzeit hat sie 13 Standorte bundesweit und eine Repräsentanz in Österreich, der Sitz ist in Kassel. 

Rund 19.000 institutionelle Kunden betreut die Bank nach eigenen Angaben, das sind zum Beispiel Kirchen, diakonische Einrichtungen, Caritas sowie Kunden aus der Freien Wohlfahrtspflege und der Sozialwirtschaft. Außerdem vertrauen ihr 72.000 Privatkunden Geld an. 

Wer leitet die Bank?

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Der Vorstand der Evangelischen Bank. / Foto: Unternehmen

Die Evangelische Bank eG ist aus einem Zusammenschluss der Evangelischen Kreditgenossenschaft eG, Kassel, und der Evangelischen Darlehnsgenossenschaft eG, Kiel, entstanden. Sie zählt zu den zehn größten Genossenschaftsinstituten in Deutschland.

Den Vorstand bilden Thomas Katzenmayer (Vorstandsvorsitzender), Christian Ferchland und Joachim Fröhlich.

Weil sie eine eingetragene Genossenschaft ist, können Institutionelle Kunden der Evangelischen Bank Mitglieder werden. Sie erhalten in der Regel einmal jährlich eine Dividende (mehr dazu hier).  

Ende 2017 hatte die Bank 473 Mitarbeiter. 

Was tut sie im Bereich Nachhaltigkeit?

Die Evangelische Bank gehört zu den Pionieren nachhaltiger Geldanlage in Deutschland. Sie bietet unter anderem Nachhaltigkeitsanalysen an, Crowdfundings und grüne Investmentfonds, etwa die Fonds KCD-Union Nachhaltig AKTIEN MinRisk und KCD-Union Nachhaltig MIX. 

Die Ratingagentur oekom reasearch hob den besonders sensiblen Nachhaltigkeitsfilter für die Eigenanlagen der Bank sowie für die Anlagen der Kunden hervor. 

Als Mitglied im Arbeitskreis kirchlicher Investoren (AKI) der Evangelischen Kirche in Deutschland hat die Evangelische Bank am "Leitfaden für ethisch-nachhaltige Geldanlage in der evangelischen Kirche" mitgearbeitet. Darin heißt es, dass sich auch "das kirchliche Handeln im Bereich der Geldanlagen nicht im Widerspruch, sondern im Einklang mit Gottes Geboten und dem kirchlichen Auftrag befinden" sollte.

"Der kirchliche Auftrag besteht in der Verkündigung des Evangeliums, im diakonischen Handeln und im Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung in dieser Welt."

  • Christliche Werte, das bedeutet "sozialverträglich, ökologisch und generationengerecht".
  • Unter "sozialverträglich" ist die Anerkennung der Unantastbarkeit der Würde jedes Menschen und die weltweite Beachtung der bürgerlichen, politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte und Pflichten eines jeden Menschen zu verstehen.
  • Unter "ökologisch" ist die Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung, nicht nur durch den Schutz der Umwelt und der natürlichen Ressourcen zu verstehen.

Mit "generationengerecht" ist die Verantwortung für das Zusammenleben der jetzigen Generation in Gerechtigkeit und Frieden und für die Erhaltung der Entwicklungsmöglichkeiten der kommenden Generationen gemeint. (Nachhaltige Entwicklung ist Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.)

Außerdem gibt es Spenden- und Sponsoring-Aktivitäten der Bank: 2017 kamen alles in allem rund 800.000 Euro "für das Gemeinwohl" zusammen. Die Kirchenbank förderte beispielsweise das Nordkirchenschiff der Nordkirche, das vier Wochen auf Ost- und Nordsee unterwegs war. "Der Dreimastsegler steuerte dabei die 13 Kirchenkreise der Nordkirche an und begeisterte: Taufen an Bord, Gottesdienste, Gesprä-che und Musik haben die Menschen auf dem Schiff und an Land miteinander verbunden", teilte die Bank mit. 

Die Evangelische Bank schreibt außerdem regelmäßig einen Nachhaltigkeitspreis aus.

Und in Zukunft?

Niedrigzinsumfeld, Regulierung, Demografie, Digitalisierung (z.B. Wettbewerb durch Fintechs, Onlinebanking und Apps) - diese Themen stellen alle Banken vor große Herausforderungen. Mit den strategischen Projekten "Standortkonzeption", "Digitalisierung" und "Servicebank" stellt sich die Evangelische Bank aktuell zukunftstauglich auf. 

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Luftbild vom aktuellen Ausweichquartier der Evangelischen Bank in Kassel. Die "Schanze" war früher eine Druckerei. / Foto: Unternehmen

In Projektteams hat die Bank dafür über Monate hinweg Konzepte erarbeitet, etwa ein neues Standortkonzept: Weil sich mehr Kunden laut einer Befragung auf digitalem Weg Beratung wünschen, will sie ihre Strukturen anpassen. Denn schon heute wickelt die Mehrzahl der Privatkunden Bankgeschäfte online oder mobil ab.

Die neue EB-Banking-App erleichtert es im Kontext der Digitalisierungsstrategie den Kunden, Bankgeschäfte bequem und flexibel rund um die Uhr von zu Hause aus oder auf Reisen abzuwickeln.

Beratungen zu allen Finanzthemen rund um Finanzierung, Vermögensanlage oder Vorsorge finden schon jetzt zu 80 Prozent über das Telefon statt.

Institutionelle Kunden wiederum profitieren von digitalen Mehrwerten durch beschleunigte Prozesse im Zahlungsverkehr, durch Finanzdisposition auf Knopfdruck oder individuelle Lösungen für eine Spendenschnittstelle auf der eigenen Website.

Schritt für Schritt besser und effizienter werden

Die Meilensteine auf dem Weg zur Zukunftsbank sollen nach Angaben der Bank bis zum Jahr 2021 abgeschlossen sein. Es handelt sich um einen kontinuierlichen Prozess, der Schritt für Schritt umgesetzt und bedarfsgerecht nachjustiert wird. Nach Angaben der Bank dabei immer im Fokus: der Bedarf der Kunden.

Zu dem Veränderungsprozess gehört  auch, dass die Bank insgesamt effizienter werden und die interne Organisation verschlanken muss, sie prüft die Rentabilität der einzelnen Standorte und baut auf dem Weg zur Zukunftsbank bis 2021 bundesweit rund 100 Stellen ab. 

Künftig will sie Service und Beratung klar voneinander abgrenzen und den Service zentral bündeln: "Damit werden sowohl im institutionellen als auch im Privatkundenbereich Fachressourcen zur spezialisierten Beratung frei."

 

Die Evangelische Bank zeigt, dass Kirche und Modernität kein Widerspruch sein müssen - und sie lebt nachhaltiges Banking vor.

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